- Technik
So viele Daten – und was nun?
2 Minuten

Die Digitalisierung schreitet in allen Lebensbereichen voran und macht auch vor dem Gesundheitswesen keinen Halt. Alex Adabei hat sich in der KolumneZum guten Schluss über Nutzen und Gefahren der neuen technologischen Möglichkeiten Gedanken gemacht.
Ein dunkler Saal. Darin: Leute vom Fach, die meisten Diabetologen, Diabetologinnen. Der Referent, selbst Diabetologe, klickt weiter in seiner Präsentation. Es macht sich heitere Verzweiflung breit, denn riesengroß an der Wand sind nun die Aufzeichnungen eines Patienten zu sehen: viele Zahlen, ordentlich untereinander geschrieben. Die Zeitangaben fehlen. “Die meisten der niedrigen Werte habe ich morgens gemessen”, sagte der Patient dazu.
Der Referent klickt weiter: Dieser Patient hat die Blutzuckerwerte sehr gewissenhaft aufgeschrieben. Aber es tauchen nur drei Werte auf: 100, 101 und 102 mg/dl – der Tagebuchschreiber hat wohl kurz vor dem Arzttermin noch eingetragen, was ihm plausibel erschien.
Die Mängel der handschriftlichen Dokumentation
Wie soll ein Diabetologe – oder auch der Diabetiker selbst! – aus solchen Aufzeichnungen einen vernünftigen Schluss ziehen können? Sicher sehen nicht alle Tagebücher so aus, aber das Grundproblem bleibt: Aus sehr vielen, vielleicht auch fehlerhaften, vielleicht nicht lückenlos notierten Daten soll eine exakte Analyse entstehen, und zwar am besten schnell.
Nun gibt es Computerprogramme, die die Analyse vereinfachen. Dazu müssen die Daten in digitaler Form vorliegen, also in Werte verwandelt worden sein, die ein Computer verarbeiten kann. Der Referent kennt sich damit aus und zeigt, wie er Patienten schon oft mit detektivischem Spürsinn helfen konnte.
Ein entscheidendes Wort ist nun gefallen: digital. Das zweite entscheidende Wort bringt an diesem Nachmittag der zweite Referent ins Spiel: Big Data. Big Data bedeutet, dass große Datenmengen gesammelt, elektronisch gespeichert und analysiert werden.
Big Data – schöne neue Diabetes-Welt?
Was das bringt, erklärt dieser zweite Referent – auch er Diabetologe – so: Ein Arzt entwickelt mit der Zeit ein “Bauchgefühl”, er erkennt Muster in den Daten seiner Patienten und kann so oft gute Empfehlungen geben. Durch Big Data ließen sich aber viel genauere Patientenmuster erkennen und damit Behandlungsmöglichkeiten, die individuell auf den Einzelnen abgestimmt sind.
Ist das die schöne neue Diabetes-Welt? Was ist mit dem Datenschutz? Sicher ist: Die geht nicht mehr weg, die Digitalisierung. Werden wir es schaffen, die Datenmassen so zu beherrschen, dass es (auch) dem Gemeinwohl dient?
Im Kommentarbereich unterhalb der Kolumne können Sie das Gelesene kommentieren, eigene Erfahrungen schildern, mitreden … einfach auf die Sprechblase klicken und ins Kommentarfeld schreiben!
von Alex Adabei

Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (06131) 9 60 70 0, Fax: (06131) 9 60 70 90,
E-mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2016; 65 (7) Seite 82
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 3 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße