Der Diabetes-Wetterbericht

2 Minuten

Community-Beitrag
Der Diabetes-Wetterbericht

Ein Gefühlssturm

Plötzlich findet man sich in Situationen wieder, in denen man sich immer wieder rechtfertigen muss und mit falschen Vorstellungen und Annahmen konfrontiert wird.

Dunkle Wolken im Leben mit Diabetes
Quelle: Huda Said

Problematisch wird es vor allem dann, wenn sich das Gespräch nicht halbwegs mit Humor nehmen und einem „Natürlich kenne ich den Onkel des Freundes deiner Cousine dritten Grades, das mit uns Diabetikern ist eh wie ’ne Sekte“ oder „Danke, ich probiere deinen geheimen Olivenöl-Trick mal beim nächsten Vollmond aus“ beenden lässt, sondern Einfluss auf unser alltägliches Leben hat. Ob nun auf dem Arbeitsplatz oder bei gemeinsamen Unternehmungen – durch Ausgrenzung, fehlende Rücksicht und Diskriminierung wird aus ein paar Wolken schnell ein Gefühlssturm. Deshalb hatten wir uns im Februar genau damit auseinandergesetzt und euch darum gebeten, eure Erfahrungen zu teilen.

Es sind Situationen, die einen frustriert und ein wenig hilflos zurücklassen – bevor man kopfüber in die Gedankenspirale stürzt. Reagiere ich zu empfindlich? Oder hätte ich mich sogar mehr dagegen wehren müssen? Was mache ich beim nächsten Mal?

Club der schlafenden Bauchspeicheldrüsen

Darüber zu sprechen, mag manchmal aus Sorge vor noch mehr Unverständnis schwierig erscheinen. Vielleicht will man dem Diabetes auch nicht noch mehr Aufmerksamkeit, noch mehr Raum geben. Nicht noch mehr darauf reduziert werden. Unser Körper zögert immerhin keine Sekunde, uns ständig daran zu erinnern, dass ein paar Zellen verschollen sind und wir gefälligst ihren Job übernehmen sollen. Wo soll man überhaupt anfangen zu erklären, wie unglaublich viel das fordert?  

Der Diabetes ist sehr geschickt darin, uns in eine Ecke zu drängen, in der es erscheint, dass wir mit unseren Problemen auf uns alleine gestellt wären.

Deshalb ist dieser Schritt notwendig, um Unterstützung füreinander finden zu können, und so schön die Erleichterung, wenn man auf Gemeinsamkeit stößt. Im Austausch lässt sich die Aufmunterung finden, die uns an anderen Tagen fehlt.

Deshalb soll es nun im März nicht nur um die Hürden gehen, die uns auflauern, sondern darum, wie wir sie trotzdem überwinden – selbst wenn es mit schlotternden Knien bei der Unterzuckerung des Jahrhunderts sein muss.

Was gibt euch Akzeptanz, Kraft und vor allem Motivation? Wie schafft ihr es, mit Rückschlägen und Niederlagen zurechtzukommen? Gibt es Gespräche, die euch besonders in Erinnerung geblieben sind? Wer steht euch zur Seite, auch wenn der Wetterbericht Weltuntergang prophezeit?

Regenschirme für alle

Das Leben mit Diabetes ist oft genug anstrengend, darüber aufzuklären noch komplizierter. Wir werden nicht immer alle Wolken am Himmel vertreiben können – aber wir müssen nicht alleine im Regen stehen bleiben.


Motivation aus der Gemeinschaft ziehen – so macht es auch Sheela: Sheelas Tagebuch #17 – Meine geheime Motivationswaffe

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Monat

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße