Leere Batterien

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Leere Batterien

Der Titel dieser Kolumne könnte auch bedeuten, dass Tine darüber schreibt, wie viel Energie ihr das zurückliegende Jahr aus verschiedenen Gründen nahm, aber das würde den Rahmen hier sprengen, findet sie. In dieser Kolumne soll es daher wirklich um tatsächliche leere Batterien gehen – und zwar bei Diabetes-Hilfmitteln.

Ich bin letzten Sommer umgezogen, und die meisten meiner Diabetessachen passten damals in einen großen Umzugskarton: Kanü­len, Ersatzpens, Messgeräte, Taschen, Sensoren, Tape und weiteres Zubehör der letzten Jahre wurden sorgfältig darin verstaut (hier lohnte sich das Tetris-Spielen …). Am Umzugstag selbst behielt ich den Karton ständig im Auge, schließlich befanden sich wichtige Utensilien darin. Aber halt: Wann habe ich eigentlich das letzte Mal ein Messgerät benutzt? Ist es heutzutage wirklich noch SO wichtig für mich?

Letzte Woche hatte mein kontinuierlicher Glukose-Sensor zum ersten Mal seit Monaten Werte angezeigt, die ich so schlichtweg nicht nachempfinden konnte. Normalerweise spüre ich dazu meine Unterzuckerungen deutlich, dieses Mal hatte ich keine Symptome gemerkt. Das stimmte mich nachdenklich, und ich musste meine eigenen Erfahrungen mit Diabetestechnik der letzten Jahre Revue passieren lassen. Meine Erinnerungen sind getrübt von Sensoren, die ausfallen, nicht funktionieren, nicht die korrekten Werte anzeigen, mir mit falschen Alarmen den Schlaf rauben und meine Haut reizen.

Die letzten Monate aber machten die meisten meiner Sensoren tatsächlich einfach nur mehr oder weniger ihren Job: kaum Aussetzer oder Werte, die mich misstrauisch zurückließen. Daher war auch keine Nachkontrolle mit dem Blutzuckermessgerät nötig. Dieser „Hypo“-Alarm letzte Woche aber, der hat mich irritiert. Die einzige Lösung: blutig nachmessen, na klar! Also griff ich zu meinem Messgerät: Batterie leer. Ich musste es wirklich sehr lange nicht benutzen.

Ich wandte mich meiner Diabeteskiste zu: Sie ist noch nicht ausgeräumt, weil mir aktuell das richtige Möbelstück fehlt. Ich öffnete die Kiste also und begann nach einem Messgerät zu suchen. Lange dauerte es nicht, da hatte ich zwei, drei, vier, fünf verschiedene Messgeräte aus meiner Kiste gefischt, aber keines ließ sich einschalten. Ich konnte mich die letzten Wochen und Monate wirklich so sehr auf meinen Sensor und mein Körpergefühl verlassen, dass ich einfach kein zusätzliches Messgerät benötigte.

Und jetzt, wo ich dringend eines gebraucht hätte, ließen sie mich alle genau so im Stich. Batterien und Akkus halten eben nicht ewig. Und die Moral von der Geschichte: Checkt regelmäßig die Batterien in Euren Messgeräten … und in 20 Jahren muss vielleicht gar niemand mehr blutig messen, wer weiß?

Eure Tine

Martina „Tine“ Trommer lebt seit Jahren in der Hauptstadt, bloggt seit ihrer Diabetes­diagnose 2013 unter www.icaneateverything.com sowie auf der Blood Sugar Lounge und schreibt regelmäßig an dieser Stelle über ihr Leben mit Diabetes in Berlin.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (1) Seite 42

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Tag, 8 Stunden

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Tagen, 2 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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