- Soziales und Recht
Individualisierte Ernährungsberatung zu 100 Prozent erstatten!
3 Minuten

Viele Menschen mit Diabetes benötigen eine individualisierte Ernährungsberatung. Diese wichtige Säule der Therapie wird derzeit aber nur zu 60 bis 80 Prozent von den Krankenkassen erstattet. Das Ergebnis: Viele Betroffene können sich die Ernährungsberatung nicht leisten. Die digitale Beteiligungsplattform www.diabetes-stimme.de – an der sich auch da Diabetes-Journal beteiligt – fordert daher, dass diese finanzielle Hürde abgeschafft wird.
Wie sich Menschen ernähren, beeinflusst ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden – gerade bei Menschen mit Diabetes. Die Ernährung wirkt sich direkt auf den Glukosespiegel aus, positiv oder negativ. Doch welche Lebensmittel wem guttun und in welcher Menge – das lässt sich nicht über einen Kamm scheren. Jeder Mensch i(s)st anders und reagiert anders. Daher
Finanzielle Belastung ist für viele eine unüberwindbare Barriere
„Eine individualisierte Ernährung beugt Blutzuckerentgleisungen am besten vor. Dort möchten wir ansetzen und Menschen mit Diabetes (Typ 1 oder Typ 2) die vollständige Erstattung einer individualisierten Ernährungsberatung ermöglichen“, erklärt Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, der Initiatorin der digitalen Bürger-Beteiligungsplattform diabetes-stimme.de (siehe folgenden Kasten).
www.diabetes-Stimme.de ist eine Initiative der „Digitalen Allianz Typ 2“, einem Zusammenschluss von 18 Diabetesorganisationen und Fachverlagen, mit dem Ziel, möglichst viele Menschen mit Diabetes, ihre Angehörigen und Freunde, Risikopersonen und Interessierte zu motivieren, sich mit einem Klick an gesundheitspolitischen Forderungen zu beteiligen.
Laut einer Umfrage von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe mit mehr als 1.500 Teilnehmern fühlen sich 86 Prozent der Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht angemessen in der Politik vertreten. Das will die neue Digitale Allianz Diabetes Typ 2, ein Bündnis aus 16 Diabetesorganisationen und Fachverlagen, ändern!
Sie hat sich nun zum Ziel gesetzt, den Patienten Stimme und Volumen zu verschaffen: „Unsere gemeinsame Vision ist es, den sieben Millionen Menschen mit Diabetes eine laute Stimme zu geben, damit sie direkt auf politische Prozesse Einfluss nehmen können. „Wir hören Menschen mit Diabetes zu und helfen, ihr Leben zu verbessern“, erläutert Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE.
In der Digitale Allianz Diabetes Typ 2 sind alle Diabetes-Selbsthilfeverbände Deutschlands (DDH-M, DDF, DDB, Diabetikerbund Bayern), drei Fachverlage (Kirchheim, Wort & BiId, „enjoy life Initiative“), wissenschaftliche Organisationen wie die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), der Verband der niedergelassenen Diabetologen (BVND) und der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) sowie die Initiatorin diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe als politische Patientenvertretung vernetzt.
„Mit der Digitalen Allianz Typ 2 betreten wir und unsere Partner absolutes Neuland. Sie ist zum einen die folgerichtige Transformation der politischen Interessenvertretung von Betroffenen, Angehörigen und Risikopatienten in das digitale Zeitalter unter dem Eindruck der zunehmenden Erosion der klassischen Selbsthilfe“, so Nicole Mattig-Fabian, diabetesDE-Geschäftsführerin.
Mattig-Fabian weiter: „Darüber hinaus sind jedoch auch besorgte Fachleute und Publizisten beteiligt, die sich auf Basis ihrer Fachkenntnis im Bereich Diabetes und aus einer gesellschaftlichen Verantwortung heraus verpflichtet sehen, notwendigen gesellschaftspolitischen Veränderungen aktiv den Weg zu bahnen.“
Eine eigene Webpräsenz bündelt und verstärkt die Vielstimmigkeit. Auf www.diabetes-stimme.de laufen ab heute vierteljährlich E-Mail-Aktionen zu Schwerpunktthemen, die sich in der Umfrage herauskristallisiert haben. Betroffene und Interessierte können sich hier mittels eines per E-Mail versendbaren Aktionsbriefes (siehe Formular am Ende des Textes) direkt an politische Entscheider wenden und ihren Forderungen Ausdruck – Stimme – verleihen.
Derzeit ist dies eine hundertprozentige Erstattung nicht der Fall: Die Krankenkassen übernehmen gerade einmal 60 bis 80 Prozent der Kosten, die bis zu 400 Euro liegen können. „Für die Betroffenen stellt diese finanzielle Belastung oft eine unüberwindbare Barriere dar“, ergänzt Mattig-Fabian.
Eine individuellen Ernährungsberatung wird vielen nicht angeboten
Dabei wird die Ernährungstherapie auch in der „Nationalen VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes“ explizit empfohlen, um dem Entstehen von Folgeerkrankungen des Diabetes vorzubeugen beziehungsweise hinauszuzögern. Trotz dieser Empfehlung erhalten viele Patientinnen und Patienten mit Diabetes anstelle einer individuellen Ernährungsberatung durch eine Ernährungsfachkraft lediglich allgemeine Ernährungsempfehlungen.
„Auch in dem geplanten DMP Adipositas sollte eine individualisierte Ernährungsberatung expliziter Bestandteil sein, um einem Diabetes mellitus Typ 2 schon in diesem Stadium vorzubeugen“, fordert auch der Vorstandsvorsitzende vom Bundesverband der niedergelassenen Diabetologen (BVND), Dr. med. Nikolaus Scheper.
Hundertprozentige Erstattung: Machen Sie mit bei der E-Mail Aktion!
„Lassen Sie uns gemeinsam unsere Diabetes-Stimme erheben und machen Sie mit!“, sagt auch Ümit Sahin (37), selbst von Diabetes-Typ-2 betroffen. Auch er kann sich eine individualisierte Ernährungsberatung nicht leisten und fordert die Diabetes-Community zum Mitmachen auf: Die E-Mail-Aktion Individualisierte Ernährungsberatung zu 100 Prozent erstatten! richtet sich direkt an Gesundheitsminister Jens Spahn, Professor Josef Hecken, den unparteiischen Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) und Dr. Doris Pfeiffer, die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes.
Sind Sie auch dieser Meinung?
Dann machen Sie mit unter www.diabetes-stimme.de oder direkt hier über dieses Formular:
Vorangegangene Aktionen von www.diabetes-stimme.de
- Menschen mit Diabetes fordern Nährwertangaben auf Speisekarten
- Initiative fordert: Diabetes-Aufklärung statt Diabetes-Stigma!
- Aktionsbündnis ruft auf zur digitalen Bürgerbeteiligung
Quelle: diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe | Redaktion
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florahdo postete ein Update vor 5 Tagen, 12 Stunden
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 1 Woche
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
moira postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo!
Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
Ich wüsste gerne wie gut das klappt.- moira antwortete vor 1 Woche
Ich meinte Liberty




Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?