Dia­betes Herbsttagung: „So jung – und schon Diabetes?“

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Dia­betes Herbsttagung: „So jung – und schon Diabetes?“

Was verändert sich durch die Digitalisierung in der Diabetologie? Welche Auswirkungen hat das auf die Arzt-Patient-Beziehung? Typ-1-Diabetikerin Lisa Schütte und Diabetologe Dr. Jens Kröger sprachen darüber im Interview auf der Dia­betes Herbsttagung.

Nicht nur Fachvorträge gab es bei der Dia­betes Herbsttagung im November 2019 in Leipzig, auch Interviews wurden an Ständen der Industrie geführt. So sprach Moderator Sascha Schiffbauer am Stand des Unternehmens Berlin-Chemie mit Lisa Schütte und Dr. Jens Kröger – über Digitalisierung und über Kompetenz in der Diabetologie.

Möglichkeiten positiv annehmen

Für Lisa Schütte hat sich, seit sie in die Online-­Diabetesszene eingestiegen ist, viel verändert: Während sie früher Informationen nur beim Arzt bekommen habe, wie sie erzählt, sei sie durch den Austausch in der Community „permanent irgendwie immer informiert“. Die Folge für ihre Quartalsbesuche bei ihrer Diabetologin: „Was mir ganz groß aufgefallen ist: dass die Gespräche viel mehr auf Augenhöhe stattfinden.“

Therapieentscheidungen fällt sie jetzt gemeinsam mit ihrer Ärztin. Das unterstützt auch Dr. Jens Kröger und macht seinen Kollegen Mut, die fürchten, dadurch an Kompetenz zu verlieren: „Das Entscheidende ist, dass man diese Kommunikation bei all den Möglichkeiten einfach positiv annimmt.“

Viel Unkenntnis über Diabetes

Allerdings erlebt Lisa Schütte auch heute noch manchmal zum Beispiel bei Krankenhausaufenthalten unabhängig von ihrem Diabetes viel Unkenntnis. Sie erzählt: „Da war es dann so, dass selbst die Krankenschwestern mit meiner Technik, also mit der Pumpe und so, gar nichts anfangen konnten und auch Sprüche kamen wie ‚So jung – und schon Diabetes?‘ und ‚Was, so jung und schon Insulin spritzen?‘.“

Froh ist sie dann, wenn ihr gesagt wird: „Sie haben das ja schon so lange, Sie wissen, was Sie zu tun haben.“ Problematisch ist die fehlende Fach­kompetenz aber schon und sie wird auch auf Ärzteseite zunehmen, denn der Nachwuchs fehlt, warnt Kröger: „In den Kliniken werden ganze Abteilungen der Diabetologie geschlossen. Und dann sind nicht mehr genügend Leute da, die das überhaupt können.


von Dr. med. Katrin Kraatz

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (1) Seite 14

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Monat

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße