- Eltern und Kind
Nachgefragt | Psychologie: CGM-Alarm verschlafen – was steckt dahinter?
2 Minuten
Eine Mutter wundert sich, dass ihr 14-jähriger Sohn nachts die Alarme seines CGM-Systems nicht wahrnimmt. Frau Prof. Lange erklärt in der Rubrik „Nachgefragt: Psychologie“, dass ein normales psychologisches Phänomen dahinterstecken könnte.
Die Frage von Frau K.
Unser 14-jähriger Sohn Luca hat schon ein paar Jahre ein CGM-System und eine Insulinpumpe. Damit ist er zufrieden, seine Glukosewerte sind sogar jetzt in der Pubertät stabil. Eines macht mir Sorgen: Luca sagt, er höre die Alarme des CGM-Systems nachts meistens nicht. Er schläft einfach weiter. Ich möchte ihn nicht mehr jede Nacht wie ein Kleinkind aus der Ferne überwachen. Will er den Alarm nicht hören?
Die Antwort von Prof. Dr. Karin Lange
Das Phänomen der Habituation kennen viele Menschen, z. B. wenn sie in eine neue Wohnung gezogen sind. Sie hören zunächst, wenn die Nachbarn über ihnen auf den Dielen gehen, oder die S-Bahn in weiter Entfernung wird als sehr laut empfunden. Nach ein paar Wochen in der neuen Wohnung hören die Bewohner von all dem nichts mehr. Diese Gewöhnung ist wichtig, damit wir Menschen nicht durch zu viele “unwichtige” Informationen überfordert werden und genug Aufmerksamkeit für wichtige Alarme bleibt. Leider ist das bei CGM-Alarmen ungünstig.
Was kann Luca tun? Zunächst sollte er schauen, ob er zu oft alarmiert wird, und die Einstellungen der Alarmgrenzen überprüfen. Weniger Alarme werden besser wahrgenommen. Außerdem könnte er sich über sein Smartphone einen neuen Alarm-Ton wählen, der ihn besonders nachts bei viel zu niedrigen Glukosewerten sehr laut weckt. Das Smartphone sollte nicht direkt am Bett liegen, sonst passiert es leicht, dass man den Alarm im Halbschlaf stoppt und weiterschläft.
Zum Glück gibt es bei Hypoglykämien ein körpereigenes “Alarmsystem”. Bei zu niedrigen Glukosewerten werden Stresshormone ausgeschüttet, die den Blutzuckerwert wieder etwas ansteigen lassen. Gleichzeitig kommt es durch den Stress zu massiven Albträumen, durch die Betroffene geweckt werden.
Das Ziel sollte sein, dass Jugendliche mit Diabetes – und auch deren Eltern – nachts gut und ungestört durchschlafen können. Wenn dies oft nicht gelingt, sollte sich Luca mit Ihnen im Diabeteszentrum über ein AID-System informieren. Diese Systeme steuern den Glukosespiegel nachts so gut und sicher, dass es kaum noch zu Alarmen kommt.
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2024; 12 (2) Seite 19
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hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 4 Tagen, 2 Stunden
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?-
ole-t1 antwortete vor 1 Tag, 22 Stunden
Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
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ole-t1 antwortete vor 1 Tag, 22 Stunden
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
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schorschlinger antwortete vor 1 Tag, 19 Stunden
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.
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hexle antwortete vor 18 Stunden, 27 Minuten
@ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.
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hexle antwortete vor 18 Stunden, 25 Minuten
@schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….
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uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 1 Woche, 6 Tagen
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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crismo antwortete vor 4 Tagen, 17 Stunden
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
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