Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #3 | Mein erster Besuch beim Diabetologen

4 Minuten

Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #3 | Mein erster Besuch beim Diabetologen
Foto: artbesouro – stock.adobe.com
Community-Beitrag
Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #3 | Mein erster Besuch beim Diabetologen

Auf Empfehlung meiner Hausärztin hin sollte ich mir einen Diabetologen für die weitere Behandlung suchen. Denn dieser würde mich in meinem Diabetes-Management unterstützen bzw. erstmal einweisen, mir die richtige Medikation verschreiben sowie im späteren Verlauf regelmäßige Check-Ups durchführen.

Da ich mir meine (Fach-)Ärzt:innen am liebsten selber aussuche, machte ich mich also zeitnah auf die Suche und fand meine heutigen Diabetologen daraufhin schon bald online.

Die Terminvergabe verlief relativ fix. Binnen einer Woche hatte ich meinen Termin. Und wie vor jedem Arzt-Besuch in einer neuen Praxis war ich meganervös. Aber zugleich auch gespannt, wie nun meine Behandlung aussehen würde. Wir starteten mit einem großen Blutbild, wo nochmal im Detail geschaut wurde, ob wirklich ein Typ-1- oder Typ-3-Diabetes ausgeschlossen werden konnte. Doch es blieb bei der Einstufung Typ 2.

Frühstücksidee von meinem Instagram-Kanal @sweet.caromell.type2 | Foto: privat

Zuvor hatte ich bereits von meiner Hausärztin Metformin verschrieben bekommen. Doch da ich die Tabletten aufgrund von anhaltenden Magen-Darm-Beschwerden absetzen musste, hatte ich bei meinem ersten Diabetologen-Besuch neue Tabletten verschrieben bekommen. Und siehe da, mit den neuen Tabletten klappt es seitdem wunderbar – ganz ohne Nebenwirkungen!

Natürlich waren die Tabletten nicht das Einzige, was ich mit auf den Weg bekommen hatte. Der zweite Termin war als Beratungs-Termin angesetzt, den ich mit der Frau des Diabetologen hatte. Inhalte dieses Termins waren, dass wir uns einmal meine Ernährung sowie sportlichen Aktivitäten im Detail anschauten und versuchten, diese zu optimieren. Sie empfahl mir mich kohlenhydratärmer und nach der „mediterranen Art“ zu ernähren. Sprich, viel Gemüse und Hülsenfrüchte, doch dafür weniger Fleisch sowie Fisch. Obst war okay, aber nur in Maßen. Ebenso Kohlenhydrate und wenn, dann nur Vollkorn.

Foto: privat

Da ich bereits mehrfach die Woche sportlich aktiv war, war bei der Stellschraube „Sport“ nicht mehr ganz so viel zu optimieren. Zumal zu dem Zeitpunkt (Oktober 2020) bereits alle Fitnessstudios sowie Sport-Vereine durch Corona geschlossen waren. Ja, das Thema „Sport“ in Corona-Zeiten gestaltete sich wirklich schwierig, denn zuvor war ich eine leidenschaftliche Gym-Besucherin. Doch diese besondere Zeit verlangte mir mehr Kreativität in Sachen Bewegung ab und so wurde ich zu einer leidenschaftlichen Hula-Hooperin sowie Wanderin! Für einen ungefähren Richtwert im Alltag, vereinbarten wir ein Ziel von 10.000 Schritten plus mindestens 30 Minuten Bewegung am Stück pro Tag.

Noch ausstehend war natürlich auch die Frage „Blutzucker messen ja/nein?“. Beide Diabetologen empfahlen mir, erstmal auf Blutzucker messen zu verzichten, da ich mich sonst nur unnötig verrückt machen würde. Auf der einen Seite war ich ganz froh, dass ich mich nicht ständig piksen musste. Aber auf der anderen Seite wäre es vielleicht auch nicht schlecht gewesen zu wissen, wie, wann und wo der Blutzucker reagiert. Doch natürlich weiß ich auch, ähnlich wie die Diabetologen, dass ich aus Kontrolle und Angst mich anfangs wahrscheinlich alle 5 Minuten gemessen hätte, weshalb es besser war, einfach so rein zu starten und ein Stück weit auch Vertrauen in den eigenen Körper zu haben.

Caro im Video-Porträt
➤ „Die Diagnose war für mich ein Signal zum Aufwachen“

Doch ich möchte nicht lügen – gerade am Anfang war ich mir total unsicher, wie Lebensmittel auf meinen Blutzucker wirken würden. Was passiert, wenn man doch mal Zucker isst? Oder eine Pizza? Oder Burger? Immer wenn ich so ein Cheat-Meal verputzt hatte, hatte ich direkt so ein schlechtes Gewissen, dass ich unmittelbar danach eine Stunde spazieren gegangen bin. Im Nachhinein habe ich auch gelernt, dass generell Bewegung nach dem Essen sich positiv auf den Blutzucker auswirkt und ihn senken bzw. verhindern kann, dass dieser stark ansteigt. Naja, wie dem auch sei…

Für November stand nach 6 Wochen Tabletten-Einnahme dann die erste Untersuchung an. Wow, war ich nervös! Würde die Diabetologin merken, dass ich mich nicht immer diabeteskonform ernährt habe? Waren meine Bemühungen ausreichend? Man hab ich gezittert!

➤ zu Caros Instagram-Profil

Am Tag der Blutabnahme habe ich erstmal keine Werte genannt bekommen. Stattdessen rief meine Diabetologin am nächsten Tag pünktlich um 9 Uhr morgens bei mir an – und das mit Hammer-Nachrichten! Ich konnte binnen der 6 Wochen meinen HbA1c-Wert um 1% senken. Ich war wirklich happy! Und dieses Ergebnis hatte mich so motiviert, noch mehr Vollgas zu geben.

Doch vielleicht war die ein oder andere Informationsbeschaffung als solide Basis nicht verkehrt…

Caros Kolumne

Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt

Caros Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“

Hallo, mein Name ist Caro! Ich wurde als 27-Jährige mit einem Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Erfahrt in meiner Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“ alles über meine außergewöhnliche Reise als junge Frau mit Diabetes. Viel Spaß beim Lesen!

alle Kolumnen-Beiträge von Caro


von Caro

Avatar von sweet-caromell-type2

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Närrische Jahreszeit mit Diabetes: So bleibt der Glukosespiegel stabil beim Feiern

Karneval, Fastnacht, Fasching – nun beginnt der Höhepunkt der närrischen Tage und bei Rosenmontagszügen und Kappensitzungen ist ausgiebiges Feiern angesagt. Menschen mit Diabetes können diese närrische Jahreszeit dabei ebenso feiern wie Stoffwechselgesunde. Sie müssen zwar auf ihre Ernährung achten, alkoholische Getränke und Süßigkeiten sind jedoch nicht zwangsweise tabu, wenn sie ihren Glukosespiegel dabei im Blick …
Närrische Jahreszeit mit Diabetes So bleibt der Glukosespiegel stabil beim Feiern

2 Minuten

Diabetes-Anker-Podcast: Ein Tag für Menschen mit Typ-1-Diabetes – Ausblick auf den t1day 2026

Der t1day 2026 zeigt, wie rasant sich die Versorgung bei Typ‑1‑Diabetes entwickelt. Im Diabetes‑Anker‑Podcast geben die Veranstalter einen kompakten Einblick in Programm, Workshops und Themen des Events am 25. Januar 2026 in Berlin.
Diabetes-Anker-Podcast: Ein Tag für Menschen mit Typ-1-Diabetes – Ausblick auf den t1day 2026 | Foto: Ludwig Niethammer / privat / MedTriX

2 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

  • Hallo, ich bin noch ganz neu hier. Ich war heute beim T1day und bin dadurch auf den DiabetesAnker aufmerksam geworden. Ich bin Ende 20 und komme aus Berlin und bin auf der Suche nach anderen Menschen mit Typ 1 Diabetes (ungefähr in meinem Alter) zum Austauschen und Quatschen. Vielleicht hat ja jemand Interesse 🙂

  • jasminj postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hi,
    Ich bin Jasmin und gerade auf dem t1day 🙂 hab seit 23 Jahren Diabetes, aktuell mit Ypsopump und G7. Bin entweder in Hamburg oder Berlin anzutreffen und freue mich auf Kontakte und Austausch!

    • lelolali antwortete vor 1 Woche

      Hey Jasmin, ich war heute auch auf dem T1day, vielleicht hast du Lust auf Austausch 🙂

    • jasminj antwortete vor 1 Woche

      @lelolali: Ich würde mich über Austausch und Kontakte sehr freuen. Gerne hier oder anders online und ansonsten bin ich aktuell alle ein bis zwei Wochen in Berlin – also ggf. auch gerne persönlich?
      Wie hat Dir der Tag gefallen?

    • lelolali antwortete vor 1 Woche

      @jasminj: Ja sehr gerne! Ich kann dir hier leider keine private Nachricht schreiben (werde auf die Startseite weitergeleitet) , funktioniert dies bei dir? 🙂

    • jasminj antwortete vor 1 Woche

      @lelolali: funktioniert bei mir leider auch nicht. Ich wollte es mir morgen nochmal über die Webabsicht anschauen, vllt geht es da 🙂

    • @jasminj & @lelolali: Leider funktionieren die DM aktuell tatsächlich nicht, sorry! Wir kümmern uns schnellstmöglich darum!
      LG Gregor aus der Redaktion

    • @jasminj & @lelolali: Das Problem mit der DM-Funktion ist nun behoben.
      Liebe Grüße!

    • @gregor-hess: vielen lieben Dank! Hab es direkt ausprobiert und es sieht gut aus 🙂

  • galu postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    hallo,
    ich bin d«Deutsche und lebe seit ca.40jahren in Portugal… meine Tochter, deutsch portugiesin, nun 27 ist seit ihrem 11.Lebensjahr Typ1.
    Nachdem ich, gleich nach der Diagnose, eine Selbsgthilfegruppe – die jungen Diabetiker der Algarve, gegruendet habe – finden wir nun so einige Beschraenkungen, was Selbsthilfe und relevante Info betrifft….meine Frage an die Gruppe:
    Kann mir jemand , irgendwo in Deutschland eine gute Diabetes Kur oder Kuren mit Hauptgewicht auf Diabetes empfehlen?
    Wir werden eh alles privat organsieren und bezahlen muessen – also sind eh nicht auf Krankenkassenangebote angewiesen (falls es diese ueberhaupt (wo?) geben sollte)
    Irgendwo in Deutschland (vielleicht nicht zuweit weg von internationalen Flughaefen, da wir ja immer aus Portugal kommen muessen.
    Hat vielleicht jemand eine Idee? vielen dank im Voraus

    • Hallo! Die beste Klinik für Diabetes ist in Bad Mergentheim! Ich hoffe Euch damit geholfen zu haben! Die Gesetzlichen Krankenkassen schicken die bei ihnen versicherten Diabetiker alle dahin! Privat geht aber auch? Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland!

Verbände