Murphys Diabetes-Gesetz

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Community-Beitrag
Murphys Diabetes-Gesetz

Das kennen wohl alle: Es gibt Tage, an denen offenbar gar nichts klappen will bzw. alles schiefzulaufen scheint. Da ist es schon nervig genug, wenn das aus der Hand fallende Brot mit der Marmeladen-Seite auf dem Boden landet – ganz zu schweigen von vergessenen Pens oder abgerissenen Sensoren. Von solchen Tagen weiß Tine nur allzu gut zu berichten…

Murphys Gesetz ist eine auf den Ingenieur Edward A. Murphy jr. zurückgehende Lebensweisheit, die laut dem entsprechenden Wikipedia-Eintrag eine Aussage über Versagen macht. Murphys Gesetz lautet: „Anything that can go wrong will go wrong.“ Will heißen: Alles, was schiefgehen kann, wird schief gehen. Oh, hallo Diabetes, bist du es? Einige von euch werden jetzt womöglich nicht zustimmen oder mich auslachen, aber manchmal fühlt sich das Leben mit Diabetes doch irgendwie ganz genau so an, oder?

Geschenkte Tage…

Vielleicht kennt ihr diese Tage, an denen man sich sowieso schon morgens so fühlt, als wäre man mit dem falschen Fuß aufgestanden. Die Zahnpasta fällt von der Zahnbürste auf den Boden, und dass der Pullover falsch herum angezogen wurde, merkt man überhaupt erst nach dem Mittagessen auf der Arbeit. Die Wasserflasche war schon offen, und der Inhalt hat sich in einem schwungvollen Moment komplett auf der Hose verteilt.

Momentan kostet es mich viel Kraft, an alles zu denken, konzentriert bei der Sache zu bleiben und solche Momente zu vermeiden. Es passiert aktuell einfach zu viel in der Welt und das auch schon sehr lange, und ich kann das Denken und das Sorgenmachen einfach nicht abschalten. Und auch, wenn ich schon über ein Vierteljahr im neuen Job und inzwischen auch in der neuen Wohnung angekommen bin, gibt es auch bei diesen Themen immer noch viel aufzunehmen, zu lernen und nachzudenken.

… und wilde Zeiten

Der Diabetes rückt neben all dem oft ganz, ganz weit in den Hintergrund. Da kann es dann schon mal passieren, dass ich meinen Pen zu Hause vergessen habe oder direkt einen mit leerer Ampulle in meine Tasche lege – sehr praktisch! Es kann gut vorkommen, dass mein Sensor mitten am Tag auf der Arbeit abläuft und ich keinen Ersatz dabeihabe, dass aber mein Blutzuckermessgerät auch zu Hause liegt, immerhin schön im Warmen. Auch ist es schon vorgekommen, dass ich meine Ersatzkanülen liegen gelassen oder ich mir den Sensor am Türrahmen abgerissen habe.

Die besten Tage sind die, an denen das alles nacheinander passiert und die Werte dann auch noch eine Party außerhalb meines Zielbereiches feiern. Apropos feiern: Wisst Ihr, ich würde auch gern mal wieder feiern, aber eine weltweite Pandemie hält mich seit Beginn des Jahres davon ab. Aktuell arbeite ich wieder vom Homeoffice aus, was mir ja gar nicht gut gefällt. Immerhin kann ich aber zu Hause meinen Pen nicht verlieren. Zumindest dachte ich das bis vor Kurzem, und dann musste ich zwei Tage lang meinen Pen im Schlafzimmer suchen. Wilde Zeiten sind das.

Tragt Eure Masken und bleibt zu Hause, wenn Ihr könnt!

Eure Tine

Martina „Tine“ Trommer lebt seit Jahren in der Hauptstadt, bloggt seit ihrer Diabetes­diagnose 2013 unter www.icaneateverything.com sowie auf der Blood Sugar Lounge und schreibt regelmäßig an dieser Stelle über ihr Leben mit Diabetes in Berlin.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (12) Seite 40

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Tag, 11 Stunden

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Tagen, 4 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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