Kolumne | Zum guten Schluss: Besser nur einer für alle

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Kolumne | Zum guten Schluss: Besser nur einer für alle

Wer sich mit Diabetes in einer Selbsthilfegruppe engagieren will, findet heute unzählige Verbände statt einer klaren Anlaufstelle. In der Kolumne „Zum guten Schluss“ fragt sich Alex Adabei: Warum nicht einer für alle?

Neulich traf ich einen alten Bekannten. Er hat seit einigen Jahren einen Typ-2-Diabetes und benötigt seit Kurzem eine Therapie mit Insulin. So wurde ihm noch einmal deutlich, was der Diabetes bedeutet, und er arbeitet noch daran, die neue Therapie in sein Leben zu integrieren.

Dabei meinte er: “Sag mal, Du kennst Dich doch ein bisschen aus … Wenn ich anderen, die in meiner Situation sind, mit meinen Erfahrungen helfen will und auch sonst, wäre es doch gut, wenn ich Mitglied in der Diabetes-Selbsthilfe werde und mich vielleicht sogar dort engagiere, oder?” Natürlich unterstützte ich ihn in seiner Haltung – schließlich ist Selbsthilfe-Arbeit wichtig!

Dann aber kam es! “Ich habe mal ein bisschen im Internet rumgesucht”, erzählte er. “Da habe ich so viele Verbände, Organisationen und Diabetiker-Bünde gefunden – welcher ist denn nun der richtige?” Tja, da war guter Rat teuer. Jetzt war da jemand, der Interesse hat, aber welches die “richtige” Gruppe ist, konnte ich ihm nicht sagen. Es ist ja auch so, dass alle behaupten, für alle Menschen mit Diabetes in Deutschland da zu sein und sie zu vertreten.

„Früher gab’s nur einen einzigen Verband…“

Wehmütig blickte ich mit ihm zusammen in die Vergangenheit. “Weißt Du, vor einigen Jahren war das alles viel einfacher. Da gab es einen einzigen Verband, der sich die Diabetes-Selbsthilfe auf die Fahnen geschrieben hatte. Der war politisch anerkannt und jeder wusste, wohin er sich wenden konnte. Problematisch war nur, dass es auch damals lauter einzelne Landesverbände gab, die in einem gewissen Rahmen machen konnten, was sie wollten. Ein nur über die Bundesebene gesteuerter Verband wäre mir noch lieber gewesen.”

“Und warum ist das nicht mehr so?”, wollte er wissen. Da erzählte ich ihm von einem Artikel, den ich gerade in der Tageszeitung gelesen hatte. Dort ging es um das Gefühl des Opfer-Seins und Autor Simon Rilling hatte geschrieben: “Angesichts der immer zahlreicher werdenden Opfer und der noch zahlreicheren Opfervertreter, die sich das Leid anderer zu eigen machen, geraten Opfergruppen in Konkurrenz, geht die Solidarität der Diskriminierten verloren.” Schöner konnte ich es ihm auch nicht erklären – und Mitglied in der Diabetes-Selbsthilfe ist er nicht geworden …

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.


von Alex Adabei

Alex Adabei war ein fiktiver Charakter im Rahmen der Kolumne „Zum guten Schluss“, die von 2013 bis 2024 im Diabetes-Journal erschienen ist. Hinter der Rolle als Frau mit vielen Bekannten und Verwandten mit Typ-2-Diabetes, die von ihren Typ-F-Erfahrungen berichtete, steckte ein echter Mensch, mit ähnlichem Hintergrund.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2022; 71 (8) Seite 82

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  • uho1 postete ein Update vor 1 Tag, 4 Stunden

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂