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Süße Weihnachtszeit: Plätzchen-Genuss und Zöliakie
3 Minuten

Die Weihnachtszeit ist für viele Menschen eine der schönsten Phasen des Jahres: Lichterglanz, der Duft von Zimt in der Luft und natürlich die süßen Klassiker wie Plätzchen, Stollen und Lebkuchen. Doch für Menschen mit Typ-1-Diabetes und Zöliakie kann diese Zeit auch mit Unsicherheit und Verzicht verbunden sein.
Was auf den ersten Blick nach harmloser Weihnachtsfreude aussieht, ist bei genauerem Hinsehen oft eine Herausforderung: kohlenhydratreiches, glutenhaltiges Süßgebäck, das einerseits die Blutzuckerwerte beeinflusst und andererseits für Menschen mit Zöliakie tabu ist.
Trotzdem gilt: Weihnachten und Plätzchen-Genuss schließen sich nicht aus, auch nicht mit zwei chronischen Erkrankungen. Mit ein wenig Planung, den geeigneten Zutaten und einem bewussten Umgang mit Ernährung lässt sich die Adventszeit in vollen Zügen genießen.
Zwei Autoimmun-Erkrankungen – doppelte Verantwortung
Sowohl Typ-1-Diabetes als auch Zöliakie sind Autoimmun-Erkrankungen, die sich in ihren Anforderungen deutlich voneinander unterscheiden. Im Alltag müssen sie jedoch oft gemeinsam bewältigt werden.
Bei Typ-1-Diabetes zerstört das Immunsystem die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Betroffene müssen ihre Blutzuckerwerte regelmäßig messen und Insulin spritzen, entsprechend der aufgenommenen Menge an Kohlenhydraten. Gerade süße Speisen mit hohem Zucker-Gehalt führen schnell zu einem starken Anstieg der Blutzuckerwerte. Entsprechend wichtig ist das genaue Einschätzen der enthaltenen Kohlenhydrate.
Zöliakie ist eine chronische Entzündung des Dünndarms, ausgelöst durch das Kleber-Eiweiß Gluten, das u.a. in Weizen, Dinkel oder Roggen vorkommt. Selbst kleinste Mengen reichen aus, um eine Immun-Reaktion auszulösen, die langfristig den Darm schädigen kann. Die einzig wirksame Therapie besteht in einer lebenslangen strikt glutenfreien Ernährung.
Studien zeigen, dass etwa 5 bis 10 Prozent der Menschen mit Typ-1-Diabetes eine Zöliakie entwickeln. Aus diesem Grund gehört eine regelmäßige Kontroll-Untersuchung auf Zöliakie inzwischen zum medizinischen Standard bei der Betreuung von Menschen mit Typ-1-Diabetes.
Weihnachtsbäckerei mit Zöliakie und Diabetes
Wer sowohl auf die Blutzuckerwerte als auch auf Gluten achten muss, kann traditionelle Rezepte mit vielen leckeren Alternativen zubereiten. Das beginnt bei der Mehl-Auswahl.
Klassisches Weizen- oder Dinkelmehl wird durch glutenfreie Mehle ersetzt, z.B.:
- Mandelmehl,
- Reismehl,
- Buchweizenmehl,
- Mais- oder Kastanienmehl,
- glutenfreie Mehlmischungen.
Diese Mehle verhalten sich beim Backen anders als Varianten mit Gluten. Sie benötigen für eine stabile Teig-Struktur häufig Bindemittel wie Ei, Flohsamenschalen, Xanthan, Guarkernmehl, Johannisbrotkernmehl oder Chia- und Leinsamen.
Glutenfreier Hafer
Auch zertifiziert glutenfreier Hafer kann bei Menschen mit Zöliakie problematisch sein. Verantwortlich hierfür ist das im Hafer enthaltene Avenin, ein glutenähnlicher Eiweißstoff. Dieser kann in seltenen Fällen Immun-Reaktionen auslösen. Der schrittweise Einsatz von Hafer bei Zöliakie sollte daher nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Dabei sollten regelmäßig die Blutwerte kontrolliert werden, um zu prüfen, ob der Körper den Hafer verträgt.
Kohlenhydrate im Blick
Auch wenn bei Menschen mit Typ-1-Diabetes kein genereller Zucker-Verzicht nötig ist, muss jede Portion Süßgebäck in das Berechnen der Insulin-Dosen einbezogen werden. Besonders bei Kindern ist es hilfreich, die Plätzchen so zu gestalten, dass die Kohlenhydrat-Menge pro Stück gut eingeschätzt werden kann. Standardisierte Ausstechformen oder das Abwiegen der gesamten Teig-Menge vor dem Backen können dabei helfen.
Praktische Tipps für die Adventszeit
- Passende Rezepte auswählen: Es lohnt sich, auf Rezepte zurückzugreifen, die von vornherein glutenfrei sind, z.B. Kokos-Makronen oder Zimt-Nuss-Plätzchen. Es existieren bereits viele Rezepte für traditionelles Gebäck auch in der glutenfreien Variante.
- Zutaten genau prüfen: Bei verarbeiteten Zutaten wie Backpulver, Kuvertüre, Marzipan oder Dekor sollte die Zutaten-Liste geprüft werden.
- Klare Trennung in der Küche: Wenn in einem Haushalt gleichzeitig glutenhaltig und glutenfrei gebacken wird, kann es zur Kreuzkontamination kommen, also der Übertragung von Gluten auf glutenfreie Lebensmittel. Daher gilt: eigene Arbeitsflächen, Backformen, Rührgeräte und Aufbewahrungsdosen für glutenfreies Gebäck verwenden.
- Kleine Mengen backen, gezielt genießen: Kleinere Portionen helfen nicht nur beim Dosieren des Insulins, sondern auch beim bewussten Genießen. Eine kleine Nascherei zur richtigen Zeit, zum Beispiel im Rahmen einer Mahlzeit, lässt sich oft gut in den Tagesplan integrieren.
- Plätzchen einfrieren: Wer große Mengen auf einmal backt, kann einen Teil einfrieren. So bleibt das Gebäck frisch und die Verführung ist weniger groß.
Glutenfrei Backen
Weihnachten stellt Menschen mit Typ-1-Diabetes und Zöliakie vor besondere Herausforderungen, doch mit unserem Rezept für glutenfreie Vanillekipferl wird die Adventszeit nicht zur Belastung, sondern zum Genuss.
➤ Rezept für glutenfreie Vanillekipferl
Fazit
Weihnachten stellt Menschen mit Typ-1-Diabetes und Zöliakie vor besondere Herausforderungen, doch mit etwas Vorbereitung wird die Plätzchen-Zeit nicht zur Belastung, sondern zur Chance: für neue Rezepte, mehr Achtsamkeit und ganz viel Genuss.
Frohe Weihnachten – mit Herz, Achtsamkeit und ganz viel Genuss im Rahmen des Möglichen!
von Sarah Obst
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 74 (12) Seite 44-45
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uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
@calvin240
Ich hätte eine Frage zum
Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute- calvin240 antwortete vor 1 Woche, 1 Tag
Habe ich angenommen, schreibe mir gerne eine Nachricht
Liebe Grüße
123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.
- lena-schmidt antwortete vor 1 Woche, 2 Tagen
Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staatsexamen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena
jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Hallo zusammen,
heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
Wir freuen uns auf Euch! 🙂Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im September – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 8. September! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]




