Kolumne | Zum guten Schluss: Mein Glas ist meist halb voll

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Kolumne | Zum guten Schluss: Mein Glas ist meist halb voll

Welcher Typ sind Sie: der mit dem halb leeren Glas oder der mit dem halb vollen Glas? Ich liebe ganz klar das halb volle Glas. Sonst könnte ich mich längst im Bett verkriechen, die Decke über beide Ohren ziehen und nichts und niemanden an mich ranlassen!

Es ist ja nicht nur der Typ-1-Diabetes, der einen wiederholt am Tag beschäftigt und oft genug auch in der Nacht – obwohl ich durch mein Sytem zur automatisierten Insulin-Dosierung (AID-System) deutlich mehr Ruhe habe vor den Glukose-Turbulenzen. Es sind ja auch weitere körperliche Beschwerden, die uns so gern begleiten und dann weitere Therapien nötig machen. Bei mir ist es gerade Kortison, das meine Werte ein bisschen durcheinanderbringt – aber hey, das AID-System macht auch hier einen erstaunlich guten Job! Deshalb ist auch hierbei mein Glas halb voll, denn da habe ich früher ganz anderes erlebt …

Neben der eigenen Gesundheit tut sich aber noch viel mehr, zum Beispiel beruflich. Es ist wie meist sehr viel zu tun. Oft stellt sich mir die Frage, wie ich das alles schaffen soll. Ich richte dann den Blick aufs Ganze, sehe das Kollegium, das ganz toll zusammenarbeitet und immer dort unterstützt und einspringt, wo gerade richtig Not am Mann ist. Oft helfen auch die Gespräche in der Küche des Unternehmens, um wieder den Blick freizubekommen und zu sehen, dass und wie es weitergehen kann. Die Küche verlasse ich deshalb auch nur dann mit einem leeren Glas, wenn ich es am Abend vor dem Nachhausegehen abgewaschen habe …

Und wissen Sie, wo ich mir das Glas auch immer halb füllen kann? Beim Blick auf meinen Balkon. Es ist nicht so, dass hier viele Blumen blühen oder üppiges Grün wächst. Nein, hier lege ich immer verschiedene Nüsse in die Balkonkästen und stelle eine Schale mit Wasser hin. Die Tiere in meiner Umgebung wissen das schon und sind dann ganz schnell da. Da holt sich eine Meise eine Nuss, hält sie mit ihren kleinen Krallen fest und pickt Stück für Stück ab. Ein Eichelhäher nimmt sich gleich eine ganze Nuss für sich und eine weitere für den Nachwuchs und fliegt davon. Und die Eichhörnchen knabbern genüsslich eine Nuss nach der anderen und nippen zwischendurch am Wasser. Das zu beobachten, erdet mich komplett und macht mein Glas dann noch mal richtig halb voll.

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

von Dr. Hans Langer

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 71 (7) Seite 82

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    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
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