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Fotokampagne zu vermeidbaren Amputationen: Wenn ein übersehener Typ-2-Diabetes den Fuß kostet
3 Minuten

Eine Fotokampagne rückt Menschen in den Blick, die durch eine pAVK ihre Füße oder Teile davon verloren haben. Die Aktion zeigt eindringlich, wie viele Fälle zu den vermeidbaren Amputationen zählen und wirbt für frühzeitige Diagnose sowie bessere Behandlungswege im Gesundheitssystem.
Mehr als 70.000 Menschen verlieren in Deutschland jedes Jahr Gliedmaße durch eine Amputation. Die meisten davon sind Folge einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), die eng mit Diabetes verknüpft ist. Ein Großteil dieser Eingriffe gilt als vermeidbar. Die neue Kampagne „AmpuNation“ des Unternehmens Abbott zusammen mit dem Fotografen Kristian Schuller stellt dieses Thema nun mit eindrucksvollen Foto-Porträts in den Fokus.
Eine Krankheit, die oft zu spät erkannt wird
Bei der pAVK verengen oder verschließen sich die Blutgefäße, die die Beine mit Sauerstoff versorgen. Die Folge ist eine Minderdurchblutung der Beinmuskulatur, die zu teils starken Schmerzen führt. Diabetes zählt zu den wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung einer pAVK und ist zugleich eine der häufigsten Ursachen für Fußamputationen. Schätzungen zufolge wären rund 80 Prozent dieser Eingriffe vermeidbar.
Die Zahlen aus Deutschland zeigen das Ausmaß des Problems: 2023 wurden 8.048 diabetesbedingte Major-Amputationen der unteren Gliedmaßen dokumentiert. Insgesamt kam es im selben Jahr zu 69.534 Amputationen der unteren Gliedmaßen, darunter 16.943 Major-Amputationen. Weltweit litten 2019 rund 113 Millionen Menschen ab 40 Jahren an pAVK. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass bis 2030 jeder zehnte Europäer an Diabetes erkrankt sein wird.
Studien deuten zudem darauf hin, dass die Revaskularisationsraten in Deutschland, also die operative Wiederherstellung des Blutflusses, bei Patientinnen und Patienten mit ischämischen Amputationen der unteren Gliedmaßen nach wie vor niedrig sind. Das lässt vermuten, dass es erhebliches Potenzial gibt, früher einzugreifen und Betroffene vor den Folgen einer Amputation zu bewahren.
Die Auswirkungen einer Amputation reichen weit über den körperlichen Verlust hinaus. Ein Drittel aller Amputierten lebt mit einer klinisch signifikanten Depression. Frauen erleben nach einer pAVK-Diagnose einen schnelleren Rückgang der Lebensqualität als Männer, und in sozioökonomisch benachteiligten Regionen liegen die Raten diabetesbedingter Major-Amputationen deutlich höher als anderswo. Die Krankheitslast trifft damit besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen.
Gesichter und Geschichten statt Statistiken
Genau hier setzt die Kampagne AmpuNation an, die seit Juni 2026 auch in Deutschland läuft. Der Fotograf Kristian Schuller hat Menschen porträtiert, die eine Amputation erlebt haben, um die Betroffenen hinter den Zahlen sichtbar zu machen. Die Bilder werden im Rahmen einer Ausstellung gezeigt, begleitet von Aussagen der Porträtierten auf der Kampagnen-Website.
Einer von ihnen ist Volker H. aus Burscheid in Nordrhein-Westfalen. Bei ihm blieb ein Typ-2-Diabetes lange unentdeckt. Eine unscheinbare Entzündung am kleinen Zeh entwickelte sich zu einer Superinfektion, sodass ihm Mitte vierzig die äußeren Zehen des linken Fußes amputiert werden mussten. Erst im Zusammenhang mit dieser Operation wurde bei ihm ein insulinpflichtiger Typ-2-Diabetes diagnostiziert.
In den folgenden Monaten hatte er immer wieder Beschwerden im Fuß, bis schließlich auch die verbleibenden Zehen entfernt wurden. Der Diplomingenieur, der als Leiter im Qualitätsmanagement bei einem Automobilzulieferer arbeitet, trägt inzwischen einen angepassten Spezialschuh, der den fehlenden Vorfuß ausgleicht.
Zu seiner Teilnahme an der Kampagne sagt Volker: „Ich gehe sehr offen mit meiner Amputation um und möchte anderen Menschen Mut machen, auf ihre Gesundheit zu achten und sich in vertrauenswürdige ärztliche Hände zu begeben. Wenn mein Diabetes früher erkannt worden wäre, wäre eine Amputation vielleicht nicht notwendig gewesen.“
Forderung nach einheitlichen Behandlungspfaden
Prof. Dr. Nasser Malyar, Leiter der Angiologie am Universitätsklinikum Münster, beschreibt die Situation aus seiner klinischen Praxis. Dort erlebe er täglich die verheerenden Folgen, die Amputationen für Patientinnen und Patienten haben, „nicht nur körperlich, sondern in allen Lebensbereichen. Sie verlieren nicht nur ein Gliedmaß, sondern ihre Selbstständigkeit, ihr Selbstvertrauen und oft auch den Lebenswillen im Kampf gegen ihre Erkrankung.“
„In Deutschland ist wissenschaftlich belegt, dass frühere Revaskularisationen und Interventionen vielen Betroffenen dieses Schicksal ersparen könnten“, so der Gefäßmediziner. Dafür bräuchte es einheitliche Behandlungspfade sowie mehr Aufklärung – sowohl bei Ärztinnen und Ärzten als auch bei gefährdeten Patientinnen und Patienten. Zudem müsse die Bereitschaft wachsen, innovative Lösungen zu nutzen, um vermeidbare Amputationen zu reduzieren. „Die Kampagne AmpuNation bietet uns hier eine wichtige Plattform, um dieses Thema sowohl in der Öffentlichkeit als auch im Gesundheitssystem zu verankern.“
Mehr zur Kampgane „AmpuNation“
Begleitende Informationen und die einzelnen Porträts und dazugehörigen Geschichten gibt es auf der Kampganen-Website. Die Initiative wird von der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) und vom Patientenverband Ampu Vita unterstützt.
Fotograf Kristian Schuller erklärt seine Motivation, an der Kampagne mitzuwirken: „Die Fotografie hat die Kraft, Menschen innehalten zu lassen und wirklich zu sehen, was sie sonst übersehen könnten. Die in dieser Kampagne porträtierten Menschen zeigen eine bemerkenswerte Offenheit und Stärke in der Art und Weise, wie sie mit ihrer Situation umgehen. Mir ist es wichtig, dass diese Bilder dazu beitragen, das Bewusstsein für die Risiken und Realitäten vermeidbarer Amputationen zu schärfen“.
Auch Abbott selbst ordnet die Initiative ein. Marcus Bernschein, Regional Director Abbott Vascular DACH, sagt: „Jede vermeidbare Amputation ist eine Tragödie, nicht nur für die Patient:in, sondern auch für die Angehörigen. Bei Abbott sind wir stolz darauf, die Initiative AmpuNation in Deutschland zu starten, um das Bewusstsein für die Anzeichen von pAVK zu schärfen und die Zahl der vermeidbaren Amputationen zu reduzieren“.
mit Materialien von Abbott
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thomas55 postete ein Update vor 19 Stunden, 15 Minuten
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Tag, 12 Stunden
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 1 Tag
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
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