- Soziales und Recht
Kolumne | Zum guten Schluss: Diskriminierung durch Technik
2 Minuten

Sind Sie heute schon diskriminiert worden? Das passiert immer wieder, ohne dass man es als Diskriminierung wahrnimmt – und deshalb auch nicht thematisiert. Im Diabetes-Journal wurde schon häufig darüber geschrieben. Und ich habe den Eindruck, dass Diskriminierung inzwischen in der aufgeklärten Diabetes-Community immer mehr ein Thema ist.
Aber ist das Problem dieser absichtlichen, oft aber auch unabsichtlichen Benachteiligung oder Verletzung bereits in der Breite der Bevölkerung angekommen? Gerade Menschen mit chronischen Erkrankungen erleben immer wieder, dass andere, die kein Wissen über solche Erkrankungen haben, dumme Bemerkungen machen – und gar nicht merken, dass sie gerade eine Grenze überschritten haben.
Interessant war neulich der Bericht einer Freundin. Sie hatte vor Jahren eine akute extreme Schwellung ihrer Augenlider und sah heftig aus. Sie habe damals überhaupt erst gemerkt, was es bedeute, anders auszusehen und angestarrt zu werden. Ihr war vorher nicht bewusst, wie schwierig das für einen sein kann.
Auch Technik kann diskriminieren, benachteiligen und ausgrenzen
Hieran müssen wir alle gemeinsam arbeiten. Das gilt nicht nur für das menschliche Miteinander. Auch Technik kann diskriminieren, benachteiligen und ausgrenzen. Mir kommt da sofort das zunehmende Umstellen vieler Prozesse von Papier ins Digitale in den Sinn.
Neulich aber erzählte mir ein Bekannter von einer ganz anderen Art der Diskriminierung: durch die Technik an sich. Er fährt einen modernen Wagen, der, wie das heute üblich ist, selbst die Geschwindigkeit einhält, bremst, wenn nötig, die Spur hält und vieles mehr. Was er auch kann, ist, vor Hindernissen zu warnen.
Eines Tages fuhr mein Bekannter auf einer größeren Straße mit einem Fahrrad-Streifen. Normalerweise akzeptiert das Auto die dort Radfahrenden ohne Probleme. Aber an diesem Tag fuhr dort korrekt auf dem Streifen eine korpulente Dame. Was machte der Wagen? Er meldete, dass ein großes Hindernis vor ihm sei.
Die Dame bekam davon natürlich nichts mit und fühlte sich demnach nicht diskriminiert. Aber meinem Bekannten stieß es schon sauer auf, dass selbst die Technik nicht ohne Diskriminierung arbeitet.

von Alex Adabei
Alex Adabei war ein fiktiver Charakter im Rahmen der Kolumne „Zum guten Schluss“, die von 2013 bis 2024 im Diabetes-Journal erschienen ist. Hinter der Rolle als Frau mit vielen Bekannten und Verwandten mit Typ-2-Diabetes, die von ihren Typ-F-Erfahrungen berichtete, steckte ein echter Mensch, mit ähnlichem Hintergrund.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2024; 72 (5) Seite 82
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katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 3 Tagen, 22 Stunden
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In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …florahdo postete ein Update vor 5 Tagen, 23 Stunden
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 3 Tagen, 6 Stunden
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?



