- Soziales und Recht
Welttag der sozialen Gerechtigkeit: DDG mahnt faire berufliche Chancen für Menschen mit Diabetes an
2 Minuten

Am 20. Februar ist Welttag der sozialen Gerechtigkeit. Zu diesem Anlass warnt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) vor anhaltenden Nachteilen für Menschen mit Diabetes im Berufsleben. Trotz moderner Therapien gelten in einigen Bereichen weiterhin pauschale Ausschlüsse und eingeschränkte berufliche Chancen. Die Fachgesellschaft fordert individuelle statt pauschaler Bewertungen.
Zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit am morgigen Freitag rückt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) die Situation von Menschen mit Diabetes im Arbeitsleben in den Fokus. In Deutschland leben knapp 10 Millionen Menschen mit der Stoffwechselerkrankung – viele davon im erwerbsfähigen Alter. Dennoch gelten in einzelnen Berufsbereichen weiterhin pauschale Ausschlüsse, etwa bei Polizei, Bundeswehr oder im Luftverkehr.
Individuelle statt pauschaler Beurteilungen
Der Ausschuss „Soziales“ der DDG fordert in seinem neuen Positionspapier „Diabetes und Arbeit“ eine arbeitsplatzbezogene und individuelle Bewertung, wie sie das Arbeitsschutzgesetz vorsieht. Vorgestellt wird das Papier auf der Jahrespressekonferenz der DDG am 24. Februar 2026 in Berlin, die soziale Ungleichheit unter anderem aus Gender‑, Digitalisierungs‑ und Regionalperspektive beleuchtet.
Der internationale Aktionstag macht jährlich auf Armut, fehlende Teilhabe und Diskriminierung aufmerksam. Aus Sicht der DDG gehört dazu auch die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit chronischen Erkrankungen im Beruf. „Diabetes ist in den allermeisten Fällen kein Hindernis für eine sichere und verantwortungsvolle Berufsausübung“, sagt Dr. med. Wolfgang Wagener, Vorsitzender des Ausschusses Soziales der DDG und Ärztlicher Referent bei der Deutschen Rentenversicherung Rheinland.
Moderne Therapien erhöhen die Sicherheit
Wagener verweist auf deutliche Fortschritte in der Diabetestherapie: Kontinuierliche Glukosemesssysteme überwachen den Gewebezucker rund um die Uhr, automatisierte Insulinabgabesysteme passen die Versorgung an, neue Medikamente für Typ‑2-Diabetes senken den Blutzucker ohne Unterzuckerungsrisiko. Die 2025 aktualisierte AWMF‑Leitlinie „Diabetes und Straßenverkehr“ zeige, wie sehr moderne Behandlungskonzepte die Sicherheit erhöht haben.
Pauschale Verbote bleiben bestehen – entgegen geltendem Recht
Trotz technischer und therapeutischer Entwicklungen gelten in Deutschland weiterhin Ausschlüsse für Menschen mit insulinpflichtigem Diabetes, etwa in Sicherheitsberufen oder der Seefahrt. Im internationalen Vergleich wird häufig restriktiver entschieden.
Das Positionspapier der DDG hält fest, dass solche Verbote dem Gleichheitsgebot des Grundgesetzes und dem Arbeitsschutzgesetz widersprechen. Arbeitsmedizinische Bewertungen müssten individuell und tätigkeitsbezogen erfolgen. „Eine Diagnose allein darf kein Ausschlusskriterium sein. Entscheidend sind die individuelle Stoffwechseleinstellung, die Schulung und das konkrete Risiko“, betont Wagener. Pauschale Regelungen könnten zudem dazu führen, dass Beschäftigte ihre Erkrankung verschweigen – mit möglichen Folgen für die Sicherheit.
Gemeinsame Verantwortung im Arbeitsumfeld
Nach Einschätzung der Fachgesellschaft können gut geschulte, verantwortungsbewusste Menschen mit Diabetes nahezu alle Tätigkeiten sicher ausüben. Voraussetzung sei ein gutes Selbstmanagement mit regelmäßiger Kontrolle und angepasster Therapie.
Gleichzeitig fordert die DDG betriebliche Rahmenbedingungen, die das ermöglichen: Zeit für Glukosemessungen, Mahlzeiten oder Arzttermine sowie Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung. „Soziale Gerechtigkeit in der Diabetesversorgung bedeutet, Barrieren abzubauen – auch im Berufsleben. Moderne Medizin darf nicht an veralteten Regelwerken scheitern“, erklärt DDG‑Präsidentin Professorin Dr. Julia Szendrödi.
Anpassung von Vorschriften gefordert
Die Fachgesellschaft ruft Politik, Arbeitgeber und sicherheitsrelevante Branchen dazu auf, bestehende Vorgaben an den aktuellen Stand der Diabetologie anzupassen und individuelle Bewertungen zum Standard zu machen. Damit lasse sich Sicherheit gewährleisten und Diskriminierung abbauen.
Das Positionspapier „Diabetes und Arbeit“ bildet einen Schwerpunkt der DDG‑Jahrespressekonferenz am 24. Februar 2026 in Berlin. Unter dem Titel „Mittendrin oder abgehängt – Wie sozial gerecht ist die Diabetesversorgung in Deutschland?“ beleuchten Expertinnen und Experten soziale Ungleichheiten in Diagnostik, Therapie und beruflicher Teilhabe.
mit Materialen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Soziales und Recht

5 Minuten
- Eltern und Kind

2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Woche, 4 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 3 Wochen, 1 Tag
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!- calvin240 antwortete vor 3 Wochen, 1 Tag
Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
- uho1 antwortete vor 3 Wochen, 1 Tag
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
- calvin240 antwortete vor 2 Wochen, 6 Tagen
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße
stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat, 2 Wochen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/




