Unfall mit Diabetes: Wie rede ich richtig mit der Polizei?

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© Christian Horz - iStock / GettyImages
Unfall mit Diabetes: Wie rede ich richtig mit der Polizei?

Wer am Straßenverkehr teilnimmt, muss immer damit rechnen, unerwartet mit der Polizei in Kontakt zu kommen. Unbedachte Äußerungen gegenüber der Polizei können vor allem bei einem Unfall schnell zum Problem werden. Andererseits es ist auch nicht immer ratsam, von seinem Schweigerecht Gebrauch zu machen. Denn dies kann dazu führen, dass man mit hohen Kosten rechnen und womöglich für längere Zeit auf den Führerschein verzichten muss.

Ein elementarer Grundsatz unseres Rechtssystems ist, dass niemand sich selbst belasten muss. Als Beschuldigter in einem Strafverfahren hat man daher das Recht, die Aussage zu verweigern, und muss zu den Tatvorwürfen keine Angaben machen, ohne dass dies zu Nachteilen führen darf.

Schweigerecht nutzen

Auch bei Verkehrsunfällen sollte man sich gegenüber der Polizei unbedingt auf sein Schweigerecht berufen und zunächst keine Angaben machen. Denn häufig ist einem in der Aufregung nicht klar, wie die Aussage später von Ermittlungsbehörden bzw. dem Gericht ausgelegt wird oder welche Konsequenzen damit verbunden sind. Hier kann es auf jedes Wort ankommen.

Vor allem bei Unfällen, bei denen Menschen verletzt oder gar getötet wurden, kann eine unbedachte vorschnelle Aussage daher ganz erhebliche Nachteile bringen. Nicht wenige Betroffene verlieren den Führerschein oder werden empfindlich bestraft, weil sie sich “um Kopf und Kragen geredet” haben – und dadurch eine erfolgreiche Verteidigung vereiteln. Auch wenn die Polizeibeamten noch so höflich fragen mögen und Verständnis zeigen, sollten Sie sich deshalb auf ihr Schweigerecht berufen. Lassen Sie sich auch nicht unter Druck setzen oder einschüchtern.

Sie müssen daher nur Angaben zu Ihrer Person machen, d. h. die Adressdaten angeben und den Führerschein vorzeigen. Machen Sie zunächst aber keine Angaben zum Unfall-Hergang. Auch den Diabetes (oder eine etwaige Unterzuckerung) sollten Sie nicht erwähnen.

Kompetent beraten lassen

Mit etwas zeitlichem Abstand und klarem Kopf kann man später über das weitere Vorgehen entscheiden. Da grundsätzlich der Verlust des Führerscheins droht, sollte man umgehend kompetente anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Der Anwalt wird dann Einsicht in die Ermittlungsakte beantragen, denn erst danach kann man die optimale Vorgehensweise zur Verteidigung bestimmen.

Wann ist eine Stellungnahme sinnvoll?

Gerade bei Unfällen mit Diabetes-Bezug ist es oft nicht sinnvoll, komplett zu den Vorwürfen zu schweigen. Meist ist es sogar geboten, schnellstmöglich und vorab schon eine erste Stellungnahme bzw. Einlassung zu den Akten zu geben, um nachteilige Folgen zu vermeiden. Denn trotz Schweigerechts kann es sich massiv nachteilig auswirken, wenn Ermittlungsbehörden oder Gerichte aufgrund fehlender Informationen falsche Schlüsse ziehen.

So kommt es im Zustand einer Unterzuckerung oft zu einem auffälligen Fahrverhalten, wie beispielsweise Schlangenlinien oder abruptes Anfahren und Abbremsen. Eine von der Polizei veranlasste Blutprobe würde dafür jedoch keine Erklärung liefern, denn diese wird nur auf Alkohol, Drogen oder bestimmte Medikamente untersucht. Ohne Angaben der Ursache müssen Ermittlungsbehörden oder Gerichte eine (andere) Erklärung finden. Für diese liegt dann oft nahe, dass der Unfall auf einem extrem rücksichtslosen Fahrverhalten beruht oder sogar absichtlich herbeigeführt worden sein muss wie bei einer Amokfahrt oder einem beabsichtigten Selbstmord.

Eine fundierte anwaltliche und ggf. ärztliche Stellungnahme, die eine Unterzuckerung einräumt, ist in diesem Fall also wahrscheinlich besser als das Schweigerecht. Ob eine solche Einlassung hilfreich ist oder sich doch nachteilig auswirken kann, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab – deshalb der anwaltliche Rat!

Einspruch gegen Strafbefehl?

Nach vielen Unfällen kommt es zunächst zu einem Strafbefehl. Dies bedeutet, dass die Staatsanwaltschaft beim zuständigen Gericht eine Bestrafung in einem vereinfachten Verfahren beantragt hat. Das Gericht kann dann ohne mündliche Verhandlung einen Strafbefehl erlassen, d. h. eine Strafe sowie ggf. den Entzug der Fahrerlaubnis festsetzen. Man hat zwei Wochen Zeit, dagegen Einspruch einzulegen. Ansonsten wird der Strafbefehl rechtskräftig und steht einem Urteil gleich.

Im Fall eines Einspruchs kommt es zu einem regulären Strafverfahren, d. h. das Gericht wird einen Termin zur Verhandlung festsetzen und dann durch Urteil entscheiden. Dabei kann es passieren, dass das Gericht über die ursprünglich im Strafbefehl festgesetzte Strafe hinausgeht. Bei einer Verurteilung muss man auch die Verfahrenskosten tragen, inklusive der für Zeugen und etwaige Gutachterinnen und Gutachter. Ein Anwalt berät, inwieweit ein Einspruch sinnvoll ist.

Achtung: Entzug der Fahrerlaubnis!

Wenn die Polizei nach einem Unfall den Führerschein belässt, ist dies noch kein Grund zur Beruhigung. Oft wird erst im Laufe eines Ermittlungs-Verfahrens die vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis angeordnet. Zwar kann man dagegen Rechtsmittel einlegen, die Aussichten auf Erfolg sind aber meist überschaubar. Der Führerschein ist fast immer so lange weg, bis das Strafverfahren abgeschlossen ist.

Wenn man dort freigesprochen wird, erhält man die Fahrerlaubnis zwar zurück – bis dahin können aber viele Monate oder gar Jahre verstreichen, in denen man nicht fahren darf. Der vorläufige Entzug der Fahrerlaubnis ist daher fatal und sollte unbedingt verhindert werden.

Teures Gutachten aufgrund Polizeikontrolle

Ärger droht auch, wenn die Beamten während einer Polizeikontrolle feststellen, dass man Diabetes hat – etwa durch einen Sensor am Arm. Der Hintergrund: Die Polizei ist grundsätzlich verpflichtet, die Führerscheinbehörde zu informieren, wenn sie bei Fahrern konkrete Hinweise auf Krankheiten feststellt, die sich – wie Diabetes – auf die Fahreignung auswirken (können).

Macht die Polizei Meldung, wird deshalb meist geprüft, ob man trotz des Diabetes motorisiert am Straßenverkehr teilnehmen kann. Manchmal reicht dafür eine ärztliche Bescheinigung. In der Regel fordert die Behörde aber ein (teures, Kosten etwa 400 bis 900 Euro) verkehrsmedizinisches Gutachten an.

Wichtig dabei: Die Behörde kann die Fahreignung auch dann prüfen, wenn gar nichts passiert ist. Auch aus diesem Grund gilt: Man sollte der Polizei nicht mitteilen, dass man Diabetes hat. Im Zweifel sollte man sich zunächst anwaltlich beraten lassen, ob bzw. inwieweit Angaben zum Diabetes sinnvoll sind.


von Oliver Ebert

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Erschienen in: Diabetes-Journal, 2024; 72 (8) Seite 46-47

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  • Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!

  • Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!

    Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.

    Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.

    LG Wolfgang

  • laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 2 Tagen

    Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!

    • Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
      Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
      Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
      Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
      Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter!

    • @suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊

    • Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
      Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
      Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
      auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.

      Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.

      Gruss Wolfgang

    • Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.

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