T1Day war lebendig und intensiv

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© Kirchheim-Verlag
T1Day war lebendig und intensiv

Veranstaltungen für Menschen mit Diabetes leben davon, dass man sich trifft, sich direkt austauscht. In diesem Jahr sind solche Präsenz-­Veranstaltungen schwierig, wegen der Corona-Pandemie. So fand auch der T1Day zum ersten Mal rein virtuell statt, ebenso die DiaTec als Experten-Kongress direkt vorher. Beide Veranstaltungen wurden gut angenommen, die Teilnehmer waren aktiv dabei, hörten Vorträge, nahmen an Workshops und t-Camps teil.

T1Day 2021: „Wir sind erstmalig komplett digital.“ So begrüßte Moderatorin Shirin Valentine, selbst Typ-1-Diabetikerin seit 20 Jahren, die fast 600 Teilnehmer an den Bildschirmen zu Hause. Die Corona-Pandemie hatte auch diese Veranstaltung, die sich an Menschen mit Typ-1-Diabetes, ihre Familien und ihre Freunde richtet, ins virtuelle Umfeld verlagert.

Break-Out-Sessions zum virtuellen ­Treffen

In den vergangenen Jahren war der T1Day in Berlin nicht nur ein Tag, an dem man sich Informationen zu neuesten Entwicklungen in der Dia­betes-Technologie holte, sondern auch ein Tag, an dem man Freunde und alte Bekannte traf, sich vor Wiedersehensfreude in die Arme fiel. All das ging in diesem Jahr am letzten Januar-Tag nicht. Aber Veranstalter und Organisatoren hatten versucht, zumindest ein bisschen Ersatz zu schaffen: „Es gibt Break-­Out-Sessions, wo ihr mit euren Freunden, mit Menschen, mit denen ihr reden wollt, auch direkt kommunizieren könnt“, erklärte Veranstalter Prof. Dr. Lutz Heinemann von Science-­Consulting in Diabetes.

Den Digitalisierungs- und Technologie-Report (D.U.T-Report) 2021 stellten Prof. Dr. Lutz Heinemann (links) und Prof. Dr. Bernhard Kulzer im Vorfeld der DiaTec vor.

„Was wir damit versuchen, ist, dass ihr miteinander reden könnt, dass ihr Informationen bekommt und dass ihr, wir auch Spaß haben an dem heutigen Tag.“ Und es wurde viel diskutiert, wie man beim Klicken auf die Teilnehmerliste erkennen konnte: Viele waren in den Pausen im Gespräch.

Lebendige und intensive t-Camps

Auch die Technologie-Camps, kurz: t-Camps, wurden für den Informations- und Erfahrungsaustausch genutzt. Die Themen waren vielfältig, sie behandelten z. B. die Wahl einer Insulinpumpe und Systeme zur automatisierten Insulinabgabe (AID-Systeme), Reisen mit Diabetes, Telemedizin, Therapieanpassung beim Sport, Corona und Typ-1-Diabetes, Diabetes-Belastung für Typ 1 und Typ F und die Online-Community. Heinemanns Einschätzung: „Ich hatte den Eindruck, es war sehr lebendig, sehr intensiv.“

Themen up to date

Natürlich kam auch die Wissenschaft nicht zu kurz. Prof. Dr. Bernhard Kulzer aus Bad Mergentheim stimmte die Teilnehmer ein: „Es geht um wirklich die Themen, die 2020 und 21 auch wirklich up to date sind.“ So berichtete Ulrike Thurm aus Berlin über AID-Systeme und warf mit einem Zitat vom Diabetologen Bernhard Gehr aus dem Jahr 2020 einen Blick in die Zukunft, „dass es uns in circa fünf Jahren vielleicht bizarr und gefährlich vorkommt, wie wir es früher gewagt haben, Insulinpumpen einfach so Insulin pumpen zu lassen, ohne dass deren Abgabe von einem Sensor überwacht und gesteuert wird“.

Aber sie warnte auch: „Die Technik muss stimmen.“ Und eine gute Insulinpumpen- und CGM-Schulung seien Voraussetzung. Auch Kulzer dämpfte die Euphorie: „Es gibt schon ein paar Haken, über die es sich lohnt, auch Bescheid zu wissen, bevor man sich entscheidet zu einem AID-System.“

Konsenspapier zu AID-Systemen

Diabetologen und Endokrinologen aus 25 Ländern erarbeiten gerade ein Konsenspapier, das Diabetesexperten eine Grundlage bieten kann, an die sie sich in Bezug auf AID-Systeme, die im Moment noch weitgehend selbstgebaute Systeme sind, halten können. Wie Dr. Katarina Braune aus Berlin berichtete, wird der Text gerade juristisch geprüft und soll noch dieses Jahr publiziert werden, sodass dann auch Diabetiker selbst das Konsenspapier nutzen und ihren Ärzten geben können.

„Bleibt gesund!“

In welcher Form der T1Day im nächsten Jahr stattfinden kann und wird, ist derzeit noch offen: „Wir hoffen, wieder eine Präsenzveranstaltung zu haben“, sagte Heinemann und verabschiedete alle: „Bleibt gesund! Bis nächstes Jahr …“

DiaTec zum zehnten Mal

Dem T1Day vorausgegangen war ein zweitägiger Kongress über Diabetes-Technologie für Experten, der zum zehnten Mal stattfand: die DiaTec 2021, unter dem Motto „Die digitale Dia­betes­praxis“. Das Vortragsspektrum umfasste nahezu alles, was man sich zu diesem Themenkomplex vorstellen kann. Über 700 Ärzte und Diabetesberatungskräfte nahmen teil.

Kreative Köpfe für digitale Lösungen: Das sind die virtuell anwesenden Finalisten des bytes4diabetes-Awards.

Große Umfrage zu Diabetes-Technologie

Außerdem gab es u. a. ein großes Symposium des Unternehmens Berlin-Chemie, in dem wie in den vergangenen Jahren der Digitalisierungs- und Technologie-Report (D.U.T-Report) vorgestellt wurde, in der Neuauflage 2021. Zu finden ist die große Umfrage zu Diabetes-Technologie, ergänzt um elf Artikel, unter www.dut-­report.de. Verliehen wurden auch die bytes4diabetes-Awards für besondere technologische Ideen und Entwicklungen.


Autorin:

Dr. Katrin Kraatz
Redaktion Diabetes-Journal, Kirchheim-Verlag
Wilhelm-Theodor-Römheld-Straße 14, 55130 Mainz
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (3) Seite 12-13

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Tag, 4 Stunden

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Tag, 21 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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