- Technik
GlucoMen Day CGM: Transmitter für 5 Jahre, Sensor ohne Nadel
5 Minuten

Unser Ausprobiert-Anwedertest: In der aktuellen Ausgabe hat Dr. Katrin Kraatz das System GlucoMen Day CGM des Unternehmens GlucoMen Day CGM für Sie unter die Lupe genommen.
Es ist immer wieder aufregend, wenn ich mit einem neuen Hilfsmittel für mein Diabetesmanagement beginne. So bin ich auch diesmal gespannt, als ich mit dem CGM-System GlucoMen Day CGM starte.
App herunterladen zum Start
Um damit arbeiten zu können, benötige ich die App gleichen Namens. Sie ist verfügbar für Apple und Android, aber nicht für alle Mobiltelefone. Das Unternehmen A. Menarini Diagnostics, das das von WaveForm Technologies hergestellte kontinuierliche Glukosemesssystem vertreibt, hat mir auf Wunsch ein Empfangsgerät mitgeliefert, auf dem die App bereits installiert ist. Durch WLAN verbunden, registriere ich mich im System und kann die App nutzen.
Zum Registrieren werde ich gebeten, einigen Bestimmungen – Datenschutz, Haftungsausschluss, Zugriffsoptionen usw. – zuzustimmen. Mein Name und mein Geburtsjahr sind dann erforderliche Angaben, Informationen zu Geschlecht und Diabetestyp sind freiwillig. Außerdem entscheide ich mich, meine Daten zum Speichern in der Cloud freizugeben.
Transmitter koppeln und aktivieren
Jetzt kann ich die beiden Transmitter, die die Glukosewerte an die App senden werden, mit der App verbinden. Vorher habe ich beide Transmitter im beiliegenden Ladegerät aufgeladen. Das komplette Aufladen ist auch wichtig, damit der Transmitter die 14 Tage, die der jeweilige Sensor funktionieren soll, Energie hat – ein Wechsel des Transmitters bei liegendem Sensor ist nicht möglich.
Das Verbinden von Transmitter und App erklärt mir die App Schritt für Schritt, das ist einfach: Während der Transmitter im Ladegerät liegt und das grüne Lämpchen leuchtet, drücke ich auf dieses Lämpchen und parallel auf „Transmitter verbinden“ in der App. Diese findet den Transmitter und zeigt mir seine ID, bittet mich, noch die PIN einzutragen – beides steht auf dem Transmitter –, und schon ist es erledigt. Am Ende sind beide Sensoren gekoppelt, einer der beiden ist aktiviert fürs Übertragen der gemessenen Glukosewerte.
Transmitter und Sensor verbinden
Nun lege ich den Sensor. Er ist steril in einer doppelten Papier-Plastik-Hülle verpackt. Nach dem Auspacken lege ich ihn, der in einer Sensoreinheit aus Kunststoff sitzt, auf eine saubere und harte Unterlage. Das ist wichtig, weil ich zuerst den aktivierten Transmitter mit seinen „Füßchen“ in die Sensoreinheit einsetze, was einen gewissen Druck erfordert. Ein Klicken zeigt mir das erfolgreiche Einsetzen an. Danach setze ich den Sensorapplikator, den ich vorher mit einem Hebelzug „gespannt“ habe, an der Führungsschiene der Sensoreinheit an und drücke ihn dann, wieder mit einem gewissen Druck, auf die Sensoreinheit, bis es auch hier klickt.
Nur leichtes Piksen beim Einstechen des Sensors
Anschließend ziehe ich die beiden Klebeschutzfolien an der Sensorunterseite ab. Das nun freiliegende Pflaster setze ich auf meine gewählte Legestelle am Bauch – die ich bereits mit dem zu jedem Sensor mitgelieferten Hautschutztuch vorbereitet habe. Drücke ich jetzt am Applikator auf den Knopf mit zwei Punkten, wird der Sensorfaden automatisch ins Unterhautfettgewebe eingestochen; dabei spüre ich ein leichtes Piksen. Eine Führungsnadel gibt es bei diesem Sensor nicht, der Sensorfaden ist stabil genug, um beim Einstechen nicht zu verbiegen, aber weich genug, um keine Schmerzen während der Tragezeit auszulösen.
Bei der ersten ausprobierten Sensor-Transmitter-Kombination hat das Pflaster 14 Tage gehalten (Foto). Beim zweiten Sensor löste sich das Pflaster nach 11 Tagen, sodass ich das mitgelieferte ringförmige, 9,2 x 10,5 cm große Zusatzpflaster darüberklebte.
Mit Drücken eines weiteren Knopfs und Hochziehen kann ich den Applikator vom Sensor trennen. Im Applikator bleibt die Sensorunterlage, in und auf der Haut Sensor und Transmitter. Mit einem kleinen Hebel löse ich nun noch die Sensorunterlage vom Applikator, der 5 Jahre verwendbar ist. Die Unterlage entsorge ich.
Automatischer Sensor-Start
Die App erkennt automatisch, dass ich einen Sensor gelegt habe, und beginnt mit einem Countdown von 45 Minuten. Sind diese vorbei, kalibriere ich den Sensor zum ersten Mal – der Blutzuckerwert dafür muss zwischen 70 und 250 mg/dl bzw. 3,9 und 13,9 mmol/l liegen. Verwenden kann ich dafür das Messgerät GlucoMen Day Meter, das zusammen mit 25 Teststreifen je Sensor mitgeliefert wird und ausschließlich zusammen mit dem GlucoMen Day CGM erhältlich ist. Das Messgerät koppele ich ebenfalls mit der App. Die Datenübertragung erfolgt hier und auch vom Transmitter zur App per Bluetooth.
Kalibrieren alle 24 Stunden
Während der 14 Tage Laufzeit des Sensors kann ich die gemessenen Glukosewerte für Therapieentscheidungen nutzen. Wie bei jedem anderen CGM-System sammle ich aber erst einmal Erfahrungen zur Genauigkeit, die ich anhand der zum Kalibrieren gemessenen Blutzuckerwerte zum ersten Mal nach etwa 45 Minuten, dann nach 6 Stunden und danach täglich einmal einschätze. Die Kalibrierungen müssen nicht immer zur selben Zeit erfolgen. Selbst wenn die 24 Stunden, die zwischen den Kalibrierungen liegen dürfen, vorbei sind, gibt das System weiter Werte an und vermerkt sie mit dem Hinweis „Geschätzter Glukosewert“.
Ende der Sensor-Sitzung einen Tag vorher angekündigt
Einen Tag vor dem Ende der Sensor-Tragedauer bekomme ich im Display die Meldung „Die Sitzung endet bald“. So kann ich rechtzeitig den zweiten Transmitter aufladen, um direkt mit einem neuen Sensor beginnen zu können, denn das Laden braucht bis zu 4 Stunden. Die App meldet mir am nächsten Tag das Ende der Laufzeit und ich ziehe den Sensor von der Haut ab und damit den Sensorfaden aus dem Unterhautfettgewebe.

Anschließend nehme ich den Transmitter vom Sensor. Den Sensor entsorge ich, den Transmitter lagere ich für die übernächste Sensor-Sitzung. Für die neue, aktuell startende Sensorsitzung deaktiviere ich in der App Transmitter 1 und aktiviere Transmitter 2, damit die App weiß, dass ich jetzt den anderen Transmitter verwende, um meine Gewebeglukosewerte zu messen.
Alarme, Kurven, Statistik
In der App werden mir die Glukosewerte als Zahl und Kurve angezeigt. Trendpfeile informieren mich, wenn die Werte stärker steigen oder fallen, Alarme warnen mich vor und bei Unter- und Überzuckerungen. Abrufen kann ich in der App selbst auch Statistiken wie Glukose-Durchschnitt, Standardabweichung und Variationskoeffizient, als Zahlen und als ambulantes Glukoseprofil. Auch die Time in Range erfahre ich, farblich markiert: Grün sind die Werte zwischen 70 und 180 mg/dl bzw. 3,9 und 10,0 mmol/l, rot die Werte darunter und gelb die darüber. Als CSV-Datei kann ich alle Werte exportieren und beim Nutzen der Cloud meine Daten auch mit der Software GlucoLog Web komfortabel auswerten.
Autorin:
|
|
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 71 (1) Seite 32-33
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Behandlung

5 Minuten
- Behandlung

6 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
thomas55 postete ein Update vor 7 Stunden, 45 Minuten
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Tag, 1 Stunde
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 1 Tag
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]





