20 Mio. potenzielle Wähler fordern Diabetes als Wahlkampfthema

3 Minuten

© diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe
20 Mio. potenzielle Wähler fordern Diabetes als Wahlkampfthema

Die Mitmach-Kampagne „Diabetes STOPPEN. Jetzt handeln!“ appelliert an die Betroffenen und Angehörigen, die Politiker von der Notwendigkeit eines Nationalen Diabetesplans zu überzeugen und das Thema Diabetes auf die politische Agenda für die neue Legislaturperiode zu bringen.

6,7 Millionen Menschen in Deutschland haben Diabetes. Täglich kommen 1.000 Neuerkrankte hinzu. Auch die Angehörigen müssen sich mit der täglichen Einschränkung durch die Diabetes-Last der Betroffenen auseinandersetzen und sie mittragen. So kommen geschätzte 20 Millionen potenzielle Wähler für die Bundestagswahl 2017 zusammen, die an patientenzentrierten Lösungen interessiert sind und sich für Diabetes als Wahlkampfthema stark machen.

Alle Interessierten sind daher aufgefordert, sich über die Website der Kampagne „Diabetes STOPPEN. Jetzt handeln!“ einen Termin bei ihrem Wahlkreisabgeordneten zu machen oder eine E-Card mit dem eigenen Foto, die die persönliche Diabetes-Last thematisiert, an Bundeskanzlerin Angela Merkel oder den Kanzlerkandidaten Martin Schulz zu senden.

Vieles wurde bereits erreicht – ein Nationaler Diabetesplan fehlt jedoch noch immer

Die Kampagne – mit der zentralen Forderung nach einem Nationalen Diabetesplan für Deutschland – geht 2017 ins fünfte Jahr. Vieles wurde in der nun zu Ende gehenden Legislaturperiode bereits erreicht: Seit 2015 wird ein neues Diabetes-Überwachungssystem in der für die Gesundheitsberichterstattung des Bundes zuständigen Behörde (Robert-Koch-Institut) aufgebaut. Mit Inkrafttreten des neuen Präventionsgesetzes 2016 sind die Risikosenkung, die frühe Erkennung und frühe Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 nationales Gesundheitsziel Nr. 1.

Derzeit wird durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine Aufklärungs- und Informationskampagne zu Diabetes und seinen Folgeerkrankungen erarbeitet. Auch in der Versorgung gab es Erfolge: So ist bei ärztlicher Verschreibung das kontinuierliche Glukosemonitoring in begründeten Fällen seit Kurzem erstattungsfähig. Das große Ziel, der Nationale Diabetesplan oder auch eine Nationale Diabetesstrategie, wurde aber noch nicht erreicht.

„Unverständlich, wieso die Bundesregierung hier nur mit angezogener Handbremse fährt“

„Angesichts der kontinuierlich steigenden Zahl der Erkrankten ist es für uns völlig unverständlich, warum die Bundesregierung hier nur mit angezogener Handbremse fährt. Selbst Österreich hat im April 2017 eine Nationale Diabetesstrategie beschlossen. Damit haben mittlerweile 20 von 28 Europäischen Ländern diese Empfehlung von Vereinten Nationen und Europaparlament umgesetzt“, betont Dr. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

Für die Menschen mit Diabetes und ihre Angehörigen ist die Diagnose ein folgenschwerer Einschnitt: Sie müssen fortan tagtäglich mit der Krankheit leben, für den Rest ihres Lebens. „Stoffwechselgesunde Menschen können kaum nachvollziehen, welche Last eine chronische Krankheit wie Diabetes mit sich bringt“, sagt Jan Twachtmann, Vorstandsvorsitzender der Selbsthilfeorganisation Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M), selbst an Typ 1 erkrankt.

„Während sich ein gesunder Mensch von einer akuten Krankheit mehr oder weniger schnell erholen kann, wiegt die Diabetes-Last für die chronisch Erkrankten schwer und zunehmend schwerer. Denn mit der Zeit können sich Folgekrankheiten wie Erblindung, Nierenversagen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Amputationen einstellen. Jeder Zweite ist in seiner Lebensqualität eingeschränkt. Eine schnellere Erstattung moderner Therapien und Hilfsmittel wäre uns Patienten eine große Hilfe. Wir brauchen auch mehr staatlich gefördertes Engagement in der Selbsthilfe“, so Twachtmann weiter.

Patienten sollen endlich ein Mitbestimmungsrecht in Entscheidungsgremien erhalten

Ein Nationaler Diabetesplan würde nicht nur die Früherkennung systematisieren, Schulungen verbessern und dadurch mehr Lebensqualität für Betroffene und Angehörige ermöglichen, er würde auch eine verhältnispräventiv ausgerichtete Prävention vorantreiben. Die Diabetesorganisationen fordern darüber hinaus als Herzstück eines Nationalen Diabetesplans ein epidemiologisch-klinisches Diabetes-Register, das langfristig eine bestmögliche Versorgung sichern kann.

„Besonders wichtig ist uns auch, dass wir als Patienten endlich ein Mitbestimmungsrecht in den versorgungsrelevanten Entscheidungsgremien erhalten“, fordert Rechtsanwalt Twachtmann.

„2017 ist Bundestagswahljahr. Darum müssen wir jetzt handeln! Jeder Politiker möchte wiedergewählt werden und braucht möglichst viele Wählerstimmen. Wir appellieren an die Betroffenen und Angehörigen, die Politiker von der Notwendigkeit eines Nationalen Diabetesplans auch für Deutschland zu überzeugen. Diabetes muss auf die politische Agenda für die neue Legislaturperiode. Bitte bringen Sie sich jetzt aktiv ein in die Kampagne „Diabetes STOPPEN. Jetzt handeln!“, ermutigt Dr. Kröger zum Mitmachen.

Mitmachen: Mit wenigen Klicks können auch Sie einen wertvollen Beitrag liefern!

„Auf der Kampagnen-Website ist alles so vorbereitet, dass Sie mit wenigen Klicks einen wertvollen Beitrag liefern können“, so der niedergelassene Diabetologe. Wie das geht, erfahren Sie unter www.diabetes-stoppen.de/mitmachen.


Quelle: Pressemitteilung von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Diabetes-Anker-Podcast: Diabetisches Fußsyndrom – wie können Menschen mit Diabetes ihre Füße schützen, Herr Dr. Zink?
Diabetes-Anker-Podcast: Diabetisches Fußsyndrom – wie können Menschen mit Diabetes ihre Füße schützen, Herr Dr. Zink? | Foto: MedTriX / zVg

2 Minuten

Dr. Michael Bösch im Interview: Mit „DiaWalk“ die Menschen zu mehr Bewegung aktivieren
Der Diabetologe Dr. Michael Bösch aus Tuttlingen bringt, zusammen mit anderen, beim DiaWalk ehrenamtlich viele Menschen in Bewegung – und wünscht sich, dass das für den einen oder die andere eine Initialzündung ist für einen gesünderen Lebensstil. Im Interview berichtet er von diesem Projekt.
Dr. Michael Bösch im Interview: Mit DiaWalk die Menschen zu mehr Bewegung aktivieren | Foto: Mailin Müller

12 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

    • Hallo hexle,
      ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
      Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
      Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”

      Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.

      Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.

      Beste Grüße

    • PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.

    • Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.

    • @ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.

    • @schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….

  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

    • crismo antwortete vor 1 Woche

      @gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…

      Kann es nur empfehlen!!!

Verbände