“… weil es immer was zu lachen gibt!”

3 Minuten

© Sarah Franke
“… weil es immer was zu lachen gibt!”

Sarah Franke ist “Bloggerin”: Im Internet schreibt sie auf ihrer Website http://www.dia-beat-this.de
mehrmals pro Monat öffentlich über ihr Leben, den Diabetes und die “Dinge”, die ihr dazu einfallen. Sehr authentisch, sehr erfolgreich! Sie gehört auch zum Team der “Blood Sugar Lounge” ( http://www.blood-sugar-lounge.de
) und versprüht in Wort und Bild Motivation, Witz und Diabetiker-Selbstironie. Wir fragten nach.

DJ: Was bedeutet es für Dich, über das Leben und den Diabetes zu bloggen?

Sarah: Seit einem Jahr blogge ich nun schon über den Diabetes. Besonders gefällt mir der Austausch mit den anderen Diabetikern. Denn wer versteht besser, wie sich eine Überzuckerung anfühlt, als ein waschechter Diabetiker. Außerdem nutze ich das Bloggen unter anderem, um meinen eigenen Umgang mit dem Diabetes zu reflektieren.

DJ: Dein Blog heißt www.dia-beat-this.de – was willst Du damit sagen?

Sarah: Ich möchte damit sagen, dass man sich vom Diabetes nicht unterkriegen lassen soll. Auch wenn er es einem manchmal nicht ganz einfach macht, so ist und bleibt es doch ein bisschen Spritzen und Piksen, das einem nicht den Spaß am Leben nehmen sollte.

DJ: Du beschäftigst Dich auch mit Vorurteilen gegenüber Diabetikern: Was begegnet Dir am häufigsten im Alltag?

Sarah: “Ich dachte immer, du darfst das nicht essen, weil da Zucker drinnen ist!” Es gibt noch viel mehr Vorurteile. Aber ich denke nicht, dass es sich da um böse Absichten handelt. Über Diabetes wird einfach noch viel zu wenig und teilweise falsch aufgeklärt – und genau das führt zu solchen Vorurteilen. Wir haben die Chance, das zu ändern!

DJ: “Der Diabetes kann auch Vorteile mit sich bringen”, sagst Du. Welche?

Sarah: Ich war damals unglaublich stolz, die erste in meiner Grundschulklasse mit einem Handy zu sein, das ich für einen Diabetes-Notfall immer in der Tasche hatte. Abgesehen davon denke ich, dass man verantwortungsbewusster, selbstbewusster und sogar reifer mit einem Handicap wie dem Diabetes wird. Man wächst mit seinen Aufgaben.

DJ: Was werden “Nichtdiabetiker wohl nie verstehen”?

Sarah: Diabetiker! Definitiv Diabetiker 😉 Wir sind halt eine Spezies für uns. Aber auch Dinge wie den Durst, den eine Überzuckerung mit sich bringt, wird wohl nie jemand mit einer komplett funktionsfähigen Bauchspeicheldrüse nachempfinden können. Ganz zu schweigen vom Kücheplündern während einer Unterzuckerung

DJ: Welche “Dinge” sind jedem Diabetiker schon mal begegnet?

Sarah: Sind wir mal ehrlich: Wer wurde noch nie gefragt, als er seinen Blutzucker gemessen hat, ob er nicht auch mal bei Person XY testen könnte? Oder wer hat noch nie die Kontrolle über sich bei einer Unterzuckerung verloren und sich im Anschluss am liebsten unter einem Teppich versteckt …?

DJ: Welche “Dinge” nerven besonders, wenn man Diabetes hat?

Sarah: Tagebuch führen. Gott sei dank machen es neue Technologien wie Apps immer erträglicher. Aber Tagebuchschreiben war etwas, mit dem ich mich bis heute nicht anfreunden konnte.

DJ: Bei einer Heilung vom Diabetes: Was würdest Du besonders vermissen?

Sarah: Vermutlich die Ausrede: “Ich bin unterzuckert, ich kann gerade nicht den Tisch abräumen/Zimmer aufräumen/…” 😉

DJ: Deine Worte werden von vielen als treffend und sehr positiv empfunden. Hat Dich der Diabetes lustig gemacht?

Sarah: Ich weiß gar nicht, wie ich war, bevor der Diabetes diagnostiziert wurde. Ich war ja grade erst 5. Aber ich kann sagen, dass genau die Tatsache, dass ich den Diabetes so früh bekommen habe, dazu beigetragen hat, dass er heute ein Teil von mir ist, den ich akzeptiert habe. Und diese Akzeptanz, dass er zu mir gehört, macht es einfach, das Ganze vielleicht auch mal aus einer lustigen Perspektive zu sehen.

DJ: Was geben Dir die Menschen, für die Du schreibst, zurück?

Sarah: Tipps, eigene Erfahrungen und einfach Beistand, wenn es dann doch mal nicht so läuft wie erhofft. Es ist toll zu wissen, dass man nicht alleine ist und es ganz viele andere gibt, die ihren Alltag mit dem Diabetesmonster im Gepäck genau mit denselben Herausforderungen meistern. Sie sind der Grund, wieso ich blogge.

DJ: Nenne 3 Dinge, warum Diabetes-Journal-Leser unbedingt auf Deinem Blog vorbeischauen sollten.

Sarah: 1. Weil eine einzige Diabetes-Journal-Ausgabe nicht reicht für alles, was ich zu erzählen habe. 2. Weil es bei mir auf dem Blog immer was zu lachen gibt. 3. Weil der Austausch mit anderen Diabetikern Spaß macht.


Die Fragen hat Günter Nuber gestellt.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2015; 64 (3) Seite 46-47

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  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat

    Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 1 Monat

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

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