Darauf ist zu achten: Sicher mit dem Insulinpen umgehen

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Darauf ist zu achten: Sicher mit dem Insulinpen umgehen | Foto: Goffkein - stock.adobe.com
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Darauf ist zu achten: Sicher mit dem Insulinpen umgehen

Mit dem Insulinpen sein Insulin zu spritzen, klingt zunächst erst einmal einfach. Aber es gibt ein paar Dinge zu beachten, damit die Therapie gut funktioniert. Diabetesberaterin Regine Werk erklärt, worauf es ankommt.

Die moderne Insulintherapie bietet Menschen mit Diabetes ein hohes Maß an Flexibilität. Ein wesentlicher Bestandteil davon ist der Insulinpen: handlich, präzise dosierbar und einfach im Alltag zu nutzen. Trotzdem zeigt sich in der Praxis immer wieder, dass kleine Fehler im Umgang mit dem Pen die Wirkung des Insulins beeinträchtigen oder zu unerwünschten Schwankungen der Glukosewerte führen können.

Dieser Artikel erklärt Schritt für Schritt, wie man den Insulinpen richtig verwendet, häufige Fehler vermeidet und die Therapie sicher gestaltet.

Was vor jeder Injektion wichtig ist

Bevor ein Pen zum Einsatz kommt, sollte man prüfen, ob alle wichtigen Voraussetzungen erfüllt sind. Ist das Insulin in Ordnung, also das Verfallsdatum nicht überschritten und das Aussehen okay? Trübes Insulin wie NPH- oder Mischinsulin muss vor dem Anwenden 20-mal geschwenkt werden, bis es gleichmäßig milchig aussieht.

Wichtig ist, zu prüfen, ob die richtige Insulinsorte im Pen ist. Eine Verwechslung ist eine der häufigsten Ursachen für schwere Unter- oder Überzuckerungen.

Außerdem sollte die Kanüle bei jeder Injektion neu und steril sein. Mehrfach verwendete Kanülen können verstopfen, brechen oder zu schmerzhaften Injektionen führen. Beim Aufschrauben sollte die Kanüle fest sitzen, aber ohne Gewalt aufgeschraubt werden.

Das Funktionieren testen

Vor der ersten Injektion mit einem neuen Pen sollte ein kurzer Funktionstest durchgeführt werden. Dies passiert, indem zwei Einheiten am Pen eingestellt werden und der Injektionsknopf heruntergedrückt wird, bis Insulin an der Spitze der Kanüle erscheint. Damit ist sichergestellt, dass die Kanüle frei ist, das Insulin korrekt nach vorne fließt und die Dosis später vollständig abgegeben werden kann.

Bei diesen Situationen sollte man in Kontakt mit dem Diabetes-Team treten:

  • ungewöhnlich starken Blut­zuckerschwankungen
  • Schmerzen, Verhärtungen oder Knoten an Einstichstellen
  • Unsicherheit über die richtige Pen- oder Insulinnutzung
  • Wechsel des Insulins oder ­Anpassung der Therapie

Wahl der Injektionsstelle

Die Wirkung des Insulins hängt auch davon ab, wohin man spritzt. Gut geeignet sind folgende Stellen:

  • Bauch: schnelle Aufnahme, ideal für schnell und kurz wirkendes Insulin wie für Mahlzeiten,
  • Oberschenkel: langsame Aufnahme, geeignet für lang wirkendes Insulin,
  • Gesäß oder Hüfte: gleichmäßige, eher langsame Aufnahme.

Wichtig ist, die Injektionsstellen regelmäßig zu wechseln, zum Beispiel rotierend. Wenn man immer die gleichen Stellen nutzt, können sich verhärtete Fettpolster (Lipohypertrophien) bilden. Diese führen zu unvorhersehbaren Glukoseverläufen und sollten unbedingt vermieden werden.

Das richtige Injizieren

Um sicher und möglichst schmerzarm zu injizieren, hilft folgende Vorgehensweise:

  • Dosis einstellen – präzise und ohne Hast,
  • Hautfalte bilden, wenn die Haut sehr dünn ist, z. B. bei schlanken Menschen,
  • Kanüle senkrecht einführen,
  • Injektionsknopf drücken – gleichmäßig und vollständig,
  • wichtig: Kanüle zehn Sekunden in der Haut lassen – so wird ein Auslaufen des Insulins verhindert, was sonst zu einer Unterdosierung führen könnte,
  • Kanüle herausziehen, abschrauben und entsorgen – am besten in einem stichfesten Behälter.

Nach der Injektion: Hygiene und Sicherheit

Die Kanüle sollte sofort nach jeder Injektion entsorgt werden. Bleibt sie am Pen, kann Luft in die Patrone gelangen oder es kann Insulin austreten. Beim mehrfachen Verwenden steigt außerdem das Risiko für Infektionen und schmerzhafte Einstiche.

Sicher injizieren mit dem Insulinpen

  1. Kleine Fehler im Umgang mit dem Pen können die Wirkung des Insulins beeinträchtigen.
  2. Es ist sinnvoll, sich das Vorgehen beim Injizieren immer wieder vor Augen zu führen.
  3. Gerade bei langjährigem Diabetes lohnt sich gelegentlich ein gemeinsamer „Technik-Check“ mit dem Behandlungs-Team.

Häufige Fehler beim Spritzen

  • Falsch gelagertes Insulin: Ein Insulinpen, der aktuell benutzt wird, darf bei Zimmertemperatur gelagert werden, denn Insulin direkt aus dem Kühlschrank brennt oft beim Injizieren.
  • Zu kurzer Abstand zwischen Insulingabe (Bolus) und Essen: Besonders bei schnell wirksamen Insulinen sollte oft ein kleiner Abstand von 5 bis 15 Minuten eingehalten werden, sofern vom Diabetes-Team nicht anders empfohlen.
  • Vergessene Rotation der Injektionsstellen: Ein Rotationsschema hilft, für jede Injektion eine neue Zone zu nutzen.

Gerade bei langjährigem Diabetes schleichen sich leicht Gewohnheiten ein, die nicht optimal sind. Daher lohnt sich gelegentlich ein gemeinsamer „Technik-Check“ mit dem Behandlungs-Team.

Der Insulinpen ist ein zuverlässiges und komfortables Werkzeug – wenn er korrekt genutzt wird. Details wie der Funktionstest, das Rotieren der Injektionsstellen oder das richtige Handhaben der Kanüle können die Glukoseverläufe beeinflussen. Wer die Technik beherrscht und bewusst anwendet, profitiert von einer besseren Wirkung des Insulins, weniger Nebenwirkungen und mehr Sicherheit im Alltag.


von Regine Werk

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Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (1/2) Seite 18-19

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    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

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