Eltern-Kind-Wochenende in Obernkirchen: Lernen, lachen, loslassen – und dem Diabetes nicht ausgeliefert sein

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Eltern-Kind-Wochenende in Obernkirchen: Lernen, lachen, loslassen – und dem Diabetes nicht ausgeliefert sein | Foto: DNI
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Eltern-Kind-Wochenende in Obernkirchen: Lernen, lachen, loslassen – und dem Diabetes nicht ausgeliefert sein

Vier Tage drehte sich alles um Entlastung, Wissen und Community: Bei unserem Eltern-Kind-Wochenende zu Himmelfahrt wurde Diabetes Typ 1 zum Gemeinschaftsthema.

Einfach mal rauskommen, durchatmen, austauschen – das konnten über 30 Familien mit einem an Typ-1-Diabetes erkrankten Kind beim Eltern-Kind-Wochenende der Diabetiker Niedersachsen. Bei frühsommerlichem Wetter traf man sich vom Himmelfahrts-Donnerstag bis Sonntag im idyllischen Jugend-, Bildungs- und Freizeit-Centrum (JBFC) Obernkirchen, um gemeinsam Kraft zu tanken. Während die Kinder sicher betreut spielten, entdeckten und lernten, konnten sich die Eltern auf eine Auszeit der besonderen Art einlassen – voller Inspiration, Austausch und praktischer Erkenntnisse.

Zwischen Rückenwind und Feierabend

Gleich mehrfach lud Entspannungstrainerin Claudia Kümmel dazu ein, den inneren Akku neu zu laden. Ob in „Rückenwind“ oder beim Workshop „Die große Kraft der kleinen Pausen“ – Eltern lernten, wie Mini-Auszeiten guttun und sich auch nachhaltig im Alltag integrieren lassen. Die Teilnehmer-begrenzten Workshops waren so gefragt, dass sie teilweise spontan ein zweites Mal angeboten wurden.

Mit dem „Feierabendgespräch“ bot sich ein intimer und offener Austausch. Diabetologin Dr. Katja Schaaf hörte zu, gab Impulse – und viele gingen mit einem leichteren Herzen ins Bett. Ihre Kompetenz war am gesamten Wochenende gefragt, etwa beim Workshop „Notfall: Von der Pumpe zum Pen“ oder in der Veranstaltung „Wie funktionieren Ketone?“, in der Diabetesberaterin Leyla Herzallah fundiertes Wissen praxisnah vermittelte.

Große Freude in Obernkirchen.
Eltern-Kind-Wochenende in Obernkirchen: Die vielen Angebote sorgten für viel Freude bei den Kindern. | Foto: DNI

FPE, Ernährung und die Pubertät

Auch klassische „Therapiebaustellen“ kamen nicht zu kurz. In ihrem Workshop zu „Fett-Protein-Einheiten“ brachte Diabetesberaterin Leyla Herzallah Licht ins Dunkel eines Themas, das viele Eltern seit Jahren umtreibt. Und wer Lust auf konkrete Küchen-Erlebnisse hatte, konnte mit Ernährungsberaterin Regina Kröger im Kurs „Gemeinsam satt: Kreative Hausmannskost“ mit den Kindern den Kochlöffel schwingen – inklusive finaler Kostprobe.

Für Jugendliche bot das Trio Dr. Katja Schaaf, Leyla Herzallah und Maren Sturny, Mutter einer Tochter mit Typ-1-Diabetes, eine kraftvolle Botschaft: In „Scheiß drauf, was die anderen sagen“ ging es um Selbstbewusstsein, soziale Ängste und das Ringen um Normalität – ganz ohne Eltern. Auch für die Kleineren wurde das emotionale Thema greifbar. Der Workshop „Das Dia-Monster im Griff behalten“ half, Gefühle rund um den Diabetes zu verstehen und ihnen mit Mut und Optimismus zu begegnen.

Eltern-Kind-Wochenende in Obernkirchen: Auch die jüngeren Kinder lernten viel in den zahlreichen Workshops. | Foto: DNI
Eltern-Kind-Wochenende in Obernkirchen: Auch die jüngeren Kinder lernten viel in den zahlreichen Workshops. | Foto: DNI

➤ Mehr aus unserer Typ-F-Arbeit

Spiel, Kreativität und Bewegung

Während Eltern, ältere Kinder und Jugendliche sich austauschten und weiterbildeten, waren die Kleinsten keineswegs auf sich gestellt. Pädagogisch wertvolle Angebote wie „Kreativ mit Steinen“ von Pädagogin Angie Borchardt und „Kohlenhydratkompass selbst gestalten“ mit Typ-F-Selbsthilfegruppenleiterin Maren Ruhmann sorgten für Spaß und bleibende Erinnerungen. Gleichzeitig wurde die eigene Resilienz gestärkt – etwa im bereits erwähnten „Dia-Monster“-Workshop oder beim Kochen mit Regina.

Wer noch Energie hatte, konnte beim „Tango für alle“ mit Tanzlehrerin Claudia Rogowski das Tanzbein schwingen – eine Übung in Körpergefühl und Achtsamkeit, bei der am Ende so mancher völlig überrascht war, wie flüssig die Schritte schon saßen. Eine Vorführung des Erlernten war da obligatorisch.

Tango in Obernkirchen
Eltern-Kind-Wochenende in Obernkirchen: Beim Tangokurs kam es auf Körpergefühl und Achtsamkeit an. | Foto: DNI

Ein Wir-Gefühl, das trägt

Neben all der Weiterbildung blieb natürlich genügend Raum für das, was solch ein Wochenende besonders macht: Lachen, Geselligkeit, neue Freundschaften. Ob beim gemeinsamen Kaffeetrinken auf der Terrasse, beim Zusammentreffen am Feuerkorb oder beim Toben auf der Hüpfburg – das gute Wetter, die entspannte Atmosphäre und das geteilte Wissen um die Herausforderungen des Diabetes schufen schnell ein Wir-Gefühl, das trägt.

Fazit: Mit dem Diabetes ist man nicht allein

Unser Eltern-Kind-Wochenende hat einmal mehr gezeigt: Wenn Gemeinschaft auf Fachwissen trifft, wenn Kinder ernst genommen und Eltern entlastet werden, entsteht ein Raum, in dem Veränderung beginnt. Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit Vertrauen, Zugewandtheit und einer Prise Leichtigkeit. Und die wichtigste Erkenntnis nach vier Tagen? Dass man mit dem Diabetes weder allein noch ihm ohnmächtig ausgeliefert ist.


Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (8/9) Seite 76-77


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  • Hallo, hat hier noch jemand Doppeldiabetes (durch Corona verursacht oder warum auch immer)? Ich würde mich gerne austauschen.

  • olivers postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hallo Zusammen!
    Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
    Liebe Grüße
    Oliver

  • zojou96 postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂