Kolumne | Zum guten Schluss: Sicherheit, Klarheit – CGM-System!

2 Minuten

© Christian Mentzel
Kolumne | Zum guten Schluss: Sicherheit, Klarheit – CGM-System!

Ein CGM-System verändert den Blick auf den eigenen Diabetes: Dr. Hans Langer erzählt in seiner Kolumne das Erlebnis eines hochbetagten Mannes, der mit dem Sensor erstmals nächtliche Unterzuckerungen bemerkte und lernte, wie Bewegung und Ernährung seine Glukosewerte beeinflussen.

Wie oft habe ich inzwischen gelesen und gehört, dass Sensoren zum kontinuierlichen Glukose-Monitoring (CGM) hierzulande für alle Menschen mit Diabetes auf Kosten der Krankenkassen verfügbar sein sollten. Argument: Damit sehen die Menschen, was welches Lebensmittel oder welche Mahlzeit bewirkt und wie sich Bewegung auf die Glukosewerte auswirkt.

Wenn man das nur theoretisch mitbekommt, ist es zwar logisch nachvollziehbar – aber wie anders ist es doch, wenn man es direkt erlebt. So hat ein hochbetagter Bekannter vor Kurzem den ersten CGM-Sensor gesetzt. Hintergrund bei ihm war vor allem, dass er offenbar unter seiner Therapie mit Insulin Unterzuckerungen hatte, die er nicht bemerkte – der Sensor soll jetzt Sicherheit bringen.

Und das brachte er auch ganz schnell: Nachts weckte ihn der Sensor seitdem nicht nur einmal, weil die Glukosewerte zu tief gerutscht waren. Ein Griff zum Traubenzucker, gegessen – und beruhigt weitergeschlafen! Auch für die Angehörigen erhöhte sich dadurch das Gefühl der Sicherheit, wie er erzählt.

Viele Aha-Effekte dank CGM-System

Aber neben diesem bei ihm entscheidenden Aspekt hat das CGM-System bereits viele Aha-Effekte erzeugt. Seine langen Wege zu Fuß zum Einkaufen verbrauchen die Kohlenhydrate vom Frühstück ordentlich. Auch hier schützte ihn das CGM-System vor einer Unterzuckerung, weil es Alarm gab. Geht mein Bekannter auf einem dieser Wege zwischendurch in ein Restaurant zum Mittagessen und spritzt dafür ausnahmsweise kein Insulin, macht das gar nichts – der lange Weg verbraucht auch diese Kohlenhydrate!

Aber auch andersherum bringt der Sensor Klarheit: Ein Stück Kuchen zum Kaffee lässt die Werte ganz schön steigen. Das ist eigentlich klar, und war es auch ihm. Aber wenn man es dann doch noch einmal so direkt vor Augen geführt bekommt mit einer steil nach oben steigenden Kurve, ist das doch noch mal anders …

Natürlich ist ein CGM-System mit einem Lesegerät, das man immer in irgendeiner Tasche dabeihaben muss, gerade im hohen Alter, wo das Denken an Dinge sowieso oft schon schwerer fällt, auch eine Herausforderung. Aber es lohnt sich, für jeden, in jedem Alter, mit jeder Therapie, auf jeden Fall!

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

von Dr. Hans Langer

Dr. Hans Langer war ein fiktiver Charakter im Rahmen der Kolumne „Zum guten Schluss“, die von 2013 bis 2024 im Diabetes-Journal erschienen ist. Hinter der Rolle als Arzt in einer Diabetes-Klinik, der aus seinem Berufsleben berichtete, steckte ein echter Mensch, mit ähnlichem Hintergrund.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 71 (5) Seite 82

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Diabetes-Technologien im Alter: Mehr Sicherheit und Lebensqualität im Alltag
Sind Diabetes-Technologien nur etwas für Jüngere? Dieses Stereotyp ist längst überholt, denn auch Menschen im höheren Alter profitieren von modernen Hilfsmitteln – unter Berücksichtigung der jeweiligen Lebenssituation.
Diabetes-Technologien im Alter: Mehr Sicherheit und Lebensqualität im Alltag | Foto: Christoph Burgstedt – stock.adobe.com

3 Minuten

CGM und Smart-Pens: Wie moderne Technik das Leben mit Diabetes verändert
Moderne Technik greift immer mehr in die Diabetestherapie ein. Beispielsweise ermöglichen CGM-Systeme und Smart-Pens einen besseren Einblick in die Glukoseverläufe und Zusammenhänge – und erleichtern so das Leben mit Diabetes.
Die Welt von CGM und Smart-Pens: Wie moderne Technik das Leben mit Diabetes verändert | Foto: Oleksandr – stock.adobe.com

5 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • olivers postete ein Update vor 2 Tagen, 23 Stunden

    Hallo Zusammen!
    Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
    Liebe Grüße
    Oliver

  • zojou96 postete ein Update vor 4 Tagen, 1 Stunde

    Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂

  • Hallo,

    hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
    Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
    Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
    Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
    Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
    Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁

    LG Sandra

    • Nun, ich weiß nicht, was ihr alles probiert habt. Aber Handyneustart, Bluetooth neu aktivieren, Akku muss genug Kapazität haben. Vielleicht ist der Sensor auch locker, Schweiss hat auch immer bei mir Schwierigkeiten gemacht (wird beim Kind nicht sein).
      Gruß Oliver

    • @olivers: Haben wir alles gemacht und hat dennoch nicht geholfen 🙁
      Wir haben auch spezielle Pflaster zum drauf kleben,aber die machen keine Probleme.
      Nun sollten bis mitte nächster Woche die neuen Sensoren kommen und ich hoffe es klappt dann mal ohne Probleme

      Gruß Sandra