Lebensfreude genießen mit Diabetes bei Jung und Alt, Typ 1 und Typ 2

2 Minuten

Lebensfreude genießen mit Diabetes bei Jung und Alt, Typ 1 und Typ 2

In Deutschland steigt die Zahl der Kinder mit Diabetes mellitus Typ 1 stetig. Darauf weist diabetesDE mit der dritten Aktion der Social Media-Kampagne #SagEsLaut #SagEsSolidarisch hin. Die Aktion soll zeigen, dass Menschen mit Diabetes unabhängig von ihrer Typerkrankung füreinander einstehen und auf Missstände der Versorgung aufmerksam machen. Das Thema: Lebensfreude genießen mit Diabetes bei Jung und Alt, egal ob Typ1 oder Typ 2.

Anlässlich des Weltkindertages verweist diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe auf die ansteigende Zahl der Kinder mit Typ 1 Diabetes. Derzeit erkranken jährlich 3.100 Kinder zwischen 0-17 Jahren neu an Diabetes Typ 1, insgesamt sind 32.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland von Diabetes Typ 1 betroffen. Oft wird mit der Diagnose das ganze Leben der Eltern und der Familie auf den Kopf gestellt, insbesondere weil Schulgesundheitsfachkräfte in Deutschland fehlen und zumeist die Mütter Einschränkungen der Arbeitszeit in Kauf nehmen, um die Kinder zu versorgen.

Auch wenn Diabetes Typ 1 als lebenslanger Begleiter bleibt, lassen sich die Kinder ihre Lebensfreude genauso wenig nehmen, wie es Erwachsene mit Typ-2-Diabetes auch tun. Lebensfreude genießen mit Diabetes bei Jung und Alt, egal ob Typ1 oder Typ ist Thema der 3. Aktion der Social Media-Kampagne #SagEsLaut #SagEsSolidarisch, bei der Menschen mit Diabetes unabhängig von ihrer Typerkrankung füreinander einstehen und auf Missstände der Versorgung aufmerksam machen.

Egal ob jung oder alt: Menschen mit Diabetes Mut machen

Sarah-Léonie ist 10 Jahre alt und bekam ihre Diagnose kurz vor ihrer Einschulung. Was am Anfang eine Herausforderung für die ganze Familie war, meistert Sarah-Léonie heute schon weitestgehend allein, wie zum Beispiel auf der dreitägigen Klassenfahrt am Ende der 4. Klasse. „Anderen Kindern, die gerade Typ-1-Diabetes bekommen haben, möchte ich Mut machen. Klar hat man jeden Tag damit zu tun, aber ich erfahre auch echt viel über meinen Körper und lerne tolle Leute kennen“, erzählt Sarah-Léonie.

So wie an dem Tag, als sie für die Kampagne #SagEsLaut #SagEsSolidarisch in Berlin ein Video aufgenommen und Hansgünter (70) kennengelernt hat. Er hat seit 18 Jahren Diabetes Typ 2 und von Anfang an gewusst, dass er sein Leben weiterhin genießen will, auch wenn er nun auf gesündere Ernährung achtet und noch mehr spazieren geht, schwimmt und Rad fährt. Beide, Sarah-Léonie und Hansgünter wissen, dass ihr Diabetes ihr lebenslanger Begleiter sein wird und sie sich gut mit ihm arrangieren müssen und wollen. Sie haben ihren Diabetes gut im Griff.

Lebensfreude mit Diabetes in jedem Alter

„Die Social-Media-Kampagne #SagEsLaut #SagEsSolidarisch setzt mit dem Thema ‚Lebensfreude mit Diabetes in jedem Alter‘ nun schon die 3. Aktion um. Die ersten beiden Aktionen zu den Themen ‚Übergriffige Sprüche‘ und ‚Freundschaft‘ waren mit einer Reichweite von 1,2 Mio. bzw. 2 Mio. schon überaus erfolgreich. Immer mehr Typ1er und Typ2er vernetzen sich unter beiden Hashtags auf Facebook, Instagram, YouTube und TikTok und zeigen sich solidarisch. Wir sind gespannt auf die Zahlen dieser Kampagne“, sagt diabetesDE-Geschäftsführerin Nicole Mattig-Fabian.

Die gemeinnützige Gesundheitsorganisation ist Initiatorin des Bündnisses „Digitale Allianz Typ 2“, die sich seit 2020 zum Ziel gesetzt hat, Menschen mit Diabetes, insbesondere den 8,7 Mio. Menschen mit Typ-2-Diabetes, mehr Sichtbarkeit zu geben gegenüber Gesellschaft und Politik.

„Pro Minute kommen 1,1 Neuerkranke hinzu. Das sind verheerende Zahlen. Wir vermissen Maßnahmen, die diese Zahlen minimieren. Im Koalitionsvertrag sind sie angekündigt, passiert ist bislang nichts“, kritisiert Mattig-Fabian die langsamen Mühlen der Politik. Die Social Media-Kampagne soll mehr Aufmerksamkeit für und Kenntnis über die chronische Erkrankung Diabetes vermitteln.


von Redaktion Diabetes-Anker

Das Redaktionsteam des Diabetes-Ankers besteht aus erfahrenen Journalistinnen und Journalisten – teils mit medizinischem und naturwissenschaftlichem Hintergrund sowie selbst von Diabetes betroffen – die seit vielen Jahren zum Thema Diabetes publizieren.

mit Materialien von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Kinderbuch-Autorin Samira Firoziboyaghchi: Diabetes stärkte sie auf ihrem Lebensweg
Samira Firoziboyaghchi wuchs im Iran auf und bekam als junge Frau Typ-1-Diabetes. Inzwischen lebt sie in Deutschland. Ihr Diabetes stärkte sie auf ihrem Lebensweg. Auch deshalb hat sie das Kinderbuch „Mira und der blaue Drache“ geschrieben, dass Kindern mit Diabetes Mut machen und Stärke geben soll.
Kinderbuch-Autorin Samira Firoziboyaghchi: Diabetes stärkte sie auf ihrem Lebensweg | Foto: privat

8 Minuten

Content Creator Fiorella Eickhoff: Diabetes-Aufklärung bei TikTok
Fiorella Eickhoff lebt seit ihrem 11. Lebensjahr mit Diabetes Typ 1 und kann sich an ein Leben ohne ihn gar nicht mehr erinnern. Mit dem Diabetes-Eltern-Journal spricht sie über ihre Rolle als Content Creator auf TikTok im Bereich Diabetes, die Familie als Inspirationsquelle sowie über Vergleiche und unrealistische Körperbilder in den sozialen Medien.
Content Creator Fiorella Eickhoff: Diabetes-Aufklärung bei TikTok | Foto: privat

7 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
      Vielleicht hilft das etwas – viel Glück

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …

  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?