Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Als Lehrerin habe ich Schwierigkeiten wegen meines Diabetes – was soll ich tun?

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Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Als Lehrerin habe ich Schwierigkeiten wegen meines Diabetes – was soll ich tun?

Eine Lehrerin mit Typ-2-Diabetes und diabetischem Fußsyndrom hat am Arbeitsplatz Schwierigkeiten wegen ihres Diabetes: Messzeiten, Insulingabe, sichtbare Verbände. Rechtsanwalt Oliver Ebert erklärt, welche Rechte sie hat.

Die Frage

Ich bin Lehrerin an einer Privatschule und 63 Jahre alt. Seit etwa 10 Jahren habe ich Probleme mit offenen Stellen am Fuß, und seit 2013 weiß ich, dass ich Typ-2-Diabetes habe. Mit dem Verband am Fuß hat mein Arbeitgeber Probleme, auch wenn es nur ein Pflaster ist. Auch die Vernarbungen und Verfärbungen dürfen nicht zu sehen sein. Es ist nicht gewollt, dass ich nur Ballerinas trage und die Kinder den Verband sehen. Erst recht soll ich nicht den Fuß hochlegen.

Den Blutzucker zu messen und Insulin zu spritzen, ist für mich wegen der Pausenaufsicht zeitlich schwierig. Auch im Lehrerzimmer soll ich nicht messen und spritzen – wegen der Kollegen. In der Zeit vor den Sommerferien hatten wir wegen der Corona-Pandemie Online-Regelunterricht. Das war zwar auch stressig, aber die Zuckerwerte waren okay. Auch in den Ferien war alles in Ordnung, auch wenn es natürlich immer mal wieder Abweichungen gab.

Jetzt hat die Schule wieder begonnen, ich hatte schon wieder ein Gespräch, und mein Zucker saust über 200 mg/dl und bis 260 mg/dl. Wie kann ich bis 2023 durchhalten?

Susanne P.

Die Antwort von Oliver Ebert

Es ist natürlich sehr betrüblich, wenn ein Arbeitgeber derart wenig Verständnis zeigt. Aus juristischer Sicht ist es aber so, dass der Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht hat. Er muss daher auf Ihre gesundheitliche Situation Rücksicht nehmen und Ihnen ausreichende Gelegenheiten zum Messen und Spritzen geben. Auch ein sichtbarer Verband darf natürlich kein Problem darstellen. Eine Ausnahme würde nur dann gelten, wenn der Verband öfter sichtbar verschmutzt oder blutig ist – in diesem Fall würde wohl schon verlangt werden können, dass der Verband entsprechend bedeckt ist.

Ich empfehle, dass Sie ggf. mit dem Personalrat, dem Schularzt und/oder der Schwerbehindertenvertretung die Problematik besprechen. Vielleicht kann auf diesem Weg eine für Sie akzeptable Lösung gefunden werden.

Möglicherweise könnte es sich auch lohnen, einen Antrag auf Feststellung einer Behinderung zu stellen. Als insulinpflichtige Diabetikerin erhalten Sie in der Regel einen Grad der Behinderung (GdB) von 30 bis 40 zuerkannt. Wenn noch weitere Gesundheitsbeeinträchtigungen vorliegen, kann unter Umständen sogar eine Schwerbehinderung (GdB 50) anerkannt werden. Dies würde für Sie bedeuten, dass Sie bereits schon jetzt (mit Abzügen) vorzeitig in Rente gehen könnten.


von Oliver Ebert

Oliver Ebert ist Fachanwalt für IT-Recht, Datenschutzbeauftragter und -auditor und Hochschullehrbeauftragter für Datenschutz- und Internetrecht. Zudem ist er Geschäftsführer der mediaspects GmbH sowie Fachjournalist für Medizin, Datenschutz & Patientenrechte. Seit vielen Jahren befasst er sich mit dem Thema Diabetes und unterstützt Patienten, Angehörige und Ärzte in juristischen Belangen. Er war langjähriger Vorsitzender des DDG-Ausschusses Soziales und ist Co-Koordinator/Mitautor der europaweit ersten S2e-Leitlinie: „Diabetes & Straßenverkehr“

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (10) Seite 51

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 2 Tagen

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