- Aus der Community
Sicherheit geht vor, oder?
2 Minuten
Tine verbringt den Großteil ihrer Zeit mit Arbeitskolleg:innen, daher hat sie einige davon mittlerweile über ihren Diabetes informiert. Denn im Fall des Falles ist es ja nicht verkehrt, wenn diese wissen, was zu tun ist.
Jedes Mal, wenn ich neue Menschen kennenlerne, mit denen ich im Alltag zu tun haben werde, geht die gleiche Gedankenspirale wieder von vorne los. Erzähle ich ihnen, dass ich Diabetes habe? Und wenn ja, wann und … wie eigentlich? Kann man es irgendwie schaffen, das vielschichtige Leben mit Diabetes, das täglich von so unglaublich vielen Faktoren (weit über 40!) beeinflusst wird, so zu erklären, dass es auch Menschen verstehen, die so gar nichts damit zu tun haben und die im Fall des Falles helfen können? Und müssen sie es dafür überhaupt verstehen?
In meinem neuen Job bin ich aktuell wieder die Einzige mit Diabetes. Ich habe direkt zu Einstellungsbeginn eine DIN-A4-Seite zu Diabetes und möglichen Notsituationen verfasst und diese an alle geschickt mit der Bitte, sie zu lesen und dann bei weiteren Fragen gern auf mich zuzukommen.
Einige meiner Kolleg:innen hatten in ihrem Leben bereits zuvor mit Diabetes Bekanntschaft gemacht, manche beispielsweise im Studium, andere im Freund:innen- oder Familienkreis. Interessanterweise waren das auch die, die kurz, nachdem ich das Dokument abgeschickt hatte, bereits mit Fragen zu mir kamen oder auch mit Geschichten ihrer Erlebnisse von früher. Sie können sich den potenziellen Einfluss der Krankheit auf ein Leben vermutlich bereits besser vorstellen und dann auch Fragen direkt konkreter formulieren. Für die anderen ist es erstmal viel „Bahnhof“. Aber das wird sich sicherlich mit der Zeit ändern.
Aber jetzt nochmal zurück zu der Frage: Müssen andere Menschen in meinem Umfeld überhaupt über meinen Diabetes Bescheid wissen? Einerseits ist mein Diabetes ja eine sehr persönliche Sache und geht zunächst auch nur mich etwas an, klar. Andererseits verbringe ich aber einen Großteil meiner Zeit bei der Arbeit und mit den Menschen dort. Und sollte irgendetwas Gravierendes passieren, möchte ich mich unter meinen Kolleg:innen sicher fühlen und wissen, dass zumindest im Fall des Falles einige Ahnung davon haben und wissen, was zu tun ist.
Auch finde ich es sinnvoll aufzuklären, warum ich vielleicht bei einem möglichen HIGH oder LOW mal kurz nicht so leistungsfähig sein kann, wie es in unserer Gesellschaft eben eigentlich gewünscht ist, und eine Pause mache. Bisher bin ich sehr gut so gefahren, konnte damit in den Köpfen der Menschen Vorurteile aus dem Weg räumen und hatte jedes Mal gute Gespräche darüber. Deswegen habe ich entschieden, das so weiterzumachen.
Und auch, wenn nicht alle immer sofort verstehen, welche komplexen Prozesse da in meinem Körper stattfinden, ist es in Ordnung – ich verstehe ja auch nicht immer sofort alles. Wichtiger ist, dass sie im Fall des Falles wissen, was zu tun ist, und ich mich sicher fühlen kann.
Eure Tine
Blood Sugar Lounge
und schreibt regelmäßig an dieser Stelle über ihr Leben mit Diabetes in Berlin.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (10) Seite 43
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lauf-chris postete ein Update vor 29 Minuten
Ich habe jetzt seit ca 1 Jahr die YpsoPump. Bin gut damit zufrieden. Ist aber auch kein Selbstläufer!
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marina26 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 1 Tag, 8 Stunden
Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!
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wolfgang65 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 2 Tagen, 3 Stunden
Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!
Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.
Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.
LG Wolfgang
