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Ein Drittel der Menschen meidet Informationen zur eigenen Gesundheit
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Ein Drittel der Menschen möchte nichts über mögliche Krankheiten wissen – selbst wenn sie betroffen sein könnten. Auch unter Menschen mit Diabetes, für die ein bewusster Umgang mit der chronischen Erkrankung enorm wichtig ist, vermeidet fast ein Viertel solche Informationen. Eine Studie des Max-Planck-Instituts zeigt, warum viele medizinische Informationen zur eigenen Gesundheit lieber verdrängt werden.
Viele Krankheiten lassen sich besser behandeln, wenn sie früh erkannt werden. Dennoch nehmen zu wenige Menschen Vorsorge- oder Früherkennungsuntersuchungen wahr. Woran liegt das? Eine aktuelle Übersichtsarbeit des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung liefert eine überraschende Erklärung: Rund ein Drittel der Menschen will mögliche schlechte Nachrichten über die eigene Gesundheit lieber gar nicht erfahren.
„Eine Möglichkeit ist, dass Menschen sich ganz bewusst zu gewolltem Nichtwissen entscheiden. Das ist ein Phänomen, das wir bereits aus anderen Lebenskontexten kennen und das ganz vielfältige Gründe haben kann“, sagt Ralph Hertwig, Direktor des Forschungsbereichs Adaptive Realität am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und Mitautor der Studie.
Meta-Analyse von 92 Studien mit rund 565.000 Teilnehmenden aus 25 Ländern
Die Untersuchung, erschienen im Fachjournal Annals of Behavioral Medicine, wertet 92 Studien mit insgesamt 564.497 Teilnehmenden aus 25 Ländern aus. Erfasst wurden unter anderem Alzheimer, Huntington, HIV/Aids, Krebs und Diabetes. Als Informationsvermeidung definierten die Forschenden „jede Form von Verhalten, die darauf abzielt, die Beschaffung verfügbarer, aber potenziell unerwünschter Informationen zu verhindern oder zu verzögern“. Dazu zählt etwa, Arztbesuche hinauszuschieben, Tests nicht wahrzunehmen oder Aufklärungsmaterialien zu ignorieren.
Das Ergebnis: Fast ein Drittel der Befragten meidet medizinische Informationen – oder würde sie wahrscheinlich meiden. Besonders ausgeprägt war dies bei unheilbaren neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer (41 Prozent) und Huntington (40 Prozent). Bei behandelbaren schweren Krankheiten wie HIV (32 Prozent) oder Krebs (29 Prozent) sank die Quote, war aber immer noch hoch. Am geringsten, mit 24 Prozent, zeigte sich das Vermeidungsverhalten bei Diabetes, wobei gerade das Management der chronischen Stoffwechsel-Erkrankung und das notwendige Wissen darüber von großer Bedeutung ist, um Folge-Erkrankungen zu vermeiden.
Warum Menschen Informationen zur eigenen Gesundheit ausblenden
Warum blenden Menschen solche Informationen aus? Die Forschenden identifizierten 16 Faktoren, die dieses Verhalten begünstigen. Besonders stark wirkten kognitive Überforderung, ein geringes Gefühl der Selbstwirksamkeit, die Angst vor Stigmatisierung – etwa bei HIV – und vor allem mangelndes Vertrauen in das Gesundheitssystem. Geschlecht oder ethnische Zugehörigkeit spielten dagegen keine Rolle.
Ob und wie sehr dieses Verhalten den allgemeinen Gesundheitszustand beeinflusst, konnten die Forschenden nicht klären. Auch Vergleiche zwischen einzelnen Ländern zogen sie nicht.
Was sich daraus für die Gesundheitspolitik ableiten lässt
Trotzdem ergeben sich wichtige Hinweise für die Gesundheitspolitik: Informationsvermeidung ist kein Randphänomen – und auch nicht zwingend irrational. Vielmehr hängt sie eng mit gesellschaftlichen und strukturellen Rahmenbedingungen zusammen. „Unsere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass ein Rückgang des Vertrauens mit einem Anstieg der Informationsvermeidung einhergeht“, erklärt Konstantin Offer, Erstautor der Studie und Doktorand am Max-Planck-Institut.
„Die Steigerung des Vertrauens in das medizinische System könnte daher zu einer stärkeren Auseinandersetzung mit medizinischen Informationen führen.” Die Gründe für Informationsvermeidung, die die Studie herausarbeitet, bieten damit wertvolle Ansatzpunkte für politische Maßnahmen.
von Gregor Hess
mit Materialien des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung (MPIB)
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stephanie-haack postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 3 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
