- Aus der Community
#DiaTest: Lohnt sich das Freestyle Libre?!
3 Minuten
DIE Diabetes-Innovation des Unternehmens Abbott! Kein Blut mehr! Keine Teststreifen, die durch die Gegend fliegen! Zuckermessen geht nun schnell, kinderleicht, schmerzlos und ohne großen Aufwand! Der Preis für diese Freiheit? Etwa 60 Euro für 14 Tage Zuckermessen rund um die Uhr und ein Sensor, der 24/7 am Körper kleben muss.
Ist es das wert? Bisher wird die Kostenübernahme der Sensoren nur von privaten Krankenkassen, der DAK und der TK bewilligt. Deshalb stehe ich der Idee, pro Jahr rund 1.600,00 Euro aus eigener Tasche zu zahlen, etwas kritisch gegenüber.
Testweise bestelle ich zwei Sensoren.
An einem Sonntag im Juli docke ich den Sensor mit einer Art Eierpikser am linken Oberarm an und tape ihn großzügig mit einem Pflaster ab. Ich spüre den 5 mm langen Fühler in der Haut tatsächlich nicht. In den ersten Tagen sind die Armbewegungen etwas vorsichtiger als normal, da ich schon zu viel von an Türklinken herausgerissenen Sensoren gehört hatte. Nach der Gewöhnungsphase bewege ich den Arm wieder fast so, als ob kein Sensor daran kleben würde.
Ich freue mich so über die gewonnene Freiheit, dass ich die Mehrzahl der empfohlenen Probemessungen mit dem ursprünglichen Blutzuckermessgerät großzügig ausfallen lasse.
Dennoch scanne ich meinen Zucker mit dem Abbott-Lesegerät nun öfter als zuvor, sehe meine Zuckerkurve zum ersten Mal auf dem kleinen Display minutengenau. Auch nachts. Doch mit dem FreeStyle Libre allein werden bestehende Zuckerschwankungen nicht gebannt. Wiederkehrende Ausrutscher nach oben und unten müssen analysiert und die Konsequenzen in der Insulineinstellung getroffen werden.
Das FreeStyle Libre im Alltag, oder: Das Leben der Anderen.
Bei 33°C im Schatten trage ich Top oder T-Shirt und mein großes Pflaster mit dem runden, 5 mm hohen und 35 mm breiten Sensor klebt für alle sichtbar am Arm. Ich habe das Ufo schon nach den ersten Tagen vergessen und auch anderen fällt es nicht weiter auf. Und wenn doch, streift der Blick Fremder das runde Dinge am Arm nur kurz und wandert dann weiter.
Bei meiner 2-wöchigen Radltour mit Zelt und Schlafsack hatte ich das FreeStyle Libre in meiner Hosentasche und konnte so während des Fahrens schnell meinen Zucker messen. Das gab mir nicht nur die Sicherheit, im Normbereich zu sein, sondern warnte mich auch. So konnte ich schnell reagieren und musste nicht zitternd am Straßenrand warten und staubtrockenen Traubenzucker mümmeln, weil ich einen Unterzucker zu spät entdeckt hatte.
Wenn Freunde und Kollegen das Pflaster erblicken, fragen sie nach, was ich denn angestellt hätte, aber dann erkläre ich bereitwillig, was das moderne, innovative Zukunftsgerät alles kann. Als mein Kollege den Sensor erblickt, fragt er mich, ob das ein Einschussloch sei. Eine andere Kollegin fragte mich jüngst, ob ich mit dem „Ding an meinem Arm“ mit Außerirdischen kommunizieren könne und fing sogleich an, hysterisch zu quieken. (Da war selbst ich erst einmal sprachlos.) Ansonsten ist der Sensor optisch zum Glück erstaunlich unspektakulär.
Gestern dann das Highlight: Ich erspähe in einem Biergarten am Nachbartisch einen jungen Mann, dem ein ähnliches Pflaster unter dem T-Shirt-Ärmel hervorlugt, wie ich es trage. Ist er einer von uns? Als ich den dünnen Schlauch in seiner Hosentasche sehe, ergo Insulinpumpe, empfinde ich ein seltsames Glücksgefühl.
Ein Alien vom selben Stern!
Public Flash – Praxistauglichkeit.
Der Sensor ist robust und wasserdicht, hält beim Duschen und Schwimmen und auch den Schweiß von täglich 90 Minuten Vinyasa Yoga übersteht der Kleber. Selbst bei Yogaübungen, in denen das gesamte Körpergewicht auf den Arm und somit den Sensor drückt, übersteht er unbeschadet. Der Kleber hält. Der Sensor hält unter dem Neoprenanzug beim Katamaranfahren. Er hält Meerwasser und Sandkörnern, Sonneneinstrahlung und fragenden Blicken stand. Ein wirklich flexibles Gerät.
Kaufen oder nicht kaufen?
Würde ich das FreeStyle Libre weiterempfehlen? Natürlich, ist ja ein schickes Teil. Nicht nur für Diabetiker, die kein Blut sehen können oder „mess-scheu“ sind, eine perfekte Lösung. Zuckermessen geht von nun an schneller und einfacher. Wir sind flexibler und können unseren Zucker beim Joggen und Langstreckensport beobachten. Der Sensor bietet dennoch keine Garantie für ein besseres HbA1c, aber zumindest einen Anreiz.
Trotz der Vorteile werde ich mir keinen weiteren Sensor bestellen.
Warum? Aus Trotz. Ja, ich finde den Sensor fantastisch und wundervoll! Aber solange die Krankenkasse die Kosten noch nicht übernimmt, werde ich meine alten Blutzuckerteststreifen verwenden. Mein HbA1c hat sich durch das FreeStyle Libre (noch nicht) merklich verbessert und deshalb gönne ich mir die Extrazeit fürs Blutzuckermessen.
Die Zukunft riecht jedoch vielversprechend: Vielleicht werden die Sensoren schon ab kommendem Jahr von allen Krankenkassen übernommen.
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Monat
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Monat
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße