Versager unter sich

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Versager unter sich

Nun ist wieder Hochsaison für gute Vorsätze – und zum Wohle der Patienten sollten diese auch endlich mal Entscheider in Wirtschaft und Gesundheitspolitik haben, findet Alex Adabei in der Kolumne Zum guten Schluss.

Gute Vorsätze fassen – das ist mein traditioneller Start ins neue Jahr. Ebenso traditionell sind die guten Vorsätze drei Wochen später wieder aus meinem Leben verschwunden. Blöd – und frustrierend. Jetzt bin ich doch ein Versager, oder? Na, das Leben geht trotzdem weiter. Tief in mir sitzen die guten Vorsätze natürlich noch, nagen an mir, verhöhnen mich. Echt frustrierend – aber ich bin sehr gut darin, die Plagegeister mundtot zu machen.

Meine Freundin hat auch gute Vorsätze. Besser und mehr noch: Sie hat den festen Plan, sich gut um ihren Diabetes zu kümmern, und das tut sie auch. Ich bewundere ihre Disziplin. Klar, wenn sie sich nicht um gute Werte bemüht, geht es ihr mies, und es drohen Folgeerkrankungen. So gesehen hat sie keine Wahl.

“Richtiges” Insulin endlich gefunden – und gleich wieder verloren

Zurzeit sind ihre Werte wirklich schlecht – und es geht ihr wirklich mies. Das kann sie schlecht ignorieren, aber auch nur wenig dagegen tun: Die Probleme begannen, als die Preisverhandlungen für das Basalinsulin Tresiba, mit dem sie so gut zurechtkommt, scheiterten. Die Krankenversicherung wird die Kosten für das Insulin nicht mehr übernehmen.

Das bedeutet für meine Freundin: Sie muss wieder auf ein anderes Basalinsulin wechseln. Diese Prozedur hat sie schon einige Male mitgemacht, und deshalb war sie damals ja so glücklich, als sie endlich gemeinsam mit ihrer Ärztin das für sie richtige Insulin –eben Tresiba – gefunden hatte. Aber sie hat keine Wahl: Sie wird erneut neu eingestellt – mit den schon bekannten miesen Folgen.

Zeit für gute Vorsätze bei den Entscheidern in Wirtschaft und Politik!

Ihre letzte Hoffnung ist nun, dass sie eine Insulinpumpe bekommt; der Antrag wird so schnell wie möglich gestellt. Ob und wann die Pumpe bewilligt wird, weiß meine Freundin natürlich nicht. Bis dahin muss sie durchhalten, soll sich so wenig Stress wie möglich zumuten. “Aber”, sagt sie, “wenn ich noch weniger mache als jetzt, kann ich ja auch gleich gar nix mehr machen.”

Wer ist hier gescheitert, wer hat hier versagt? Bestimmt nicht meine Freundin – hier wurden gesundheitspolitische und unternehmerische Entscheidungen getroffen, die sie nicht beeinflussen konnte. Aber sie trägt die Last. Zeit für mindestens ein paar gute Vorsätze bei denjenigen, die dafür verantwortlich sind.

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von Alex Adabei

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (06131) 9 60 70 0, Fax: (06131) 9 60 70 90,
E-mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2016; 65 (1) Seite 78

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  • stephanie-haack postete ein Update vor 1 Woche

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  • tako111 postete ein Update vor 1 Woche

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

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  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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