Medizin, Reiten und Diabetes: Mit Leidenschaft durchs Leben

8 Minuten

Medizin, Reiten und Diabetes: Mit Leidenschaft durchs Leben | Foto: MedTriX/Katrin Kraatz
Foto: MedTriX/Katrin Kraatz
Medizin, Reiten und Diabetes: Mit Leidenschaft durchs Leben

Ihre beiden Leidenschaften Medizin und Reiten zum Geldverdienen nutzen: Das hat Dr. Michaela Hoffmann aus Mainz getan, die seit Kindheit Typ-1-Diabetes hat. Zuerst arbeitete sie als Diabetologin, dann als Reitlehrerin. Auf diesem Weg sind viele Jahre vergangen.

Bereits in der Grundschule wollte Michaela Hoffmann Ärztin werden. Dann trat im Jahr 1970 ein Typ-1-Diabetes bei ihr auf, sie war zehn Jahre alt. Er meldete sich mit den klassischen Symptomen: „Ich hatte wahnsinnig viel Durst, musste häufig auf Toilette und ich konnte kaum mehr laufen. Ich war so schwach, dass ich nicht mehr bis zur Kirche kam, die etwa 400 Meter entfernt war.“ Zuerst wurde ein Infekt vermutet, weil sie auch Bauch- und Halsschmerzen hatte. Nach einiger Zeit untersuchte der Hausarzt der Familie aber ihren Urin auf Zucker – dann war die Diagnose klar. Ihre Eltern kamen nicht aus dem medizinischen Bereich, kannten die Symptome nicht.

Michaela Hoffmann selbst realisierte erst einmal nicht, was da gerade passierte. „Ich bin erst am nächsten Tag in die Kinderklinik in die Ambulanz gekommen und von dort aus auf die Station. Ich habe das eigentlich so hingenommen, ich konnte damit nicht so viel anfangen.“ Sie dachte, dass sie wieder gesund sei, wenn sie nach Hause komme. „Aber mir hatte keiner gesagt, dass ich zu Hause noch spritzen muss.“ Sie nahm es trotzdem so hin. Für ihre Eltern aber war es schlimm: „Damals hieß es ja noch, die Kinder werden nicht so alt.“ Glück im Unglück hatte sie bei der Diagnose: Obwohl der Blutzuckerwert ihrer Erinnerung nach um 450 mg/dl (25,0 mmol/l) lag, war ihr Körper nicht übersäuert, sie hatte keine Ketoazidose.

Keine Schulung, aber andere Quellen

Eine Schulung, wie sie heute Standard ist, gab es damals nicht. „Was gut war, war damals die Ernährungsberatung durch die Leiterin der Diätassistentenschule. Sie oder Mitarbeiter haben meine Eltern gut beraten und darüber habe ich ein bisschen Wissen erhalten.“ Dort wurde der Familie auch das Diabetes-Journal, das heute der Diabetes-Anker ist, empfohlen. „Da hatten meine Eltern relativ schnell viele Informationen und ich auch – seit damals.“ Ihren Eltern wurde noch gezeigt, wie das Spritzen funktioniert und was sie dabei beachten müssen. „Aber das war dann auch alles. Aber die beiden Sachen, die haben einen ziemlich gerettet.“

Ihre Therapie begann die Zehnjährige als konventionelle Insulintherapie mit einem Mischinsulin vom Schwein und Rind. „Das ist das einzige Problem aus heutiger Sicht, was auch damals für mich als Kind ein Problem war, dass das Insulin morgens injiziert wurde vor dem Frühstück und nachmittags um 16 Uhr.“ Ein festes Schema beim Essen war nötig, ein Anpassen der Insulindosis war nicht vorgesehen. Diese Therapie brachte Probleme mit sich: „Ich bekam jahrelang Ärger, weil ich immer morgens hohe Werte hatte. Aus der heutigen Sicht ist das natürlich klar, warum ich hohe Werte hatte: weil das Insulin nicht lange genug gewirkt hatte. Aber es hieß natürlich, das Kind hält sich nicht an die Ernährung.“

Glasspritzen zum Auskochen und Teststreifen mit Farbskala

Die Spritzen bestanden aus Glas und Metall und wurden wie die Kanülen regelmäßig ausgekocht, um sie zu verwenden. Eine Kontrolle des Blut- oder Gewebezuckers in Patienten-Hand existierte zu dieser Zeit noch nicht. „Meine Mutter hatte morgens den Urin kontrolliert und war immer geschockt, weil der Wert immer hoch war.“ Wie es dem Mädchen ging, erfolgte mit Blickdiagnose: „Ich selbst hatte gar keine Kontrolle und wie es mir ging, wurde beurteilt, wie ich aussah, ob ich bleich wurde, geschwitzt habe oder so.“

Medizin, Reiten und Diabetes: Mit Leidenschaft durchs Leben | Foto: Michaela Hoffmann
Medizin, Reiten und Diabetes: Mit Leidenschaft durchs Leben | Foto: Michaela Hoffmann

Per Farbvergleich ablesbare Teststreifen, Spritzen aus Glas zum Auskochen, die ersten Insulinpumpen: Das und mehr hat Michaela Hoffmann in ihrer Therapie über 55 Jahre erlebt.

Erste Unterzuckerung nach Monaten

Die erste Unterzuckerung (Hypoglykämie) erlebte sie erst im Osterurlaub 1971, bei Verwandten in Norddeutschland. „Da habe ich sehr viel geturnt und auf einmal tauchte richtig die Symptomatik auf.“ Ihre Mutter merkte zum Glück sofort, was los war, und Michalea Hoffmann bekam Traubenzucker. „Die hatten nur Traubenzucker aus der Packung – dann habe ich da mehr bekommen als notwendig und noch dazu gegessen.“

Als die Eltern danach mit ihr zu einem Arzt vor Ort gingen, war der Blutzucker natürlich „schon wieder wahnsinnig hoch. Nach den Mengen, die ich da gegessen hatte, war es kein Wunder, und auch wegen der Gegenregulation.“ Die Ärzte der Mainzer Kinderklinik empfahlen bei einem Anruf, den Urlaub besser abzubrechen. Und auch wenn die erste erlebte Unterzuckerung das Ende des Urlaubs bedeutete, hatte die Familie dadurch nun Erfahrung, wie sie damit umgehen mussten.

Früh Therapie-Fortschritte genutzt

Weitere Therapie-Schritte unternahm Michaela Hoffmann sehr früh, bevor diese Therapien weit verbreitet waren. 1976 hatte ihre Mutter in der Tageszeitung einen Artikel gelesen über den Biostator, also eine künstliche Bauchspeicheldrüse, in der Mainzer Universitätsklinik. Der Arzt, der damals dafür verantwortlich war, war Prof. Dr. Jürgen Beyer. Ihre Mutter nahm daraufhin Kontakt mit ihm auf – und er nahm Michaela Hoffmann, noch als Jugendliche, als Patientin an. „Da war ich das erste Mal am Biostator, als Patient.“ Und dann wurde es möglich, den Blutzucker zu Hause zu kontrollieren – mit noch großen unhandlichen Geräten.

Medizin, Reiten und Diabetes: Mit Leidenschaft durchs Leben | Foto: Michaela Hoffmann

Am Biostator, also der künstlichen Bauchspeicheldrüse, ermittelten die Ärzte Michaela Hoffmanns Insulinbedarf.

Daraus ergab sich, dass sie mit einer intensivierten Insulintherapie begann, die nötigen Insulindosen wurden am Biostator ermittelt. Zu den Hauptmahlzeiten spritzte sie ab dann schnell wirksames Insulin und morgens und spät Verzögerungsinsulin. Die Insulindosen passte sie nur an die Blutzuckerwerte an, der Ernährungsplan war noch konstant. Für sie änderte sich nicht so viel: „Eigentlich war nur die Einstellung besser, denn ich habe nach wie vor darunter gelitten, dass ich zum Essen feste Zeiten einhalten musste. Daran hatte sich nicht viel geändert, zumindest wurde nicht gesagt, dass ich das machen dürfte.“

Ersten verfügbaren Insulinpumpen im Medizinstudium ausprobiert

Sechs Jahre später, 1982, kam der nächste Schritt: Michaela Hoffmann begann mit einer Therapie mit Insulinpumpe. Die ersten Insulinpumpen waren auch noch unhandlich: „Ich weiß noch, dass das allererste Gerät weiß und groß war.“ Selbst einstellen konnte sie in der Pumpe wenig, die Basalrate programmierte das Personal der Klinik. Da sie 1979 mit dem Medizinstudium angefangen hatte, schon als Studentin in der Endokrinologie der Universitätsklinik, besonders am Biostator, Nachtdienste machte und eine Stelle als „Hiwi“ (Hilfs-Wissenschaftler) bei Prof. Dr. Jürgen Beyer hatte, konnte sie die verfügbaren Pumpenmodelle alle ausprobieren.

Die Leidenschaft für die Medizin nützte ihr also auch in ihrer Diabetes-Therapie. Nun wurde sie auch zeitlich flexibler: „Ich konnte nun definitiv die Mahl-Zeiten ändern und war variabler. Dann waren natürlich die morgendlichen Werte besser, nächtliche Hypos ließen nach.“ Neben der größeren Flexibilität ergab sich ein weiterer Vorteil: „Das viermalige Injizieren am Tag fiel weg. Das alle zwei, drei Tage Wechseln der Kanülen war natürlich viel angenehmer – auch wenn die Kanülen damals noch ein anderes Kaliber hatten als heute.“

AID-System: erst gezögert, dann voll überzeugt

Heute verwendet die Ärztin ein System zur automatisierten Insulin-Dosierung (AID-System), allerdings erst seit August letzten Jahres. „Ich war mit meiner Einstellung zufrieden und konnte mir nicht vorstellen, dass das ein Gerät so übernimmt. Mein Alltag ist sehr variabel: Ich reite Montag, Donnerstag und Freitag sowie Samstag manchmal auch noch, ein bis zwei Stunden pro Tag. Dazwischen mache ich nichts körperlich, höchstens Hausarbeit. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ein Gerät so meine Diabetes-Einstellung gut übernehmen könnte.“

Nun ist sie aber glücklich über den Umstieg: „Ich muss ehrlich sagen, ich komme mit dem System sehr gut zurecht. Ich gebe nur die Kohlenhydrate ein und die Bewegung rechtzeitig – und habe, wenn es hochkommt, ein bis zwei Mal in der Woche einen Wert unter 70 mg/dl (3,9 mmol/l; Anm. d. Red.). Ansonsten habe ich nur selten Werte über dem Zielbereich.“

Auch heute reitet Michaela Hoffmann noch gern, wird aber auch begleitet von Hund Ricky.

Erste Schritte in die Medizin mit „Jugend forscht“

Dazwischen lagen viele Schritte auf dem Weg in den Beruf der Ärztin und ihre spätere Tätigkeit als Reitlehrerin. Ihre ersten Schnupper-Einheiten holte sich Michaela Hoffmann, als sie 1977/78 bei „Jugend forscht“ mitmachte. „Die ursprüngliche Arbeit war eine Facharbeit in Biologie. Die Biologielehrerin hatte gesagt: ‚Willst du das nicht bei Jugend forscht einreichen?‘ Ich kam bis zum Landeswettbewerb.“ Thema der Arbeit war Typ-1-Diabetes und Sport, besonders Turnier-Reiten.

Direkt nach dem Abitur bekam sie einen Studienplatz für Medizin in Mainz, sechs Jahre später konnte sie bei Jürgen Beyer eine Stelle antreten. „Dort habe ich die Internisten-Weiterbildung gemacht und einen Teil der Endokrinologie-Weiterbildung.“ Dass die Chirurgie nichts für sie war, merkte sie schnell: „Da habe ich schon deutlich schlechtere Werte gehabt. Ich bin morgens mit einem 250er-Wert (mg/dl, 13,9 mmol/l; Anm. d. Red.) in den OP gegangen, damit ich abends um 8 Uhr einigermaßen gut rauskam.“ Auch der Dienst auf der Intensivstation mit Schichtdienst war mit dem Diabetes schwieriger. „Das wäre für mich auf Dauer kein Arbeitsplatz gewesen. Darunter hätte die Gesundheit gelitten.“

Sechs Jahre war sie in der Klinik tätig, danach ging sie in eine endokrinologische Praxis, wo sie die Betreuung der Menschen mit Diabetes übernahm. In dieser Zeit wurde sie Mutter von zwei gesunden Töchtern. Im Jahr 2004 beendete Michaela Hoffmann aus privaten Gründen ihre medizinische Laufbahn. „Ich habe einen Schlussstrich gezogen und habe gesagt: Ich habe jetzt 20 Jahre Medizin gemacht und nun kümmere ich mich um die Familie.“ Und sie begann ihre zweite Leidenschaft intensiver zu leben: das Reiten.

Reiten gehörte immer zum Leben

Mit dem Reiten angefangen hatte sie mit 14 Jahren. Der Start war so intensiv, dass sie schon zwei Jahre später auf Turnieren war, etwa jede zweite Woche. Auch wenn sie mit 40 Jahren aufhörte, an Turnieren teilzunehmen, blieb sie dem Reiten treu. Zwischenzeitlich hatte sie auch zwei eigene Pferde. Der Diabetes spielte auch hier gut mit, auch wenn die Turniere wieder höhere Werte nötig machten: „Auf Turnieren habe ich mich höher eingestellt, da habe ich auch 250 mg/dl (13,9 mmol/l; Anm. d. Red.) in Kauf genommen vor dem Start, auch noch mit Pumpen.“

Beim Reiten befestigte Michaela Hoffmann die Insulinpumpe zusätzlich mit Gummi.

Beim Unterrichten, das sie 2017 in der Reitschule begann, sicherte sie sich noch mit Werten um 200 mg/dl (11,1 mmol/l) ab. Seit sie das AID-System benutzt, reichen ihr 150 mg/dl (8,3 mmol/l) als Startwert. Die erste Insulinpumpe trug sie am Gürtel, befestigte sie aber zusätzlich mit einem Gummi. Herausgeflogen beim Springen ist die Pumpe nie.

Probleme mit Unterzuckerungen gab es nicht: „Ich habe nie das Problem, dass ich Unterzuckerungen nicht merke. Ich merke sie immer ab 70 mg/dl (3,9 mmol/l; Anm. d. Red.) abwärts. Ich war weder wegen einer Ketoazidose noch wegen einer Hypo in einer Klinik oder Notarztversorgung“, berichtet sie glücklich. Heute gibt sie noch stundenweise Unterricht und reitet Pferde, die im Unterricht von Anfängern geritten werden, denen noch die Erfahrung fehlt, Korrektur, um sie wieder an die richtigen Kommandos zu gewöhnen.

Gutes Leben mit modernen Therapien und der richtigen Einstellung

Blickt die heute 65-Jährige auf ihre 55 Jahre mit Typ-1-Diabetes zurück und auch die vielen Menschen mit Diabetes, die sie betreut hat, würde sie jungen Menschen, die heute Diabetes bekommen oder haben, Folgendes mit auf den Weg geben: „Man kann davon ausgehen, dass die Medizin sich weiterentwickelt und damit immer besser werden wird: mit der Einstellung, wie man mit dem Diabetes leben kann und dass man eigentlich sehr viel leisten kann, wenn nicht sogar fast alles.“


von Dr. Katrin Kraatz

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (5) Seite 52-55

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Kohlenhydrat-Apps im Überblick: Unterstützung für Diabetes-Management im Alltag

Kohlenhydrat-berechnende Apps erleichtern im Alltag die Insulin-Planung und das bewusste Essen bei Diabetes. Der vorliegende Überblick stellt verbreitete Optionen vor, bewertet Kernfunktionen wie Kohlenhydrat-Berechnung, Umfang der Datenbank, Barcode-Scanner und Tagebuch-Funktionen und zeigt, wo sich kostenlose Grundfunktionen mit kostenpflichtigen Zusatzleistungen ergänzen.
Kohlenhydrat-Apps im Überblick: Unterstützung für Diabetes-Management im Alltag | Foto: Drazen - stock.adobe.com

3 Minuten

Atherosklerose behandeln: Enzym-Infusion bei Gefäß-Verschlüssen – alte Therapie neu entdeckt

Für die Therapie von Gefäß-Verschlüssen gibt es Standard-Verfahren. Mitunter reichen diese Möglichkeiten jedoch bei der Behandlung einer Atherosklerose nicht aus. Ein Blick über den Tellerrand zeigt, das eine Enzym-Infusion hier Abhilfe schaffen kann.
Atherosklerose behandeln: Enzym-Infusion bei Gefäß-Verschlüssen – alte Therapie neu entdeckt | Foto: Jo Panuwat D - stock.adobe.com

3 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • ole-t1 antwortete vor 3 Wochen

      Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

Verbände