Gesund leben in der Pandemie? Schwierig!

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Gesund leben in der Pandemie? Schwierig!

Tagsüber im Homeoffice mit Keksen und Schokolade, abends auf der Couch mit Chips: Die Corona-Pandemie ist der Diabetes- und Adipositasprävention nicht gerade förderlich.

Dies wurde im Rahmen einer politischen Podiumsdiskussion zum Thema „Corona und Diabetes“ diskutiert, die diabetesDE im Juni in Berlin veranstaltet hat. Wegen seiner meist düsteren COVID-19-Prognosen gilt er inzwischen als „Pessimist der Nation“: Prof. Dr. Karl Lauterbach (MdB, SPD). Auch mit Blick auf die Diabetes-Pandemie sehen seine Zukunftsaussichten nicht gerade gut aus: „Da bekommen wir noch ein Problem, weil Bewegungsarmut, Gewichtszunahme und das Versäumen von Arztterminen zusammenkommen.“

Der SPD-Gesundheitsexperte rechnet dadurch mit vielen weiteren neuen Diabetesfällen. Auf dem Vormarsch befindet sich momentan auch die hochinfektiöse Delta-Variante des Coronavirus. Lauterbach, der selbst als Impf­arzt in einem Impfzentrum in Leverkusen aushilft, fordert hier: „Wir müssen Menschen mit Diabetes und mit den Vorstufen des Diabetes bevorzugt impfen, das ist gar keine Frage.“

Prof. Dr. Karl Lauterbach (MdB, SPD).

Die Einführung eines strukturierten Behandlungsprogramms für Menschen mit starkem Übergewicht – das Disease Management Programm (DMP) Adipositas – über das der Bundestag derzeit berät, findet er „großartig“ (wir berichteten, siehe www.bit.ly/2UD4iTR). Ob eine individualisierte Ernährungsberatung dann auch in das neue DMP Adipositas aufgenommen werde, wurde vom Publikum im Chat gefragt. Lauterbach plädiert dafür, vor allem wegen der teils starken kulturellen Unterschiede der Patient:innen: „Ich kann keine deutsche Hausmannskost anbieten, wenn die Menschen aus dem arabischen Raum kommen.“

Diabetes-Strategie – ein „Papiertiger“?

Dietrich Monstadt (MDB, CDU) sei einer „der Treiber, schon seit Jahren“, damit die Nationale Diabetes-Strategie (NDS) endlich ins Rollen kommt, sagte Moderator Wolfgang van den Bergh, Herausgeber der Ärzte Zeitung. Seit Juli 2020 ist die Strategie beschlossene Sache. Doch wie lässt sich verhindern, dass sie zum „Papiertiger“ mutiert?

Dietrich Monstadt (MdB, CDU).

Es sei „ein starkes und klares Bekenntnis“, dass das Parlament den Diabetes als Volkskrankheit zur Kenntnis genommen habe, um die man sich nun „speziell kümmern“ müsse. ­Monstadt ist u. a. Berichterstatter für Diabetes und Adipositas der CDU​/CSU-Fraktion und selbst an einem insulinbehandelten Typ-2-­Diabetes erkrankt. Durch die Corona-Pandemie sei die NDS jedoch erneut ins Stocken geraten. Die Strategie hätte über das Bundesgesundheitsministerium, aber auch ressort­über­greifend von anderen Ministerien auf den Weg gebracht werden können. Die Umsetzung hake demnach noch, hier müssten nun endlich konkrete Schritte folgen.

Ernähren Sie sich gesund, bewegen Sie sich doch mehr: Diese Appelle seien weitgehend wirkungslos, da sie im Alltag nicht funktionierten, erklärte Dr. Kirsten Kappert-Gonther (MdB, Bündnis 90/Die Grünen). Für gesunde Lebensbedingungen zu sorgen, sei vielmehr eine politische Aufgabe – damit es „wahrscheinlicher wird, dass sich die Menschen gut und gerne bewegen – von Kindesbeinen an“.

Dr. Kirsten Kappert-­Gonther (MdB, Bündnis 90/Die Grünen).

Bevor Karl Lauterbach wegen eines Folgetermins die Podiumsdiskussion vorzeitig verlassen musste, gab er noch eine – diesmal eher positive – Prognose ab. Wie das Robert Koch-­Institut bereits bekannt gab, gilt die Delta-Variante für Deutschland als dominant. Von einer „großen Welle“ und dass „wir nochmals in einen Lockdown müssen“, geht Lauterbach aber nicht aus. Inzwischen seien viele Menschen geimpft. Das Risiko für die Ungeimpften schätze er allerdings als „enorm hoch ein“.

Die komplette Veranstaltung im Video:



Autorin:

Angela Monecke
Redaktionsbüro Angela Monecke
Kopenhagener Str. 74, 10437 Berlin

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (8) Seite 48-49

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  • Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Tag, 11 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 1 Tag

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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