- Aus der Community
Gleich ist nicht gleich gleich
2 Minuten
Zwei Tage verlaufen exakt gleich, abends sind sogar die Glukosewerte identisch – und trotzdem kann der Körper am Ende ganz unterschiedlich darauf reagieren. Davon weiß Tine in ihrer Kolumne zu berichten.
Gute Nacht! Ab ins Bett mit mir, ist schon spät. Noch ein Blick aufs Handy und in meine Sensor-App, die mir sagt, ob mein Glukosewert genauso bereit fürs Bett ist wie ich. Der Wert ist am unteren Ende meines Zielbereiches, aber gleichbleibend und daher zum Schlafen für mich absolut in Ordnung. Ich weiß, dass meine Basalrate im Moment gut passt. Ich bin müde, strecke mich und lege mich unter meine Decke. Noch kurz die Nase in mein Buch stecken, und dann fallen mir auch schon die Augen zu.
Am nächsten Morgen wache ich mit fast dem gleichen Wert wieder auf, mein Glukoseverlauf über die Nacht war total unauffällig und veränderte sich kaum: keine Spitzen, kein Unterzucker, keine komischen Gefühle, super!
Gleicher Wert, anderes Körpergefühl
Wir spulen etwas weiter vor: Bettzeit am nächsten Abend. Ich bin ganz plötzlich irgendwie aufgedreht und sehr unruhig, als ich ins Bett gehen möchte. Irgendwas ist komisch und fühlt sich nicht richtig an. Ich liege unter meiner Decke und richte noch einen letzten Blick auf mein Handy, um meinen Glukosewert zu überprüfen: Routine.
Interessanterweise zeigt mir die App genau den gleichen Wert an wie am Abend zuvor – aber ich fühle mich diesmal komplett anders. Plötzlich macht es „Klick“ in meinem Kopf und ich realisiere, dass die Unruhe, die ich an diesem Abend spüre, wohl auf den Wert zurückzuführen ist. Wie am Abend zuvor ist er noch im Zielbereich, kratzt aber am unteren Ende, gleichbleibend. Ich stehe auf, gehe durch den kalten Flur in die Küche und schenke mir ein Glas Saft ein, das ich in wenigen Zügen austrinke. Dann wieder ab ins Bett.
Ist es nicht abgefahren, wie unterschiedlich mein Körper auf ein und denselben Wert reagieren kann? An einem Tag fühle ich mich total okay und wohl mit einem bestimmten Wert, am nächsten habe ich bereits leichte Unterzuckerungssymptome. Und genau das ist doch eines dieser komplexen Dinge, die das Leben mit Diabetes mit sich bringen kann.
Unsere Körper sind keine Maschinen
Zwei Tage können exakt gleich verlaufen: das gleiche Mittagessen, die gleiche Menge an Bewegung, derselbe Zeitraum im Zyklus, ein ähnliches Stresslevel, gleiche Menge an Insulin im Körper, gleich viele Stunden Schlaf, derselbe Tagesablauf, und sogar die gleichen Werte – und trotzdem kann der Körper am Ende komplett anders darauf reagieren. Das kann manchmal wirklich frustrierend sein.
Menschen ohne Diabetes können so etwas schwer nachvollziehen, merke ich, wenn ich eine solche Situation erkläre. Aber was soll’s? Mein Körper ist eben keine Maschine. Der Körper von Menschen ohne Diabetes übrigens auch nicht, sie müssen sich nur halt nicht so damit auseinandersetzen wie wir.
Eure Tine
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Martina „Tine“ Trommer lebt seit Jahren in der Hauptstadt, bloggt seit ihrer Diabetesdiagnose 2013 unter www.icaneateverything.com sowie auf der Blood Sugar Lounge und schreibt regelmäßig an dieser Stelle über ihr Leben mit Diabetes in Berlin. |
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (2) Seite 41
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Tagen, 16 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Tagen, 18 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Tagen, 16 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

