Kolumne | Zum guten Schluss: Diskriminierung durch Technik

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© Christian Mentzel
Kolumne | Zum guten Schluss: Diskriminierung durch Technik

Sind Sie heute schon diskriminiert worden? Das passiert immer wieder, ohne dass man es als Diskriminierung wahrnimmt – und deshalb auch nicht thematisiert. Im Diabetes-Journal wurde schon häufig darüber geschrieben. Und ich habe den Eindruck, dass Diskriminierung inzwischen in der aufgeklärten Diabetes-Community immer mehr ein Thema ist.

Aber ist das Problem dieser absichtlichen, oft aber auch unabsichtlichen Benachteiligung oder Verletzung bereits in der Breite der Bevölkerung angekommen? Gerade Menschen mit chronischen Erkrankungen erleben immer wieder, dass andere, die kein Wissen über solche Erkrankungen haben, dumme Bemerkungen machen – und gar nicht merken, dass sie gerade eine Grenze überschritten haben.

Interessant war neulich der Bericht einer Freundin. Sie hatte vor Jahren eine akute extreme Schwellung ihrer Augenlider und sah heftig aus. Sie habe damals überhaupt erst gemerkt, was es bedeute, anders auszusehen und angestarrt zu werden. Ihr war vorher nicht bewusst, wie schwierig das für einen sein kann.

Auch Technik kann diskriminieren, benachteiligen und ausgrenzen

Hieran müssen wir alle gemeinsam arbeiten. Das gilt nicht nur für das menschliche Miteinander. Auch Technik kann diskriminieren, benachteiligen und ausgrenzen. Mir kommt da sofort das zunehmende Umstellen vieler Prozesse von Papier ins Digitale in den Sinn.

Neulich aber erzählte mir ein Bekannter von einer ganz anderen Art der Diskriminierung: durch die Technik an sich. Er fährt einen modernen Wagen, der, wie das heute üblich ist, selbst die Geschwindigkeit einhält, bremst, wenn nötig, die Spur hält und vieles mehr. Was er auch kann, ist, vor Hindernissen zu warnen.

Eines Tages fuhr mein Bekannter auf einer größeren Straße mit einem Fahrrad-Streifen. Normalerweise akzeptiert das Auto die dort Radfahrenden ohne Probleme. Aber an diesem Tag fuhr dort korrekt auf dem Streifen eine korpulente Dame. Was machte der Wagen? Er meldete, dass ein großes Hindernis vor ihm sei.

Die Dame bekam davon natürlich nichts mit und fühlte sich demnach nicht diskriminiert. Aber meinem Bekannten stieß es schon sauer auf, dass selbst die Technik nicht ohne Diskriminierung arbeitet.

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

von Alex Adabei

Alex Adabei war ein fiktiver Charakter im Rahmen der Kolumne „Zum guten Schluss“, die von 2013 bis 2024 im Diabetes-Journal erschienen ist. Hinter der Rolle als Frau mit vielen Bekannten und Verwandten mit Typ-2-Diabetes, die von ihren Typ-F-Erfahrungen berichtete, steckte ein echter Mensch, mit ähnlichem Hintergrund.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2024; 72 (5) Seite 82

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 2 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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