Gemalte ­Gefühle, die befreien

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Gemalte ­Gefühle, die befreien

Wie gehen Menschen mit Diabetes mit ihrer Erkrankung um? Sich mit dem eigenen Leben oder Aspekten davon kreativ und künstlerisch auseinanderzusetzen und so Probleme sichtbar zu machen, kann ein Weg sein, den Diabetes anzunehmen. Alex Adabei stellt zwei Künstler vor, die den Diabetes in ihren Werken verarbeitet haben.

Der Diabetes ist kein angenehmer Begleiter. Und er bleibt für immer – es bringt nichts, die Scheidung einzureichen oder umzuziehen. Der Diabetes bleibt untrennbar verbunden mit dem eigenen Körper, dem eigenen Geist.

Wie also gehen Menschen mit Diabetes mit ihrem ungebetenen Lebensbegleiter um? Sich mit dem eigenen Leben oder Aspekten davon kreativ und künstlerisch auseinanderzusetzen und so Probleme sichtbar zu machen, kann ein Weg sein, den Diabetes anzunehmen. Gefühle und Gedanken zu malen, kann befreien.

Mit Ausdrucksmalerei den eigenen Diabetes-Weg gefunden

Auf zwei Menschen, die ihren Diabetes-Gefühlen künstlerisch Ausdruck verleihen, bin ich beim Stöbern in einem älteren Diabetes-Journal gestoßen: Shahid Alam und Regine Fürst. Die beiden Künstler haben ihre Art, sich auszudrücken, auch für ihre Auseinandersetzung mit dem Diabetes genutzt. Aber natürlich muss man nicht professionell „Kunst machen“, um seine Gefühle in ein Bild fließen zu lassen.

Ihren eigenen Diabetes-Weg hat Regine Fürst über die Ausdrucksmalerei gefunden. Gemalt wird in einem geschützten Raum, in dem „die Bilder kommen dürfen. Und wenn sie kommen, dann kann ich mit mir selbst in einen Dialog gehen – das ist so etwas wie ein reinigender Prozess. Ich habe dadurch meinen Frieden mit dem Diabetes gefunden.“

Es geht dabei nicht darum, „schön“ zu malen. Und um Worte erst recht nicht: „Alles, was man in Worte fassen kann, ist schon ein bisschen bewältigt, eben weil man es in Worte fassen kann. Die Malerei ist anders, sie ist eine ganz archaische menschliche Sprache. Und man kann mal den Teufel an die Wand malen und Dinge rauslassen, die man so nicht sagen würde.“

Kanülen und Teststreifen zu Kunstwerken verarbeitet

Sehr viel systematischer geht Shahid Alam an seine Diabetes-Kunst heran. Er arrangiert benutzte Kanülen und Teststreifen zu geometrischen, dreidimensionalen Collagen, denen man anmerkt, welche Wertschätzung er den Hilfsmitteln entgegenbringt. Er sagt: „Da wiederholt sich etwas, was im Leben eines Diabetikers von großer Bedeutung ist: Pünktlichkeit, Regelmäßigkeit, Geduld. All diese Dinge sind da, damit ich mit meinem Diabetes lebe.“

Die Porträts von Regine Fürst und Shahid Alam finden Sie auf www.diabetes-online.de/a/diabetes-kunst



von Alex Adabei

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.


Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (5) Seite 84

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  • Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Tag, 17 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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