Diabetes-Strategie: „Klarer Auftrag!“

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Diabetes-Strategie: „Klarer Auftrag!“

Kurz vor der Bundestagswahl haben wir nochmals an den richtigen Stellen im Bundestag zum Thema „Diabetes“ nachgehakt, z. B. wie es mit der Nationalen Diabetes-Strategie weitergeht und welche politische Bedeutung die Diabetes-Selbsthilfe hat. Denn: Nach der Wahl ist vor der Wahl!

Die Aussagen von Gesundheitspolitiker:innen der Union, SPD und Bündnis 90/Die Grünen holten wir mitten im Wahlkampf ein. Im August wurden sie in Berlin „offiziell“ verlesen – bei der 70-Jahr-Feier des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB)

Diabetes-Strategie: sechsjähriger ­Verhandlungsmarathon

„Die Diabetes-Selbsthilfe ist ein wichtiger Partner in unserem Gesundheitssystem“, erklärt etwa Dietrich Monstadt, MdB, insulinbehandelter Typ-2-Diabetiker und Berichterstatter u. a. für Diabetes und Adipositas der CDU/CSU-Fraktion. Denn: „Die Diagnose kann anfangs ein Schock sein – bei mir war es so. Daher ist es wichtig zu wissen, dass man damit nicht allein ist.“

Die Verabschiedung der Nationalen Diabetes-­Strategie sieht er „für seinen ganz persönlichen Bereich“ als „großen Erfolg“, an deren Umsetzung er sechs Jahre gearbeitet und sich dafür eingesetzt habe, dass sie im Koalitionsvertrag, den er mitverhandelt habe, eingeflossen sei, so Monstadt. Im Juli 2020 waren die Vorgaben für eine Diabetes-Strategie vom Bundestag verabschiedet worden (wir berichteten mehrfach). „So eine Strategie kann aber nur der Anfang sein. Nun gilt es auch umzusetzen“, betont er.

Bislang fehlten allerdings konkrete Maßnahmen. Ein wesentlicher Punkt aber – das Disease-Management-Programm (DMP) Adipositas – konnte im Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) im Juni mit umgesetzt werden. Dietrich Monstadt: „Nun hoffe ich, dass wir in der kommenden Legislatur weitere Schritte gehen werden.“

Selbsthilfe vor Ort: oft besser als nationale Kampagnen!

Sabine Dittmar, MdB und gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Bundestag, hält die Selbsthilfe vor Ort für „wichtig und unverzichtbar“. Sie sieht viele gute Initiativen, die sich „in der Prävention und für die Patienten“ einsetzten. „Da sie meist regional und damit nahe an den Menschen agieren, erreichen sie diese oft besser als nationale Kampagnen“, so Dittmar.

Zur Diabetes-Strategie erklärt sie, dass es „nach zähen Verhandlungen mit der Union“ im zurückliegenden Jahr endlich gelungen sei, den Antrag „Start einer Nationalen Diabetes-Strategie“ zu verabschieden. Dittmar dazu: „Das Bundesgesundheitsministerium hat damit den klaren Auftrag, eine Diabetes-Strategie der Bundesregierung zu entwickeln.“ Diese müsse in eine „ressortübergreifende Strategie für Gesundheitsförderung und Prävention“ münden.

Auch die „Grundpfeiler der Diabetes-Präventionsarbeit“, wie die Sprecherin sie nennt – Ernährung und Bewegung – sollten „ebenbürtig verankert“ und die Versorgung der Diabetespatienten verbessert werden. „Das ist unser und mein großes Ziel. Es wird Zeit, dass die Umsetzung im Ministerium endlich in Angriff genommen wird“, fordert sie.

Kordula Schulz-Asche, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, ist Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik, hat selbst Typ-2-Diabetes und kennt die täglichen Herausforderungen des Dia­betes-Managements. „Die Diabetes-Selbsthilfe hilft Betroffenen, sich selbstbewusster in der Gesundheitsversorgung zu bewegen“, weiß sie.

Auch Schulz-Asche fordert, bei der Diabetes-Strategie endlich konkret zu werden: „Die integrierte Versorgung, bei der verschiedene Gesundheitsberufe eng zusammenarbeiten, bildet bisher die Ausnahme. Innovative Versorgungsmodelle für die Diabetes-Versorgung und Prävention müssen daher gestärkt werden.“ Die Strategie sieht sie hier als mögliche „gemeinsame Plattform zur Vereinbarung gemeinsamer Ziele und Handlungsschritte“. Wir halten Sie auf dem Laufenden!


von Angela Monecke

Angela Monecke ist eine erfahrene und bestens vernetzte Journalistin, die für den Diabetes-Anker aus Berlin über gesundheitspolitische Themen Berichtet. Die gebürtige Schwäbin hat selbst Typ-1-Diabetes und ist zudem Chefredakteurin der Zeitschrift „Der Nierenpatient“.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (10) Seite 46-47

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  • Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!

    Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB

    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂

  • mr postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?

  • moira postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo!
    Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
    Ich wüsste gerne wie gut das klappt.