- Psyche
Diabetes und Belastungsstörungen: Verband rät zu psychologischer Begleitung
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Der Verband der Diabetes-Berater*innen weist auf das gefährliche Wechselspiel zwischen Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) und schlechten Stoffwechseleinstellungen hin – und rät Betroffenen, sich an darauf spezialisierte Einrichtungen zu wenden. Zudem müsse die Politik hier bessere Strukturen schaffen.
Der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V. (VDBD) macht auf ein weithin unterschätztes Gesundheitsrisiko aufmerksam: Nicht nur akute Traumata können zu Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) führen, auch chronische Erkrankungen wie Diabetes können diese begünstigen. Darüber hinaus haben Studienergebnisse gezeigt, dass traumatisierende Erfahrungen sogar zur Entstehung eines Typ-2-Diabetes beitragen können.
„Die meisten denken bei den Ursachen einer PTBS vornehmlich an extreme Gewalterfahrungen. Krieg, Flucht und Naturkatastrophen“, erläutert die VDBD-Expertin Professor Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski, Präsidentin der SRH Hochschule für Gesundheit in Gera. „Doch inzwischen ist bekannt, dass nicht nur akute Extremerfahrungen PTBS auslösen können, sondern auch dauerhafte Krisen im sozialen Umfeld dafür verantwortlich sein können.“
Da chronisch Erkrankte sehr häufig mit Vorurteilen, Diskriminierung und Mobbing konfrontiert sind, sei das PTBS-Risiko bei ihnen höher als bei ihren gesunden Mitmenschen, so die Psychotherapeutin. „Umso wichtiger ist es, diese Patientinnen und Patienten frühzeitig zu identifizieren und einer geeigneten Psychotherapie zuzuführen.“
Stigmatisierung und fehlende Inklusion können Belastungsstörungen auslösen
„Beispielsweise stehen Menschen mit einem Typ-1-Diabetes häufig unter einem Rechtfertigungsstress, da ihnen fälschlicherweise die Mitschuld an der Erkrankung durch einen schlechten Lebensstil gegeben wird“, betont Luck-Sikorski. Schon im Kindesalter erfahren viele Stigmatisierung und Diskriminierung durch Ausschluss von Klassenfahrten und anderen sozialen Aktivitäten.
Hinzu komme oft, dass Betroffene aufgrund einer gescheiterten Eingliederung (Inklusion) in Schule und Gesellschaft einen Bildungs- und Berufsweg einschlagen, der nicht den persönlichen Fähigkeiten oder Interessen entspricht. „Nicht zu unterschätzen sind aber auch potentiell traumatisierende Erlebnisse wie etwa eine lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung, die diabetische Ketoazidose. Sie ist bei Kindern häufig Anlass zu einer Diabetesdiagnose“, so Luck-Sikorski.
Belastungsstörungen als Ursache und Folge eines Typ-2-Diabetes
Noch häufiger scheinen Menschen mit einem Typ-2-Diabetes von PTBS betroffen zu sein. „Das liegt vermutlich daran, dass PTBS zugleich Ursache als auch Folge eines Diabetes Typ 2 sein kann“, erklärt Luck-Sikorski. „Einerseits seien Betroffene noch häufiger als Menschen mit Diabetes Typ 1 Diskriminierung und Mobbing ausgesetzt, da die Stoffwechselerkrankung meist auch mit Übergewicht oder gar Adipositas einhergeht. Das schafft einen erheblichen Leidensdruck“, so die Expertin. Andererseits können traumatisierende Erfahrungen nachweislich einen Typ-2-Diabetes entstehen lassen. Frauen sind dabei doppelt so häufig betroffen wie Männer, wie eine Studie zeigt.
„Es gibt inzwischen viele Hinweise darauf, dass sozial und emotional belastende Situationen auf Dauer auch körperliche Beeinträchtigungen wie chronische Erkrankungen nach sich ziehen“, weiß Luck-Sikorski, die sich mit ihrer Forschungsgruppe COPE in Gera mit dem Zusammenhang von chronischen Erkrankungen und psychischer Gesundheit befasst.
Gefährliches Zusammenspiel: Belastungsstörungen und Diabetes
Klassische Symptome einer PTBS sind Vermeidungshaltungen, Flashbacks oder Alpträume. Betroffene sind durch diese ständigen Belastungen in ihrem sozialen und beruflichen Alltag sehr eingeschränkt. Auch auf die Stoffwechsellage hat dies einen gefährlichen Einfluss: Patientinnen und Patienten können sich oft kaum noch auf ein gutes Diabetesmanagement einlassen, vernachlässigen ihre Therapie und riskieren damit schwere gesundheitliche Schäden.
„In einer Verhaltenstherapie versuchen wir, Betroffene aus dieser Spirale herauszuholen. Das ist nicht nur wichtig, um die emotinale Schieflage zu korrigieren, sondern auch, um die Diabtestherapie gewissenhaft weiterführen zu können“, sagt Luck-Sikorsik. PTBS sei sehr gut behandelbar – aber nur, wenn eine geeignete Therapie frühzeitig eingeleitet wird.
VDBD bemängelt die unzureichende Finanzierung psychosozialer Angebote
Bei Verdacht auf PTBS rät der VDBD Diabetespatientinnen und -patienten daher, sich von ihrem Diabetesteam hinsichtlich einer Psychotherapie beraten zu lassen. Gleichzeitig weist der Verband darauf hin, dass sich PTBS-Betroffene unbedingt dem Zusammenhang zwischen ihrer psychischen Erkrankung und einem erhöhten Diabetesrisiko bewusst sein sollten.
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen könnten eine sich abzeichnende Stoffwechselerkrankung frühzeitig identifizieren. Darüber hinaus dürften psychosoziale Angebote nicht nur ein „Add-on“ sein, sondern müssten integraler Bestandteil der Diabetesbehandlung sein. Doch niederschwellige Beratungen außerhalb der Diabetesschulungen werden nicht oder nur unzureichend finanziert. Auch die sprechende Medizin sei nach wie vor unterfinanziert.
„Viele PTBS-Betroffene bleiben vermutlich in unserem System unerkannt oder kommen zu spät in die Psychotherapie, da das vertrauliche Arzt-Patienten-Gespräch fehlt oder ihnen schlicht kein psychotherapeutisches Angebot zur Verfügung steht“, bedauert die stellvertretende VDBD-Vorstandsvorsitzende Kathrin Boehm. Hier gelte es, seitens der Politik nachzubessern.
von Redaktion Diabetes-Anker
mit Materialien des VDBD
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kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 5 Tagen, 11 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen
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In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?




