- Technik
Serie „Green Diabetes“: Wohin mit dem Diabetesmüll?
3 Minuten
In der Diabetestherapie fallen viele Einwegartikel und Umverpackungen aus Plastik sowie Verbundstoffe und festverbaute Batterien an. Doch muss das so sein? Und wohin mit dem Diabetesmüll? In vielen Bereichen findet bereits ein Umdenken statt, wie unsere Beitragsserie „Green Diabetes“ zeigt.
Ob Einweg-Insulinpen, Pen-Nadel, Applikator für den Glukosesensor oder Katheter-Schlauch für die Insulinpumpe: Bislang verläuft das Produktleben von Hilfsmitteln für die Diabetestherapie in der Regel überwiegend linear. Auf die Materialbeschaffung folgen Produktion, Verpackung, Verteilung und Gebrauch – anschließend landet der benutzte Artikel im Abfall. „Wir müssen zu einem anderen Denken und Verhalten kommen, von der Wegwerf- zur Kreislaufwirtschaft“, erklärte Dr. Katrin Kraatz, Chefredakteurin des Diabetes-Journals, auf einer Veranstaltung Anfang dieses Jahres. Gebrauchte Hilfsmittel müssten recycelt werden, damit die Rohstoffe erneut in den Produktionskreislauf gelangen. „Recycling darf nicht mehr teurer sein als Wegwerfen!“
Die aktuelle Medical Device Directive (MDD) der EU macht hierzu bereits klare Vorgaben. So heißt es darin: „Die Produkte werden so designt und hergestellt, dass ihre sichere Entsorgung und die der damit verbundenen Abfallstoffe durch Anwendende, Patientinnen und Patienten oder andere Personen, erleichtert wird. Zu diesem Zweck sollen die Hersteller Verfahren und Maßnahmen ermitteln und erproben, mit denen ihre Produkte nach der Verwendung sicher entsorgt werden können. Diese Verfahren sind in der Gebrauchsanweisung zu beschreiben.“
Restmüll, Sammelbox oder Gelber Sack: Wohin mit Teststreifen, Sensoren, Insulinpen-Nadeln und Co.?
Doch in und auf Verpackungen von Diabeteshilfsmitteln sucht man derartige Hinweise bislang vergeblich. Es ist für Anwendende nicht ersichtlich, wie die einzelnen Komponenten zu entsorgen sind. Gehört ein gebrauchter Glukosesensor in den Restmüll oder in die Sammelbox für Altbatterien? Darf man benutzte Pen-Nadeln in den Gelben Sack werfen oder vielleicht doch nur die Schutzkappen aus Plastik? Und wie werden der Applikator für einen CGM-Sensor oder ein Teststreifen für die Blutzuckermessung korrekt entsorgt? Auch Rücknahmeprogramme durch die Hersteller sind zurzeit eher die Ausnahme als die Regel.
Mittlerweile gibt es in der Diabetes-Industrie einzelne Initiativen, um das Müllaufkommen zu reduzieren. Sie reichen von vorgefüllten CO2-neutralen Auto-Injektoren über die Rücknahme und Wiederverwertung von Einweg-Insulinpens, den Fokus auf kostengünstige Mehrweg- statt Einweg-Insulinpens bis hin zu kleineren Glukosesensoren, die mit entsprechend weniger Material und Verpackung auskommen. Dazu kommen branchenübergreifend neue Ideen für stabile und wiederverwendbare Transportverpackungen anstelle von Einwegverpackungen aus Kunststoff oder Pappe. Doch diese Einzelaktivitäten reichen nach Einschätzung vieler in der Diabetologie Tätigen noch nicht aus.
„Green Diabetes Summit“: neue Strategien und Praktiken, um Diabetesmüll zu reduzieren
Im Juli 2021 hat deshalb die Diabetes Technology Society (DTS) den virtuellen „Green Diabetes Summit“ veranstaltet, an dem 23 Vertreterinnen und Vertreter der wichtigsten Interessengruppen aus den USA und Europa teilnahmen. „Dabei entstand eine ‚Green Diabetes Declaration‘, in der die Teilnehmenden ihre Unterstützung für neue Strategien und Praktiken zur Förderung von Nachhaltigkeit und ordnungsgemäßer Abfallentsorgung bekräftigen“, berichtete Dr. Kraatz.
Die Erklärung richtet sich an alle, die mit Diabetes-Technologie zu tun haben:
- Menschen mit Diabetes
- Gesundheitsberufe
- Hersteller
- Regierungs- und Aufsichtsbehörden
Auch Menschen mit Diabetes machen sich Gedanken: Diabetesmüll an die Hersteller zurückschicken?
Tatsächlich ist Nachhaltigkeit für immer mehr Menschen mit Diabetes ein wichtiges Thema, wie die Diskussion im Plenum zeigte. „Natürlich möchte niemand auf Annehmlichkeiten wie Glukosesensoren verzichten. Doch es tut im Herzen weh, so viel Müll zu produzieren“, berichtete ein Teilnehmer. „Was sich in der Medizin an Abfall ansammelt, wird noch viel zu häufig völlig unkritisch gesehen“, meinte ein anderer Zuhörer. „Die Diabetespraxen sollten hierbei zum Katalysator für Patienten werden – wir sollten ihren Diabetesmüll sammeln und an die jeweiligen Hersteller zurückschicken“, schlug eine weitere Teilnehmerin vor.
Alle Beiträge aus unserer Serie „Green Diabetes“
In der Diabetes-Therapie fallen viele Einwegartikel, Batterien und Umverpackungen an. Doch muss das so sein? Und wohin mit dem ganzen Diabetesmüll? In vielen Bereichen findet bereits ein Umdenken statt. In dieser Serie zur Nachhaltigkeit in der Diabetologie beleuchten wir das Thema aus verschiedenen Perspektiven: Pharma- und Hilfsmittelindustrie, Patientinnen und Patienten, Diabetespraxen, Behörden und Gesetzgeber sowie Kostenträger.
Der ehemalige AGDT-Vorsitzende und Mitherausgeber der Fachpublikation diatec journal, Prof. Dr. Lutz Heinemann, fand Gefallen an dieser Idee. „Einfach mal den ganzen Müll an die Hersteller zurückzuschicken, könnte tatsächlich etwas bewirken. Wenn Landwirte Übelriechendes vor Ministerien abkippen, bringt das ja auch gelegentlich was.“
von Antje Thiel
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Tag, 22 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 2 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße