Nachgefragt | Recht: Medikamente aus dem Internet – ist das legal?

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Nachgefragt – Recht: Medikamente aus dem Internet – ist das legal? | Foto: evso – stock.adobe.com
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Nachgefragt | Recht: Medikamente aus dem Internet – ist das legal?

Ein kurzfristiger Termin beim Arzt, um ein Rezept zu erhalten, ist mitunter schwer zu bekommen. Telefonische Bestellungen von Rezepten werden nicht immer akzeptiert. Manche Menschen schämen sich auch, mit dem Arzt über bestimmte gesundheitliche Probleme wie Impotenz zu sprechen. In solchen Fällen scheint die MedikamenteBestellung im Internet oder ein Bezug aus dem Ausland eine Lösung zu sein. Viele werden sich aber fragen: Ist dies legal? Und wie beurteilen Experten diese Situation?

Manchmal ist es nicht so einfach, schnell ein Rezept für ein Arzneimittel zu bekommen. Einfach im Internet zu bestellen, ist dann aber keine gute Idee. Verschreibungspflichtige Medikamente wie Viagra dürfen nämlich nur über zugelassene (Versand-)Apotheken bezogen werden – ein ärztliches Rezept ist immer erforderlich. Der Kauf bei anderen Anbietern ist unzulässig und auch mit hohen Risiken verbunden, denn oft handelt es sich um gefälschte Arzneimittel. Diese sind im besten Fall ohne Wirkung, womöglich aber schaden sie der Gesundheit.

Wer nahe an der Landesgrenze wohnt oder in Urlaub fährt, hat dann vielleicht einen Vorteil: Einige bei uns rezeptpflichtige Arzneimittel sind in anderen Ländern frei verkäuflich. Viagra sowie bestimmte Arzneimittel gegen Hauterkrankungen und gynäkologische Beschwerden gibt es beispielsweise in der Schweiz ohne Rezept. Man kann dort einfach in eine Apotheke gehen und das Medikament rezeptfrei kaufen. Umgekehrt sind z. B. Schlafmittel mit Melatonin in der Schweiz rezeptpflichtig, während bei uns solche Produkte frei erhältlich sind.

Aus dem Ausland darf man Arzneimittel für den persönlichen Bedarf, maximal für drei Monate, mitbringen, sofern es sich hierbei nicht um verbotene Substanzen wie Betäubungsmittel handelt. Voraussetzung: Es sind Original-Medikamente. Gefälschtes Viagra als Mitbringsel aus dem Urlaub ist auch für den Eigenbedarf nicht zulässig.

Eine weitere Möglichkeit: In einigen EU-Ländern dürfen Ärzte, anders als hier, Medikamente verordnen, ohne die Patienten zuvor gesehen oder gesprochen zu haben. Auch Patienten aus Deutschland können sich dort die benötigten Medikamente fernverschreiben lassen. Das Rezept kann dann in jeder Apotheke eingelöst werden. Schon seit einiger Zeit gibt es daher Anbieter, die über die Vorschaltung einer solchen im EU-Ausland zulässigen ärztlichen „Online-Behandlung“ eine legale Bestellung von Medikamenten per Internet ermöglichen.

Dies funktioniert wie folgt:

  • Der Patient wählt das gewünschte Medikament aus und bestellt eine ärztliche Verordnung. Anschließend füllt er online einen medizinischen Fragebogen aus. Dieser wird dann von einem Arzt in einem anderen EU-Land (z. B. Irland) bewertet.
  • Sofern die Erkrankungen, also die Indikationen, zum gewünschten Medikament passen und anhand der im Fragebogen gemachten Angaben keine medizinischen Bedenken bestehen, stellt der im EU-Ausland zugelassene Arzt ein Privatrezept aus. Etwaige Fragen werden zuvor per E-Mail oder Chat geklärt.
  • Das Rezept wird an eine zugelassene Versand-Apotheke übergeben und das Medikament von dort per Post verschickt. Bei manchen Anbietern können die Patienten das Rezept auch an eine Apotheke in ihrer Nähe übermitteln lassen und das Medikament dort dann oft noch am selben Tag abholen.

Achtung: Für das Ausstellen des Rezepts wird eine Behandlungsgebühr fällig, meist zwischen 15 und 30 Euro. Auch das Medikament muss selbst bezahlt werden. Krankenkassen erstatten diese Kosten in der Regel nicht.

Medikamente aus dem Internet: das sagen die Experten

Der Jurist

Kann man das Medikament in einer nahegelegenen Apotheke abholen, dann ist die Arzneimittelsicherheit gewährleistet. Allerdings sollte man bedenken: Das Rezept wird von einem Arzt im Ausland ausgestellt. Kommt es zu Komplikationen, dann müssten etwaige Haftungsansprüche gegen den Arzt im Ausland und/oder nach dortigem Recht durchgesetzt werden. Rechtschutzversicherungen greifen in solchen Fällen nicht. Und: Nicht in jedem EU-Land sorgen die Behörden für eine strenge Einhaltung des Datenschutzes.
RA Oliver Ebert, Stuttgart/Balingen

Der Arzt

Wir haben in Deutschland eine exzellente Versorgung mit Arzneimitteln. Strenge Gesetze garantieren, dass Medikamente wirksam sind und ausreichend überprüft wurden. Verständlich ist, dass man Potenz-steigernde Medikamente vielleicht nicht bei der befreundeten Apothekerin um die Ecke kaufen möchte. Dann kann man ja eine andere Apotheke wählen, bevor man das Medikament risikoreich aus dem Ausland bezieht. Unabhängig davon haben Apotheker und Ärzte eine Schweigepflicht: Man muss nicht befürchten, mit seiner Medikation Stammtisch-Gespräch zu werden.
Prof. Dr. Thomas Haak, Bad Mergentheim

Der Apotheker

Von dubiosen Online-Apotheken ist dringend abzuraten. Das besondere Risiko besteht in gefälschten Medikamenten, die man als Laie oft nicht erkennen kann. Hier besteht mitunter Lebensgefahr. In der Apotheke vor Ort wird jedes Medikament auf Echtheit überprüft. Auf die Arzneimittelsicherheit sollte niemand aus Scham oder Bequemlichkeit verzichten, denn es geht um die eigene Gesundheit. Hinzu kommt: Die Apotheken-Teams beraten zu möglichen Risiken oder Komplikationen – das gibt zusätzliche Sicherheit.
Caspar Spindler, Schömberg, Vorstandsmitglied Landesapothekerverband Baden-Württemberg


von Oliver Ebert

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2024; 72 (11) Seite 42-43

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  • diahexe postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

  • ckmmueller postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos

    • diahexe antwortete vor 1 Woche

      Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.

  • anseaticids postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.

    Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“

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