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Zähne in Gefahr! Was hat das mit Diabetes zu tun?
3 Minuten

Wie Diabetes ist auch Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparats) eine chronische Erkrankung, und immer mehr Menschen sind von einer der beiden Krankheiten betroffen – oder von beiden gleichzeitig! Privatdozent Dr. Erhard Siegel informiert über Ursachen und Wechselwirkungen.
Das Ziel jeder Diabetesbehandlung ist es, langfristig eine optimale Einstellung des Blutzuckers zu erreichen – und somit den gefürchteten Langzeitfolgen eines erhöhten Blutzuckers (Hyperglykämie) vorzubeugen. Zu den schon lange bekannten Folgeerkrankungen des Diabetes gehören vor allem Schäden an den großen Gefäßen (Makroangiopathien), Schäden an den Nerven, an den Nieren und an den Augen (Neuro-, Nephro- und Retinopathie) und deren Folgen (s. folgende Tabelle).
Tab. 1: Bedeutende Komplikationen und Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus
| mikrovaskulär (kleine Gefäße) |
|
| makrovaskulär (große Gefäße) |
|
| oral (im Mund) |
|
In dieser Tabelle ist auch zu sehen, wie sich der Diabetes auf die Mundgesundheit auswirkt. Am häufigsten sind Erkrankungen des Zahnhalteapparats (Parodontal-Erkrankungen), also Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparats). Deshalb wird heute auch von der Parodontitis als einer weiteren wichtigen Diabetes-Folgekrankheit gesprochen. Der Zusammenhang zwischen Parodontitis und Diabetes ist wechselseitig – das bedeutet: Die Parodontitis beeinflusst auch den Blutzucker.
Schwere Parodontitis: sechsthäufigste Erkrankung weltweit
Bei Menschen mit einer Parodontitis sind die zahnhaltenden Gewebe (Parodont) entzündet. Ausgelöst wird diese Entzündung durch Bakterien aus dem Zahnbelag (Plaque). Die einsetzende Zahnfleischentzündung (Gingivitis) führt dazu, dass sich zwischen Zahnfleisch und Zahn Spalten (Taschen) bilden. Im weiteren Verlauf kommt es zum Abbau von Gewebe und schließlich zum Verlust von Kieferknochen, in dem die Zähne verankert sind (Alveolarknochen). Dies kann schließlich zum Verlust der Zähne führen.
Man rechnet in industrialisierten Ländern mit einer Parodontitis-Häufigkeit von mindestens 30 Prozent der Erwachsenen (davon 5 bis 15 Prozent mit schweren Formen). Die schwere Parodontitis ist die sechsthäufigste Erkrankung weltweit.
Die letzte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V) zeigt bei Erwachsenen und jüngeren Senioren erfreulicherweise einen deutlichen Rückgang der mittelgradigen und schweren Parodontitis. Die erstmals erhobenen Daten bei Senioren ab 75 Jahren belegen jedoch, dass sich die parodontale Erkrankung ins höhere Lebensalter verschiebt.Insgesamt gibt es so nach wie vor in Deutschland über 11 Millionen Menschen, die parodontal schwer erkrankt sind und entsprechend behandelt werden müssen.
Eine stille Krankheit mit folgenschweren Wechselwirkungen
Besonders in ihrer schweren Form ist die Parodontitis eine ernsthafte Bedrohung nicht nur für die Mund-, sondern auch für die Allgemeingesundheit. Denn ausgehend von der großflächigen Wunde in der Zahnfleischtasche können Bakterien über die Blutgefäße in den gesamten Körper gelangen und beispielsweise Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes begünstigen oder die Blutzuckereinstellung erschweren.
Dabei kann einer Parodontitis nicht nur erfolgreich vorgebeugt, sondern sie kann sogar zum Stillstand gebracht werden, wenn sie frühzeitig erkannt und systematisch behandelt wird. Der Zustand des Zahnhalteapparats verbessert sich dann deutlich. Oft wird jedoch die Parodontitis zu spät bemerkt, weil sie selten Schmerzen verursacht. Große Teile des zahntragenden Gewebes sind dann häufig schon verloren gegangen.
So beeinflusst der Diabetes die Parodontitis
Der Stoffwechsel von Diabetikern mit einer Parodontitis ist schlechter eingestellt als der von parodontal gesunden Diabetikern. Mit Zunahme der Tiefe der Zahnfleischtaschen oder des entzündeten parodontalen Gewebes steigt bei Diabetikern auch der HbA1c-Wert an. Liegt also eine schwere Parodontitis vor, erschwert das auch die Blutzuckereinstellung.
Darüber hinaus ist bei Typ-2-Diabetikern mit schwerer Parodontitis im Vergleich mit parodontal gesunden oder parodontal leicht erkrankten Diabetikern die Sterblichkeit aufgrund einer Erkrankung der Herzkranzgefäße 2,3-fach, einer diabetischen Nierenschädigung 8,5-fach sowie durch ein Nierenversagen 3,5-fach erhöht.
Was können Hausarzt und Diabetologe tun?
Bestandteil der üblichen Routineuntersuchungen sollte bei Menschen mit Diabetes grundsätzlich auch die Kontrolle des Zahnstatus sein. Findet der Arzt Zeichen für eine Parodontitis, sollte er seinen Patienten zum Zahnarzt schicken. Diabetiker müssen umfassend über ihr erhöhtes Risiko für Parodontitis und über Möglichkeiten zur Vorbeugung und Behandlung aufgeklärt werden. Dazu gehört auch, darauf zu achten, dass der Blutzucker gut eingestellt ist.
Wie können Zahnärzte die Diabetesbehandlung unterstützen?
Mit einer Früherkennungsuntersuchung des Zahnfleischs, dem Parodontalen Screening Index (PSI), kann der Zahnarzt bereits frühe Formen der Erkrankung erkennen. Wer einmal eine Parodontitis hatte, muss nach Abschluss der aktiven Behandlung ein Leben lang sorgfältig nachbetreut werden. Dabei müssen mindestens einmal pro Jahr alle Zahnfleischtaschen nachgemessen werden.
Auch ist regelmäßig zu überprüfen, wie gut die häusliche Mundhygiene funktioniert. Selbst wenn zunächst keine Parodontitis festgestellt wird, sollten Diabetiker die jährliche zahnärztliche Kontrolluntersuchung einhalten und den PSI regelmäßig erheben lassen.
Das sind die Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen Parodontitis
Sowohl Diabetes als auch Parodontitis sind Erkrankungen, die über medizinische Fachgrenzen hinausgehen. Aufgrund der folgenschweren Wechselwirkungen muss die Behandlung einer Parodontitis Bestandteil des Diabetesmanagements sein, wie auch eine gute Einstellung bzw. Kontrolle der Blutzuckerwerte eine erfolgreiche Parodontitis-Therapie sichert. Gezielte Aufklärungskampagnen können helfen, die Gesundheitskompetenz im Bereich der Parodontalerkrankungen zu verbessern.
Schwerpunkt: „Diabetes und Parodontitis“
- Zähne in Gefahr: Was hat das mit Diabetes zu tun?
- Mundgesundheit: Was Diabetes und Parodontitis verbindet
- Parodontitis vorbeugen: Sie haben es selbst in der Hand!
von Priv.-Doz. Dr. Erhard Siegel
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (11) Seite 12-16
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 3 Wochen, 1 Tag
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]





