Die Stille zwischen Ärger und Aufklärung

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Die Stille zwischen Ärger und Aufklärung

Ich war lange Zeit eine der ersten Personen, die sich aufregte, wenn es um übergriffige und fehlerhafte Kommentare von Menschen ohne jegliches Diabetes-Wissen ging. Und seien wir ehrlich: Ich bin es noch immer! Das Problem dabei war aber bisher: Ich war nie eine laute Person und selten richtig mutig. Also habe ich mich in mich hinein geärgert oder meiner Empörung bei Freund*innen Luft gemacht, die meinen Standpunkt verstanden.

Zu Aufklärung gehört auch Mut

Es fiel mir schon immer schwer, jemandem ganz direkt zu widersprechen – selbst wenn dieser Mensch eindeutig nicht richtig informiert war und einfach Nonsens von sich gab. Das ist keine Eigenschaft von mir, die ich sonderlich gut finde. Aber immerhin ist mir bewusst, dass diese Art des Umgangs mit für mich unangenehmen Situationen nicht ideal ist. Ich arbeite daran und weiß, dass ich in diesem Punkt mutiger werden muss.

Bezogen auf meine Typ-1-Diabetes-Diagnose gab es immer wieder Momente, in denen ich Vorurteilen, schlichter Unwissenheit und manchmal auch Grenzüberschreitungen begegnet bin. Und natürlich gibt es diese Situationen immer noch und immer noch ärgere ich mich darüber. In meinem Kopf startet dann ein Monolog mit Fakten, Geschichten und dem Wunsch, dass Menschen besser informiert werden. Oder sich aktiv besser informieren, bevor sie ihre Meinung zu etwas herausposaunen. Aber das findet bisher eben nur in meinem Kopf statt. Ich sage zu oft „Hm, naja…“ anstatt „Nee, das stimmt so nicht“ in Momenten, in denen es wichtig wäre.

Für mich einstehen vs. für die gesamte Community einstehen

In der Podcast-Episode 36 habe ich davon erzählt, dass der Diabetes mich mehr oder weniger dazu gedrängt hat, für mich einzustehen und in irgendeiner Form selbstbewusster zu werden. Doch das bezieht sich tatsächlich eher auf Umstände, in denen eine prompte Lösung für meine persönliche Lage hermuss. Beispielsweise weil ich unterzuckert bin und eine Pause brauche – egal, ob das in den Plan der anderen Person passt oder nicht.

Quelle: Pixabay

In der Diabetes-Aufklärung bin ich schüchterner. Nicht, wenn ich das Ganze durch Informationen, die ich auf verschiedenen Wegen teile, unterstützen kann, wie beispielsweise durch die Arbeit für die Blood Sugar Lounge. Sondern dann, wenn ich mich unter Umständen einem Konflikt aussetzen muss. Das will ich ändern. Denn ich frage mich immer öfter: „Wie kann ich von Menschen, die keinerlei Berührungspunkte mit Diabetes haben, erwarten, dass sie informiert sind oder sich informieren? Wie kann ich das erwarten, wenn ich sie in den Momenten, wo sie etwas falsch machen, nicht darauf hinweise?“

Kleine Schritte mit hoffentlich großer Wirkung

Durch den Weltdiabetestag gab es in den letzten Tagen wieder (insbesondere in den sozialen Medien) vermehrt Äußerungen zum Krankheitsbild des Diabetes im Allgemeinen, die teils sehr verwirrend und nicht richtig waren. Sofort sprang mein „Menschen sind so blöd, das ist alles so blöd!“-Mechanismus an und ich ärgerte mich vor mich hin. Das übliche Muster eben. Bis ich dann 10 Minuten später einen Kommentar verfasste und versuchte, trotz Konflikt-Potentials, Aufklärung zu leisten. Für manche mag das nach einem ganz kleinen Schritt klingen, aber für mich war das ein Beweis dafür, dass ich mich weiterentwickele. Als Mensch und als Mensch mit Diabetes.


Das Thema greift auch Caro in ihrem Beitrag Wie kann jeder Einzelne von uns für Aufklärung sorgen? auf.

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  • Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!

  • Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!

    Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.

    Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.

    LG Wolfgang

  • Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!

    • Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
      Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
      Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
      Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
      Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter!

    • @suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊

    • Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
      Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
      Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
      auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.

      Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.

      Gruss Wolfgang

    • Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.

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