- Soziales und Recht
„100 Jahre Insulin“: Insulin, DMP und das Diabetesleben
3 Minuten

„Und täglich pump’ ich Insulin“, mit diesen Worten brachte Matthias Steiner, früherer Gewichtheber mit Typ-1-Diabetes, seinen Alltag mit der Insulinpumpe auf den Punkt. Was heute kaum mehr vorstellbar ist: Vor 100 Jahren verlief der Diabetes noch tödlich. „100 Jahre Insulin“, diesen runden Geburtstag feierte diabetesDE im Juli in Berlin.
Gänsehaut-Momente – während des Festakts gab es sie immer wieder – ob bei den lebendigen Erzählungen zur Historie des Insulins oder den persönlichen Geschichten aus eigener Betroffenheit, wie von Matthias Steiner. Er berichtete über amüsante, aber auch beängstigende Situationen, die er im Rahmen seiner Insulinpumpentherapie schon erlebt hat (z. B. über eine nächtliche Odyssee von Apotheke zu Apotheke, weil das benötigte Zubehör fehlte). Sie machten alle deutlich: Auch ein professionalisiertes Diabetes-Management hat immer seine menschliche Seite.
Olympiasieger Matthias Steiner beim Festakt „100 Jahre Insulin“ in Berlin.
Eher trocken kam da die Politik daher, genauer Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, was wohl auch an seinem Dauerthema lag: der Umgang mit der Corona-Pandemie, der die politische Agenda in den zurückliegenden Monaten bestimmt und diverse Ressourcen gebunden habe, auch in seinem Ministerium, so Spahn. Natürlich ging es dann auch um den Diabetes: Für „sehr wichtig“ hält er hier das Disease-Management-Programm (DMP) Adipositas, das vor Kurzem gesetzlich verankert wurde.
Den zur Umsetzung der Nationalen Diabetes-Strategie notwendigen Schritt hatte der Bundestag im Juni beraten. Die Einführung eines strukturierten Behandlungsprogramms für Menschen mit starkem Übergewicht (Adipositas) konnte so noch vor der Sommerpause auf den Weg gebracht werden – mit dem Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG).
2002: erstes Jahr für die DMPs, erstes Jahr MdB für Jens Spahn
„Ich weiß noch, als wir zum ersten Mal über Disease-Management-Programme gesprochen haben, da hieß es immer: Rezeptbuchmedizin und Leitlinien braucht kein Mensch“, erinnerte Spahn und schob augenzwinkernd hinterher, dass er hier „etwas übertreibe“. 2002 wurden die DMPs in Deutschland eingeführt, genau in dem Jahr übrigens, als der heutige Bundesgesundheitsminister mit gerade mal 22 Jahren für die CDU in den Bundestag einzog.
Die viel diskutierten Behandlungsprogramme sollten die Diabetesversorgung verbessern, so der Plan, u. a. durch das Recht der Patient:innen auf Schulung und regelmäßige Kontrolltermine (Augenarzt, Fußkontrolle, Nierentest). Nach aktuellen Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) waren im zurückliegenden Jahr 4,5 Mio. Typ-2-Diabetes-Patient:innen in ein DMP eingeschrieben.
Die Debatte um das Für und Wider der DMPs sei in den letzten Jahren weitergegangen, erklärte Spahn, die Therapieentscheidung jedoch immer individuell geblieben. „Aber ein DMP macht für Patienten wie für Behandelnde einen Unterschied.“ Das zeigt auch eine kürzlich publizierte Analyse zur „Versorgungssituation und Mortalität von Patienten in Deutschland innerhalb und außerhalb des DMP Typ-2-Diabetes“, in der krankenkassenübergreifende Daten untersucht wurden.
Die Autoren kamen hier zu dem Schluss, dass die Übersterblichkeit von Patient:innen mit Typ-2-Diabetes in Deutschland, die in ein DMP eingeschlossen waren, niedriger ausfiel als bei den nicht eingeschriebenen Personen. Zudem hätten die Programme „vor dem Hintergrund neuerer Erkenntnisse für die Zukunft erhebliches Verbesserungspotenzial“.
Disease-Management-Programme: kontroverse Diskussion
Derzeit werden die DMPs im Bundestag wieder kontrovers diskutiert und Forderungen einzelner Politiker:innen laut, neben dem neuen DMP Adipositas noch weitere wie etwa für Patient:innen mit Bluthochdruck einzuführen. Geht es nach Spahn, sollte man die Programme aber eher „breiter ziehen“, da es hier häufig Parallelen gebe, etwa beim Thema „Bewegung und Ernährung“.
Matthias Steiner hatte da noch einen weiteren Vorschlag: frühzeitige Präventionsprogramme etablieren, die klassische Volksleiden wie Typ-2-Diabetes oder Adipositas gar nicht erst entstehen lassen.
Autorin:
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Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (9) Seite 46-47
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florahdo postete ein Update vor 5 Tagen, 12 Stunden
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 1 Woche
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
moira postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo!
Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
Ich wüsste gerne wie gut das klappt.- moira antwortete vor 1 Woche
Ich meinte Liberty





Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?