- Soziales und Recht
Kolumne | Zum guten Schluss: Wenn der Sprach-Assistent ans Telefon geht
2 Minuten

Wer in Arztpraxis oder Krankenkasse anruft, beim dem geht mittlerweile häufig der Sprach-Assistent ans Telefon. Oder man scheitert an Menüs, Nummernabfragen und „Ich habe Sie nicht verstanden“. In dieser Kolumne erzählt Alex Adabei, wie ein Typ-2-Bekannter (und er selbst) am Telefon fast verzweifeln.
Haben Sie in jüngster Zeit einmal versucht, jemanden in Ihrer Arztpraxis, bei Ihrer Krankenversicherung oder bei jemand anderem aus der Gesundheits-Branche telefonisch zu erreichen? Mein älterer Bekannter mit Typ-2-Diabetes hatte aktuell mehrere solcher Telefonate zu erledigen, was kein leichtes Unterfangen war. Warum?
Überall geriet er in eine automatische Band-Ansage, zum Beispiel eine wie diese: “Wenn Sie ein Rezept bestellen möchten, wählen Sie die 1. Wenn Sie einen Termin vereinbaren möchten, wählen Sie die 2. Wenn Sie einen Arzt sprechen möchten, wählen Sie die 3. In allen anderen Fällen bleiben Sie bitte einfach in der Leitung.” Haben Sie sich gemerkt, wann Sie welche Ziffer wählen sollen? Mein Bekannter ist, wie gesagt, nicht mehr der Jüngste – entsprechend schwer fällt es ihm erstens, die Band-Ansage einwandfrei zu verstehen, und zweitens, sich das Gesagte so zu merken, dass er korrekt nach seinem Wunsch die Ziffer wählen kann.
Auch bei der Krankenversicherung landete er in einer solchen Ansage, die auch noch seine Versicherten-Nummer wissen wollte – die der Sprach-Assistent leider nie verstand. Völlig entnervt gab er auf – und fragte mich, ob ich ihn unterstützen und dort für ihn anrufen könne.
„Bitte rufen Sie uns noch einmal an”
Meinen Sie, mir ging es anders? Gut, ich konnte mich durch die Ziffer-Optionen hangeln. Als es dann aber darum ging, die eine oder andere Information in Form von Sprache mitzuteilen, erhielt ich wiederholt die automatische Reaktion des Sprach-Assistenten: “Ich habe Sie leider nicht verstanden” oder so ähnlich. Dabei gab ich mir immer Mühe, klar und deutlich zu sprechen.
Lustig war besonders eine Situation, als ich um einen Rückruf gebeten hatte. Dieser kam tatsächlich – und wissen Sie, was mir die Anrufende sinngemäß auf dem Anrufbeantworter sagte, weil ich in diesem Moment nicht ans Telefon gehen konnte: “Unser Sprach-Assistent hat wohl etwas durcheinander gebracht. Bitte rufen Sie uns noch einmal an.”
Hätten Sie das getan, nur, um noch einmal mit dem Sprach-Assistenten reden zu müssen? Ich habe dann verzichtet und meinen Bekannten gebeten, es eben dann direkt in der Praxis zu klären, wenn er sowieso seinen nächsten Termin hatte. Zum Glück hatte die Frage noch Zeit gehabt …

von Alex Adabei
Alex Adabei war ein fiktiver Charakter im Rahmen der Kolumne „Zum guten Schluss“, die von 2013 bis 2024 im Diabetes-Journal erschienen ist. Hinter der Rolle als Frau mit vielen Bekannten und Verwandten mit Typ-2-Diabetes, die von ihren Typ-F-Erfahrungen berichtete, steckte ein echter Mensch, mit ähnlichem Hintergrund.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (8) Seite 82
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lena-schmidt postete ein Update vor 6 Tagen, 6 Stunden
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im August – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
thomas55 postete ein Update vor 1 Monat
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 1 Monat
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße




