- Allgemein
Gleiche Chancen? Sicher nicht!
2 Minuten
Die durch die Corona-Pandemie ausgelöste gesellschaftliche Krise zeigt deutlich wie nie auf, dass der Föderalismus viele unterschiedliche Regelungen und Verordnungen mit sich bringt. Bei der medizinischen Versorgung zeigt sich das schon länger. Unsere Kolumnistin Jana Einser findet, dass dies zu Ungleichheit führt.
Neulich unterhielt ich mich mit meinen Nachbarn über die Wiederöffnung der Schulen in der Pandemie-Situation. Sie haben eine achtjährige Tochter und fürchten, dass durch ein zu frühes Öffnen in unserem Bundesland die Infektionszahlen wieder ansteigen. Auf der anderen Seite könnten Kinder, die sich schwerer tun mit dem Lernen als mein echt kluges Nachbarskind, endlich wieder die Unterstützung beim Lernen bekommen, die sie benötigen.
Jedes Bundesland entscheidet hier individuell. Genauso individuell wie mit den Schulöffnungen läuft es mit dem Impftempo: In machen Bundesländern ist die Höchstrisikogruppe durchgeimpft, in manchen warten die Menschen noch auf ihre erste Impfung. Chancengleichheit sieht anders aus …
Ein Blick ins Grundgesetz…
Angesichts dieser Situation habe ich mir mal wieder das Grundgesetz angesehen, ob ich mich falsch erinnere. Nein, meine Erinnerung stimmt: In Artikel 3, Absatz 1 heißt es: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Und weiter in Artikel 3, Absatz 3: „Niemand darf wegen (…) seiner Heimat und Herkunft (…) benachteiligt werden.“ Da stellt sich doch die Frage: Ist der Föderalismus verfassungskonform? Verträgt er sich mit den Grundrechten?
Diese Fragen stellen sich vor allem, weil bereits vorher in Artikel 1, Absatz 3 des Grundgesetzes steht: „Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.“ An manchen Stellen mag der Föderalismus ja sinnvoll sein, aber seine Sinnhaftigkeit hat meiner Meinung nach Grenzen.
Zergliederung führt zu Ungleichbehandlung
Diese Ungleichbehandlung zeigt sich nicht nur in der akuten Pandemie-Situation. In der Diabetologie erleben wir schon lange, dass die Zergliederung in Bundesländer und noch weitergehend auch die Zergliederung des Krankenversicherungswesens zu einer ziemlichen Ungleichbehandlung führen.
Bei den einen wird zum Beispiel ein Antrag auf Kostenübernahme für eine Insulinpumpe oder ein System zum kontinuierlichen Glukosemonitoring (CGM) einfach durchgewunken – andere müssen sich auf den langen Weg durch die juristischen Instanzen begeben, um die Versorgung zu bekommen, die sie benötigen. Vielleicht öffnet das kleine Virus dem einen oder anderen die Augen – und Artikel 3, Absatz 1 des Grundgesetzes wird endlich wahr!
von Jana Einser

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (4) Seite 82
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Tagen, 21 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Tagen, 23 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Tagen, 21 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
