- Eltern und Kind
Nachgefragt | Psychologie: Schlechtere Schulnoten durch hohe Blutzuckerwerte – sollen wir mit den Lehrern sprechen?
2 Minuten

Hohe Blutzuckerwerte in der Pubertät, schwankende HbA1c-Werte und schlechtere Schulnoten – ist das Zufall oder gibt es da einen Zusammenhang und sollte man darüber mit den Lehrern sprechen? Prof. Dr. Karin Lange erklärt, was Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes wissen sollten.
Die Frage
Mein Mann und ich machen uns Sorgen um unseren Sohn Luca (13). Er hat seit drei Jahren Diabetes. Nachdem seine Blutzuckerwerte im ersten Jahr fast durchgängig normal waren, schwanken sie jetzt erheblich, das HbA1c liegt bei 7,9 Prozent. Gleichzeitig werden Lucas Schulnoten immer schlechter. Wir haben im Netz gelesen, dass hohe Blutzuckerwerte die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen können. Stimmt das? Sollten wir darüber mit Lucas Lehrern sprechen?
Frauke K.
Die Antwort von Prof. Dr. Karin Lange
Der Zusammenhang zwischen viel zu niedrigen, aber auch viel zu hohen Blutzuckerwerten und geistigen Leistungen ist lange bekannt. Sie haben sicher auch bei Luca erlebt, wie schlecht seine Konzentration während einer Hypoglykämie ist. Ähnlich ist es bei sehr hohen Werten vor allem dann, wenn eine Ketoazidose dazukommt. Vielleicht haben Sie auch über einige US-amerikanische Studien gelesen, in denen über schlechtere geistige Leistungen bei Kindern berichtet wurde, die vor dem 5. Lebensjahr an Diabetes erkrankt sind. Diese Probleme betrafen vor allem Kinder, die in den ersten Lebensjahren ein sehr hohes HbA1c hatten.
Auf Luca, der erst mit 10 Jahren Diabetes bekommen hat, kann dies nicht zutreffen. Die Schwankungen der Glukosewerte betreffen viele Kinder in Lucas Alter: Die Remissionsphase ist vorbei, und die Pubertät mit ihren hormonellen Veränderungen macht die Stoffwechseleinstellung schwieriger. Und Sie als Eltern können und sollen auch nicht mehr jeden Schritt Ihres Sohnes überwachen. Bis Luca seinen Diabetes aber selbst sicher steuern kann, wird er noch ein paar Jahre Übung und Unterstützung brauchen.
Antworten auf Ihre Fragen zu psychologischen Aspekten bei Kindern mit Diabetes
Dabei kann ihm auch eine Diabetesschulung mit Gleichaltrigen helfen, sicherer auf zu niedrige und zu hohe Werte zu reagieren. Außer in den kurzen Phasen einer deutlichen Hypoglykämie wird seine Schulleistung sehr wahrscheinlich nicht durch den Diabetes beeinträchtigt. Hätte Ihr Sohn aber über längere Zeit einen HbA1c-Wert über 10 Prozent, wäre die damit verbundene Konzentrationsschwäche sicher ein weiterer Grund, weshalb die Einstellung verbessert werden sollte.
Es gibt einige Gründe rund um die Pubertät, die für schlechtere Schulleistungen bei vielen Kindern verantwortlich sind: andere Interessen, körperliche Veränderungen, keine Lust zum Lernen, Schlafprobleme, Computerspiele, Freunde oder Stress mit Gleichaltrigen. Hier würde ich genauer hinschauen und den Diabetes eher im Hintergrund lassen – auch gegenüber den Lehrern. Mit Luca können Sie jedoch darüber sprechen, dass eine stabile Stoffwechseleinstellung seine geistige und körperliche Fitness verbessert.
Machen Sie ihm und auch sich keine unberechtigte Angst vor den Folgen einzelner zu hoher oder niedriger Glukosewerte. In einer großen Studie unter jungen Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes in Niedersachsen haben wir z. B. festgestellt, dass diese vergleichbar gute Schulabschlüsse erreicht haben wie Gleichaltrige ohne Diabetes.
Prof. Dr. Karin Lange ist Diplom-Psychologin und Fachpsychologin Diabetes DDG. Sie war bis 2023 Leiterin der Forschungs- & Lehreinheit Medizinische Psychologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie entwickelte diabetologische Schulungsprogramme, schreibt Leitlinien und schult Behandelnde.
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2018; 10 (4) Seite 22
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multi postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Doppel-Diabetes vor 6 Tagen, 22 Stunden
Hallo, hat hier noch jemand Doppeldiabetes (durch Corona verursacht oder warum auch immer)? Ich würde mich gerne austauschen.
olivers postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo Zusammen!
Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
Liebe Grüße
Oliver- gunnar83 antwortete vor 1 Tag, 6 Stunden
Hey Oliver, kannst mich gerne mal anschreiben. Viele Grüße
Gunnar - olivers antwortete vor 1 Tag, 2 Stunden
@gunnar83: hallo, aktuell im Frankfurter Raum. Wir können aber gerne mal ein Treffen organisieren, zwecks Austausch.
Viele Grüße
Oliver
zojou96 postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂



