- Eltern und Kind
Nachgefragt | Psychologie: Braucht unsere Tochter eine Integrationskraft in der Schule?
3 Minuten

Braucht ein Kind mit Typ-1-Diabetes eine Integrationskraft in der Schule? Rosanna möchte wie alle anderen zur Schule gehen. Prof. Dr. Karin Lange erklärt, worauf Eltern bei dieser Entscheidung achten sollten.
Die Frage
Unsere Tochter Rosanna wird im Mai 6 Jahre alt. Sie freut sich schon auf ihren allerersten Schultag und die Schultüte im August. Vor 14 Monaten wurde bei ihr Diabetes festgestellt, in der Kinderklinik hat man uns alle gut geschult. Rosanna trägt eine Pumpe und kommt damit auch im Kindergarten mit etwas Unterstützung durch die super netten Erzieherinnen gut zurecht. Unsere Tochter ist sehr stolz, dass sie schon vieles gut und selbständig kann. Sie beherrscht z.B. die Zahlen bis 100, etwas lesen und Radfahren.
Für die Schule fragen wir uns nun, ob wir für Rosanna eine Integrationskraft oder Begleitung beantragen sollen. Rosanna will das auf keinen Fall, sie möchte mit ihrer besten Kindergartenfreundin Luisa allein in die Schule gehen. Was sollten wir tun?
Familie M.
Die Antwort von Prof. Dr. Karin Lange
Mit dem Eintritt in die Schule beginnt für alle Kinder ein neuer Lebensabschnitt. Sie sind jetzt “groß”, wollen sich beweisen und selbständiger werden. Dazu passt Rosannas Wunsch, wie alle anderen Kinder allein in die Schule zu gehen. Wie Sie schreiben, hat Ihre Tochter den Kindergarten sicher besuchen können und sich wohlgefühlt. Diabetes hat sie dabei nicht beeinträchtigt, und sie konnte ihn deshalb – soweit wie für ein 6-jähriges Kind möglich – gut akzeptieren.
Dank der modernen Diabetestherapien treten schwere Unterzuckerungen, vor denen sich viele Eltern immer noch fürchten, bei Kindern nur sehr selten auf. Und noch viel seltener in der Schule. Gut geschulte Kinder, die z.B. an dem Training “Fit für die Schule” teilgenommen haben, kennen ihre Unterzuckerungsanzeichen. Sie wissen, was zu tun ist, wenn sie “niedrig” sind.
Selbstvertrauen des Kindes stärken
Als Eltern stärken Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes und seinen sicheren Umgang mit dem Diabetes, wenn Sie Rosanna zutrauen, die Schule allein zu besuchen. Selbstverständlich sollten die Lehrer zum Diabetes geschult und über die Anzeichen und die Behandlung von Hypos informiert werden. Luisa kennt sich als beste Freundin wahrscheinlich auch schon etwas aus. Damit hat Rosanna eine dreifache Sicherheit für den sehr seltenen Fall einer Hypo.
Weitere akute Diabetesprobleme, die sofort durch einen Betreuer in der Schule und nicht erst später zu Hause behandelt werden müssen, sind nicht zu erwarten. Und wenn es Rosanna wie auch anderen Kindern ihrer Klasse einmal nicht gut geht oder der Pumpenkatheter herausgerutscht ist, werden die Eltern angerufen.
Antworten auf Ihre Fragen zu psychologischen Aspekten bei Kindern mit Diabetes
Studien zum Programm “Fit für die Schule” haben in den letzten Jahren gezeigt, dass die meisten Kinder mit Diabetes die Grundschule sicher und ohne besondere Betreuung besuchen konnten und ebenso erfolgreich wie alle anderen gelernt haben. Deshalb möchte ich Rosannas Wunsch unterstützen, damit sie ein Mädchen wie viele andere in der Klasse sein kann, der Diabetes nicht in den Vordergrund gerückt wird und sie selbstsicher und selbständig bleiben kann.
Dazu muss sie aber auch bereit sein, Aufgaben zu übernehmen und Regeln einzuhalten, z. B. ihr Frühstück in der Pause essen oder ihren Blutzuckerwert vor dem Sportunterricht messen. Damit wird sie gut auf ein selbstbewusstes Leben mit Diabetes vorbereitet. Übertriebene elterliche Ängste bergen die Gefahr, dass Kinder sich immer weniger zutrauen, immer unsicherer werden, sich auf Betreuer verlassen und ihren Diabetes furchtbar finden, weil er sie klein macht und in eine Sonderrolle drängt. Wenn möglich, sollte dies vermieden werden.
Manche Kinder brauchen Begleitung
Auf der anderen Seite gibt es auch einige Kinder mit Diabetes, die wegen anderer Behinderungen oder sehr großer Unsicherheit nicht auf eine Begleitung in der Schule verzichten können. Hier sollte von allen Beteiligten versucht werden, den Diabetes in den Hintergrund zu rücken und das Kind in seiner Selbständigkeit zu fördern. Damit hat es die Chance, sich psychisch so wie alle anderen Kinder zu entwickeln und in der Gruppe der Gleichaltrigen integriert zu sein.
Prof. Dr. Karin Lange ist Diplom-Psychologin und Fachpsychologin Diabetes DDG. Sie war bis 2023 Leiterin der Forschungs- & Lehreinheit Medizinische Psychologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie entwickelte diabetologische Schulungsprogramme, schreibt Leitlinien und schult Behandelnde.
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2018; 11 (2) Seite 24-25
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olivers postete ein Update vor 30 Minuten
Hallo Zusammen!
Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
Liebe Grüße
Oliverzojou96 postete ein Update vor 1 Tag, 2 Stunden
Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂
darktear postete ein Update vor 1 Tag, 17 Stunden
Hallo,
hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁LG Sandra
- olivers antwortete vor 23 Minuten
Nun, ich weiß nicht, was ihr alles probiert habt. Aber Handyneustart, Bluetooth neu aktivieren, Akku muss genug Kapazität haben. Vielleicht ist der Sensor auch locker, Schweiss hat auch immer bei mir Schwierigkeiten gemacht (wird beim Kind nicht sein).
Gruß Oliver



