Ach du lieber Klaus …

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Ach du lieber Klaus …

Auf der Weihnachtsfeier bietet der eigentlich eher distanzierte Chef auf einmal allen Mitarbeitern das Du an und sorgt damit am nächsten Tag für Verunsicherung unter der Belegschaft – Dr. Hans Langer beschreibt eine Situation aus seiner Klinik, die wohl viele Angestellte nachempfinden können.

Seit der Weihnachtsfeier in unserer Klinik darf ich zu meinem Chef “Klaus” sagen – das kam so: Wir saßen in gemütlicher Runde und hatten nach dem Glühwein zum Einstieg auch ein paar Gläser des guten Rotweins zum Essen getrunken.

Da erzählte mein Chef, der große Professor, dass der Vorstandsvorsitzende eines großen Konzerns einen besonderen Entschluss gefasst hatte. Dieser Konzernlenker fand es nämlich blöd, dass er manche Mitarbeiter auf dem Golfplatz duzt und am Arbeitsplatz wieder siezt. Und weil er all dies sooo befremdlich fand, bot er allen Mitarbeitern per Mail das “Du” an; wir alle lachten über die Geschichte und waren uns einig, dass man im modernen Management eines Konzerns manchmal auch unkonventionelle Wege gehen muss.

Und dann geschah das Unfassbare:

Am Folgetag wird nach Hilfe im Knigge gesucht…

Unser Chef, der immer so viel Wert darauf gelegt hatte, dass man ihn mit Herr Professor anredete (was ihm natürlich zustand und der sich immer maßlos darüber ärgerte, wenn Patienten ihn ohne Titel ansprachen), genau dieser Mann sagte plötzlich: “Ach meine Lieben, sagt doch ab sofort einfach Klaus zu mir.” Das mit dem Klaus und “du” ging an diesem Rotwein-Abend auch richtig gut. Am nächsten Tag in der Klinik sah alles ganz anders aus: Jeder vermied eine persönliche Anrede gegenüber dem Chef.

Eine jüngere Kollegin ging so weit, dass sie ein Knigge-Buch in der Buchhandlung erstand und nachschaute, wie denn nach Duz-Angeboten auf Weihnachtsfeiern am nächsten Tag zu verfahren sei. Und da stand wortwörtlich, dass man doch erst einmal abwarten soll, ob sich der Chef noch an das Duz-Angebot erinnern kann … – nun, so betrunken war er tags zuvor auch wieder nicht. Es kam, wie es kommen musste: Es blieb beim “Klaus” und beim “Du”.

In Gegenwart von Patienten bleibt Klaus der Herr Professor

Das war im Dezember. Kürzlich zogen wir unter uns Kollegen beim Morgenkaffee im Stationszimmer Bilanz: War es nun gut oder nicht so gut, dass wir unseren Chef duzen? Die meisten meinten, dass man nun mehr Nähe zu ihm habe und sich öfter auch mit simplen Fragen an ihn wendet, weil einfach die Barriere geringer ist. Und niemand habe den Eindruck, dass der Respekt vor dem Chef geringer sei oder dass seine Autorität gelitten habe.

Über eine Sache waren sich alle einig: “In Gegenwart von Patienten bleibt unser Klaus der Herr Professor.” Das hatte er sich gleich zu Anfang auch so gewünscht. Er erklärte das damit, dass es einfach nicht schön sei, wenn alle “Du” sagen und nur der Patient beim “Sie” bleiben müsse. Ich muss ganz ehrlich sagen: Da hat er recht, der Klaus.


von Dr. Hans Langer

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (06131) 9 60 70 0, Fax: (06131) 9 60 70 90,
E-mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (2) Seite 82

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  • uho1 postete ein Update vor 2 Tagen, 16 Stunden

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂