- Aus der Community
Wohlfühlen in der „Sendepause“
3 Minuten

Es ist Juli. Ich könnte nicht glücklicher sein, denn täglich scheint mir die Sonne ins Gesicht. Ich stehe gut gelaunt und mit einem Lächeln auf, freue mich auf den Tag, auf den Weg zur Arbeit, den ich mit dem Fahrrad fahre, auf die Stunden, die ich an der Isar sitze und die Zeit für mich genieße, und ganz besonders freue ich mich, wenn dabei der Diabetes mitspielt. Denn dann hat dieser Sendepause. Das ist das Thema diesen Monat, um das es geht.
Hat der Diabetes auch mal Sendepause?
Um ehrlich zu sein, ist das eine schwierige Frage, über die ich eine Weile nachdenken musste. Wie soll er denn mal eine Sendepause haben, wenn er doch zu mir gehört und wir 24/7 aneinanderhängen?
Ich konnte die Frage für mich folgendermaßen beantworten:
Der Diabetes ist wie ein Kleinkind. Es gibt Tage, an denen er unglaublich viel Aufmerksamkeit und Fürsorge benötigt und mich von morgens bis abends beansprucht. Selbst nachts kann es sein, dass er sich da meldet und nach Zucker schreit. Ein Kind kann ich auch nicht schreien lassen und mir die Decke über das Gesicht ziehen. Ebenso wenig beim Diabetes.
Für mich persönlich hat der Diabetes dann Sendepause, wenn alles stimmt. Wenn ich morgens aufstehe und den Tag mit einem guten Blutzuckerwert beginne, dann kann ich für mich sagen: „Hey, super, das wird ein toller Tag.“ Ich brauche mir vorerst keine Sorgen zu machen, weil er zu hoch oder zu niedrig ist. Eine Sorge weniger – wie schön! Ich liebe solche Tage, na klar – wer denn nicht?
Der gute Start in den Tag
Auch von meiner Seite aus gehe ich mit dem Diabetes viel leichter um, wenn ich morgens schon mit einem guten Wert in den Tag starte. In dem Moment bin ich viel einfühlsamer und nehme mir mehr Zeit, als wenn der Tag nicht so nach Plan verläuft. Oft verstehe ich die Welt nicht mehr, wenn morgens auf meinem Messgerät ein Wert von 300 mg/dl (16,7 mmol/l) steht. Mein Kopf ist voller Fragen, die selbst ich mir oft nicht beantworten kann. Sehr anstrengend. Ich denke, dass das jeder von uns kennt, ganz egal ob Diabetiker/in oder nicht, stimmt’s?
Es braucht keine Krankheit oder gesundheitliche Einschränkung, um sich gut oder schlecht zu fühlen und dementsprechend mit dem eigenen Körper umzugehen. Das können simple Dinge sein, wie der Schlaf. Habe ich gut geschlafen, etwas Schönes geträumt und werde morgens im Bett von der Sonne geküsst, geht es mir doch besser, als wenn ich etwas Beunruhigendes geträumt und dazu noch zu wenige Stunden Schlaf abbekommen habe. Gebt ihr mir da Recht?
Zusammenfassend kann jeder sagen: Heute ist Sendepause. Denn heute fühle ich mich in meinem Körper wohl. Ich habe alles, was ich brauche, ich bin zufrieden, ausgeschlafen und heute lasse ich nichts Negatives an mich ran. Ich sorge für mich, für mein Wohlbefinden, damit ich so, wie ich den Tag begonnen habe, ihn auch abschließen kann. Glüklich, zufrieden und mit einem guten Gefühl.
Ladet eure Batterien auf
Sorgt gut für euch und eure Gesundheit. Ohne die könnten wir vieles nicht. Die vielen Schritte, die wir täglich gehen, die schweren Einkaufstüten, die wir tragen, die vielen Gedanken, die uns in den Köpfen sitzen, das Wetter, all das sind Aspekte, die unseren Körper in Anspruch nehmen. Gönnt ihm auch mal eine Sendepause, wenn er sie braucht, und ladet die Batterien wieder neu auf.
Diabetes hin oder her, alles steht und fällt mit unserem Wohlbefinden.
Habt eine tolle Woche, ihr Lieben!
Eure Divya
Tine hat darüber geschrieben, wie man die Diabetes-Therapie durch sein eigenes Wohlbefinden beeinflussen kann: Ohne dich ist alles doof! Warum DU der wichtigste Faktor bei deinem Diabetes bist!
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thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Wochen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]







Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße