Reisen mit Kindern und Jugendlichen mit Diabetes

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Reisen mit Kindern und Jugendlichen mit Diabetes

Die Urlaubszeit steht vor der Tür! Damit der langersehnte Sommerurlaub auch für Familien mit Kindern oder Jugendlichen mit Diabetes erholsam wird, sollten einige Dinge fürs Reisen beachtet und rechtzeitig vorbereitet werden.

Unabhängig davon, ob die Kinder oder Jugendlichen Insulin spritzen, eine Insulinpumpe und einen Sensor oder ein AID-System tragen, sind gewisse Vorkehrungen zu treffen. Denn: Eine gute Planung ist schon die halbe Erholung!Folgende Fragen können bei der Vorbereitung behilflich sein:

Wo geht es hin? Inland? Ausland?

Eine Reise innerhalb Deutschlands bedeutet, dass man sich keine Gedanken um die Krankenversicherung und das Gesundheitssystem machen muss. Geht es ins Ausland, sollte eine Auslandsreiseversicherung abgeschlossen sein, und es sollte vorher auch geklärt werden, inwiefern diese den Diabetes und akute Komplikationen, die damit zusammenhängen, abdeckt.

Eine ausreichende Menge an Insulin, Spritzen, Glukosesensoren, Blutzuckermesstreifen und Pumpenzubehör muss immer mitgenommen werden, da diese nicht an jedem Urlaubsort sofort zur Verfügung stehen. Im Ausland sind eventuell das gewohnte Insulin und insbesondere die technische Ausstattung (Sensoren, Katheter, etc.) nicht verfügbar.

Wie findet die Anreise statt?

Auto? Zug? Flugzeug? Schiff?

Bei der Anreise mit dem Flugzeug sollte unbedingt eine Bescheinigung (Zollbescheinigung) mitgenommen werden, damit das Diabetesequipment (Spritzen, Insulin, Messstreifen, Pumpe, Sensoren, Blutzuckermessgerät, etc.) mit an Board genommen werden kann. Diese Bescheinigung wird von der Diabetesambulanz ausgestellt. Bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen darf die Pumpe offiziell nicht in den Körperscanner. Die Pumpe kann in diesem Fall abgelegt und am Körperscanner vorbei auf die andere Seite des Scanners gegeben werden.

Das Diabetesequipment gehört beim Fliegen unbedingt ins Handgepäck:

  • Insulin gefriert bei den niedrigen Temperaturen im Frachtraum und wird dadurch unbrauchbar.
  • Sollte Gepäck verloren gehen, vertauscht werden oder zu spät ankommen, fehlt sonst das Diabeteszubehör.

Wie sind die Temperaturen?

Heiß, gemäßigt oder kalt ?

Geht es in ein Urlaubsland mit hohen Temperaturen oder ist es eher kalt? In Ländern mit trockener Hitze ist der Insulinbedarf meist niedriger als gewohnt, bei feuchter Hitze hingegen kann er erhöht sein. Bei der Lagerung des Insulins muss Folgendes beachtet werden: Temperaturen über 40 °C und unter 2 °C sowie direkte Sonneneinstrahlung können das Insulin unwirksam machen. Außerdem sollten die Ampullen bruchsicher transportiert werden.

Einige Möglichkeiten für den Transport seien hier erwähnt: Leere, vorgekühlte und gepolsterte Thermoskannen, Styroporboxen, feuchte Handtücher oder Kühltaschen für Arzneimittel eignen sich gut. Im Winterurlaub sollte das Insulin möglichst nah am Körper gelagert werden, damit es nicht zu kalt wird: also die Bauchtasche unter der Skijacke oder die Pumpe in der Innentasche der Jacke tragen, nicht in der Außentasche oder in einem Rucksack!

Wie aktiv wird der Urlaub?

Strandurlaub? Wandern? Radfahren? Surfen? Schwimmen?

Die meisten Kinder und Jugendlichen sind im Urlaub aktiver als zu Hause. Dies führt zu einem niedrigeren Insulinbedarf. Vor der Abreise kann daher in einem Gespräch mit dem Diabetesteam besprochen werden, wie das Insulin in solch einem Fall zu reduzieren ist. Bei den AID-Systemen kann beispielsweise der Sportmodus genutzt werden, um Hypoglykämien zu vermeiden. Nicht alle Pumpen sind wasserdicht, daher sollten diese beim Ausüben von Wassersport (Kanufahren, Surfen, Kiten) in wasserdichten Taschen verpackt werden.

Zum Schwimmen können die Geräte abgekoppelt werden.

Welche Dokumente sind für die Einreise wichtig?

Wie oben bereits erwähnt, sollte bei Flügen unbedingt an die Zollbescheinigung gedacht werden. Ansonsten gehören der Impfausweis, die Versichertenkarte und der Diabetesausweis ins (Hand-)Gepäck. Der Impfstatus sollte vorher einmal überprüft werden: Evtl. sind bestimmte Impfungen aufzufrischen (z.B.: Tetanus) oder zusätzliche Impfungen vorzunehmen (z.B.: Hepatitis A, Gelbfieber o.ä.).

Wie ist die medizinische
Versorgung vor Ort?

Wo ist der nächste Arzt? Wo das nächste Krankenhaus?

Es ist vorteilhaft, sich vor der Abreise darüber Gedanken zu machen, wie die medizinische Versorgung am Urlaubsort ist: Wo ist der nächste Arzt? Wo das nächste Krankenhaus und die nächste Apotheke?

Wichtige Telefonnummern, die unbedingt VOR Antritt des Urlaubs im Handy hinterlegt werden sollten:

  • bei Sensoren bzw. Insulinpumpen: Hotline des jeweiligen Geräteherstellers
  • Notfallnummer des jeweiligen Landes
  • Telefonnummer des eigenen Diabetesteams

Was muss ich unterwegs dabei haben?

Insulin, Traubenzucker, Messgerät, sowohl lang- als auch kurzwirksame Kohlenhydrate und ausreichend Getränke (insbesondere Wasser) sollten immer griffbereit sein. Ketonmessgeräte und –messstreifen gehören bei jeder Reise dazu und dürfen nicht vergessen werden. Die Notfallspritze oder das Glukagon-Nasenspray gehören ebenfalls ins Gepäck.

Wenn der Glukosesensor ausfällt, muss die Möglichkeit der kapillären Blutzuckermessung gegeben sein. Es ist also sehr wichtig, ein Glukosemessgerät und ausreichend viele Glukosemessstreifen zusätzlich mit einzupacken.

Was ist bei Verwendung der technischen Geräte (Sensoren und Insulinpumpen) noch wichtig?

Die technischen Geräte sind alle auf eine Energieversorgung angewiesen. Es müssen also ausreichend Ersatzbatterien und /oder Ladekabel für diese Geräte mitgenommen werden. Gerade außerhalb von Deutschland werden eventuell Adapter für die Steckdosen benötigt.

Was müssen Kinder/Jugendlich mit einer Insulinpumpe oder einem AID-System beachten?

Ein AID-System bedeutet, dass normalerweise die Pumpe und der Sensor alles regeln. Was aber passiert, wenn die Technik versagt? Und das ausgerechnet, wenn man gerade auf einer einsamen Insel am Strand in der Sonne liegt oder mitten in den Alpen wandert? Solche Situationen gibt es zum Glück selten, sie sind aber möglich!

Dringend sollte der aktuelle Insulinplan mit den aktuellen Pumpeneinstellungen, entweder in Papierform oder als elektronisches Dokument z.B. auf dem Handy dabei sein. Die Pumpenfirmen garantieren zwar innerhalb Europas eine Lieferzeit von ca. 8-24 Stunden für eine Ersatzpumpe, diese wird jedoch im Neuzustand geliefert; die Einstellungen müssen dann alle neu vorgenommen werden.

Außerdem sollte ein Spritzplan vorliegen, damit die Zeit bis zur Lieferung der Ersatzpumpe überbrückt werden kann. Der Spritzplan allein hilft allerdings auch nicht weiter: Wichtig sind auch die entsprechenden Utensilien wie Spritzen, Pens und Insulin. Für den Urlaub außerhalb Europas empfehlen wir, vor dem Urlaub beim Hersteller nach einer Ersatzpumpe zu fragen. Im Flugzeug muss eventuell (herstellerabhängig) der Flugmodus eingeschaltet werden.

Zur weiteren Lektüre: Weitere Informationen zum Thema Reisen und Diabetes gibt es z.B. hier: “Wenn Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes reisen” – Ein Wegweiser für Eltern und Betreuer und “Unterwegs mit Diabetes”. Beide Broschüren sind unter diabetesstiftung.de zu finden

Fazit

  • Reisen mit Diabetes wollen gut vorbereitet werden
  • Hohe oder niedrige Temperaturen verändern den Insulinbedarf
  • Im Urlaub ist der Insulinbedarf meist niedriger aufgrund höherer Aktivität
  • Auf einen Ausfall der Technik bei Verwendung von Sensoren, Pumpen und AID-Systemen sollte man vorbereitet sein
  • Ein Spritzplan sowie die Einstellungen der Pumpe sollten vorliegen
  • Ausreichend Verbrauchsmaterialien sollten mitgenommen werden
  • Notfallnummern im Handy abspeichern|
  • Diabeteszubehör gehört ins Handgepäck, denn dort kann es nicht verloren gehen.

von Dr. med. Nicolin Datz

Dr. Nicolin Datz ist Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderendokrinologie und Diabetologie und Ernährungsmedizin. Sie ist tätig in der Abteilung für Pädiatrische Endokrinologie am endokrinologikum Hannover.

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2023; 11 (2) Seite 24-26

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  • uho1 postete ein Update vor 2 Tagen, 12 Stunden

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂