- Technik
Deutsche sind skeptisch. Und Menschen mit Diabetes?
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Begrüßen wir technologischen Wandel und innovative neue Möglichkeiten mit offenen Armen, oder überwiegen doch eher die Bedenken über die Risiken? Bei den Deutschen jedenfalls überwiegt der negative Beigeschmack, das zeigt eine aktuelle Studie. Wie aber sehen das Menschen mit Diabetes, denen der Fortschritt in der Diabetes-Technologie oft den Alltag erleichtert? In der Diabetes-Community Blood Sugar Lounge ergibt sich ein differenziertes Bild …
Neuen Technologien stehen Deutsche nicht unbedingt offen gegenüber. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Studie der WHU – Otto Beisheim School of Management, die Deutsche mit Einwohnern in vier ostasiatischen Nationen vergleicht. Die Studie stellt außerdem heraus, dass die Technologie-Skepsis bei deutschen Frauen besonders ausgeprägt ist.
Schätzen Sie die Vorteile des autonomen Fahrens und möglicherweise bald ohne eigene Anstrengung befördert zu werden? Oder fürchten Sie eher einen schweren Unfall? Gefällt es Ihnen, im Supermarkt schnell und kontaktlos mit dem Handy zu bezahlen? Oder haben Sie Bedenken, dass Ihre Daten gestohlen und Ihr Konto gehackt wird? Die Masse der Deutschen wird tendenziell die negativen Aspekte neuer Technologien höher gewichten. Für sie überwiegen die Risiken den Nutzen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie “Opinions On Technology: a Cultural Divide Between East Asia and Germany?” (“Einstellungen zur Technologie: Kulturelle Unterschiede zwischen Ostasien und Deutschland?”).
Menschen aus asiatischen Ländern sind aufgeschlossener
Befragt wurden für die Studie über 700 Menschen aus Deutschland und vier ostasiatischen Ländern (China, Japan, Taiwan, Vietnam). Die Auswertung der Umfrage, die die spezifischen Einstellungen zu unterschiedlichen technologischen Neuerungen erfasst hat, zeigt deutliche kulturelle Unterschiede. So sind die Menschen in den asiatischen Ländern wesentlich aufgeschlossener gegenüber technischen Innovationen in ihrem Alltag. Sie lassen sich vom Nutzen und der Vereinfachung des Alltags überzeugen.
In Deutschland dagegen werden die möglichen Gefahren stärker wahrgenommen. Das hat insbesondere auch Konsequenzen für das Konsumverhalten. Denn Menschen in Deutschland sind schwerer für die Nutzung neuer Technologien zu begeistern. Dementsprechend müssen auch Marketing- und Werbestrategien diesem Phänomen Rechnung tragen.
Warum sind Frauen in Deutschland so skeptisch?
Die Studie arbeitet außerdem heraus, dass die Skepsis bei deutschen Frauen besonders ausgeprägt ist – offenbar ein gesellschaftliches Problem, denn die Einstellung zur Technologie ist in den untersuchten asiatischen Ländern zwischen Männern und Frauen annähernd gleich. Die Studie stößt damit die dringend notwendige Diskussion darüber an, warum bei deutschen Frauen die Technologie-Aversion so stark ausgeprägt ist und wie das Bildungssystem an dieser Stelle gegensteuern müsste. Denn für Frauen kann dies hinsichtlich der Berufswahl oder der Akzeptanz von Technologien im sozialen Bereich zu Nachteilen führen.
Was denken Menschen mit Diabetes über neue Technologien?
Ohne ein technisches Grundverständnis hat man im modernen Diabetes-Management gar keine Chance mehr, oder? Welche Alternativen und Therapiemethoden gibt es aktuell eigentlich? Und welche davon nutzt die Community am liebsten? Viele Fragen, denen im April in der Diabetes-Community Blood Sugar Lounge nachgegangen wurde. In vielen Artikeln haben sich Autorinnen und Autoren mit ihrem Verhältnis zur Diabetestechnik auseinandergesetzt:
- Heike sagt: “Mein Sensor gibt mir oft sehr viel Sicherheit im Umgang mit meinem Diabetes. Ich sehe auf einen Blick meine Gewebezuckerwerte auf dem Handy. Manchmal bringt er aber auch Unruhe ins Diabetesleben.” Hier geht’s zu Heikes Artikel
- Soll ich Diabetes-Apps nutzen? Worauf sollte man unbedingt achten, bevor man sich eine App aufs Smartphone lädt? Susanne schreibt über ihre Gedanken und Wünsche zum Thema digitales Diabetesmanagement.
- Löst die Technik alle Probleme im (Diabetes-)Leben? Leider nicht. Zur funktionierenden Technik braucht es auch zuverlässige Techniken, das verdeutlicht Mirjam mit einem schönen Beispiel.
- Seit einiger Zeit ist das MiniMed 780G Insulinpumpensystem für Menschen mit Diabetes in der Schweiz erhältlich. Carla trägt das System seit einer Weile und erzählt von ihren ersten Erfahrungen.
- DIY-Closed-Loop-Systeme hier, neuste Sensortechnik da! Egal, wo Nathalie sich umsieht: Es geht nur um die neuesten technischen Entwicklungen. Was für viele ein Segen ist, sieht sie manchmal sogar als Fluch.
Quelle: WHU – Otto Beisheim School of Management | Redaktion
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Tagen, 23 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Tagen, 23 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
