„Digitale Allianz Typ 2“: Menschen mit Diabetes fordern Nährwertangaben auf Speisekarten

3 Minuten

„Digitale Allianz Typ 2“: Menschen mit Diabetes fordern Nährwertangaben auf Speisekarten

Auf Verpackungen sind sie längst Pflicht, auf Speisekarten fehlen sie aber bislang: Angaben über die enthaltenen Nährstoffmengen. Diese sind jedoch für Menschen mit Diabetes sehr hilfreich und für die insulinpflichtigen unter ihnen sogar enorm wichtig für eine sichere Therapie. Die Digitale Allianz Typ 2 fordert daher, dass eine Nährwertkennzeichnung auch auf Speisekarten verpflichtend wird und lädt zur Teilnahme an einer E-Mail-Aktion ein.

Für verpackte Lebensmittel gilt seit Dezember 2016 eine Nährwertkennzeichnungspflicht. Das gilt aber nicht für Speisekarten, darauf müssen lediglich mögliche allergieauslösende Stoffe gekennzeichnet werden, nicht jedoch den Nährwertgehalt von Getränken und Speisen, beispielsweise die Kohlenhydratmenge.

Ohne genaue Kohlenhydratmenge droht Insulintherapie im Blindflug

Für die etwa 2,4 Millionen insulinpflichtigen Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes in Deutschland sind diese Angaben jedoch essentiell, um ihre benötigte Insulindosis korrekt einschätzen und somit sicher anpassen zu können. Und auch für die übrigen der insgesamt mehr als sieben Millionen Menschen mit Diabetes können diese Informationen sehr hilfreich für die Behandlung ihrer chronischen Stoffwechselerkrankung sein.

„Die Auswahl eines Gerichtes im Restaurant kann für Menschen mit Diabetes zur gefährlichen Wundertüte werden. Da sie nur schätzen können, wie viele Kohlenhydrate die verschiedenen Gerichte enthalten, agieren sie mit ihrer Therapie im Blindflug, wenn sie mal auswärts essen gehen“, sagt Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

„Digitale Allianz Typ 2“: Nährwertangaben sollen auch auf Speisekarten

„Viele Betroffene meiden daher das Außer-Haus-Essen und gehen seltener in Restaurants, um keine Über- oder Unterzuckerungen zu riskieren. So werden sie von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen“, ergänzt Mattig-Fabian.

Anlässlich des bald stattfindenden Weltdiabetestags am 14. November fordert daher die Digitale Allianz Typ 2, ein Zusammenschluss von 18 Diabetesorganisationen und Fachverlagen (siehe folgenden Kasten), im Rahmen ihrer Aktionsreihe Deine Diabetes-Stimme, dass zukünftig das Ausweisen von Nährwerten wie Brennwert, Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett auf Speisekarten zur Pflicht wird.

Über die „Digitale Allianz Diabetes Typ 2“

Laut einer Umfrage von diabetesDE mit mehr als 1.500 Teilnehmern fühlen sich 86 Prozent der Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht angemessen in der Politik vertreten. Das will die neue „Digitale Allianz Diabetes Typ 2“, ein Bündnis aus 16 Diabetesorganisationen und Fachverlagen, ändern!

Sie hat sich nun zum Ziel gesetzt, den Patienten Stimme und Volumen zu verschaffen: „Unsere gemeinsame Vision ist es, den sieben Millionen Menschen mit Diabetes eine laute Stimme zu geben, damit sie direkt auf politische Prozesse Einfluss nehmen können. „Wir hören Menschen mit Diabetes zu und helfen, ihr Leben zu verbessern“, erläutert Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE.

weitere Informationen (anklicken zum Ausklappen)

In der „Digitale Allianz Diabetes Typ 2“ sind alle Diabetes-Selbsthilfeverbände Deutschlands (DDH-M, DDF, DDB, Diabetikerbund Bayern), drei Fachverlage (Kirchheim, Wort & BiId, „enjoy life Initiative“), wissenschaftliche Organisationen wie die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), der Verband der niedergelassenen Diabetologen (BVND) und der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) sowie die Initiatorin diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe als politische Patientenvertretung vernetzt.

Vierteljährlich E-Mail-Aktionen

„Mit der Digitalen Allianz Typ 2 betreten wir und unsere Partner absolutes Neuland. Sie ist zum einen die folgerichtige Transformation der politischen Interessenvertretung von Betroffenen, Angehörigen und Risikopatienten in das digitale Zeitalter unter dem Eindruck der zunehmenden Erosion der klassischen Selbsthilfe“, so Nicole Mattig-Fabian, diabetesDE-Geschäftsführerin.

Mattig-Fabian weiter: „Darüber hinaus sind jedoch auch besorgte Fachleute und Publizisten beteiligt, die sich auf Basis ihrer Fachkenntnis im Bereich Diabetes und aus einer gesellschaftlichen Verantwortung heraus verpflichtet sehen, notwendigen gesellschaftspolitischen Veränderungen aktiv den Weg zu bahnen.“

Eine eigene Webpräsenz bündelt und verstärkt die Vielstimmigkeit. Auf www.diabetes-stimme.de laufen ab heute vierteljährlich E-Mail-Aktionen zu Schwerpunktthemen, die sich in der Umfrage herauskristallisiert haben. Betroffene und Interessierte können sich hier mittels eines per E-Mail versendbaren Aktionsbriefes (siehe Formular am Ende des Textes) direkt an politische Entscheider wenden und ihren Forderungen Ausdruck – Stimme – verleihen.

E-Mail-Aktion richtet sich an Ministerin Klöckner und Gastronomieverband

Unterstrichen werden, soll dies mit einer E-Mail-Aktion, die sich direkt an Bundesernährungs­ministerin Julia Klöckner und den Präsidenten des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes e.V. (DEHOGA) Guido Zöllick wendet. Die Digitale Allianz Typ 2 möchte damit möglichst viele Menschen mit Diabetes, ihre Angehörigen und Freunde, Risikopersonen und Interessierte dazu einladen, mit einem Klick die Aktion „Nährwerte auf Speisekarten muss Pflicht werden“ auf www.diabetes-stimme.de zu unterstützen.

„Lassen Sie uns gemeinsam unsere Diabetes-Stimme erheben und machen Sie mit! Das Ausweisen von entscheidenden Nährwerten (Brennwert, Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett) auf Speisekarten muss Pflicht werden“, ruft auch Harry Wijnvoord, Kult-Moderator und selbst von Typ-2-Diabetes betroffen, die Diabetes-Community zum Mitmachen auf.

Sind Sie auch dieser Meinung?

Dann machen Sie mit unter www.diabetes-stimme.de oder direkt hier über dieses Formular:

 

von Redaktion Diabetes-Anker

Avatar von diabetes-anker

mit Materialien von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Diabetes-Anker-Podcast: 25 Jahre „Diabetes-Kids“ – im Gespräch mit Michael Bertsch
Aus persönlicher Not wurde eine große Community: Als Michael Bertschs Tochter mit anderthalb Jahren Typ-1-Diabetes bekam, fehlten brauchbare Infos für Familien. Heute, 25 Jahre später, erreicht „Diabetes-Kids" jährlich hunderte Betroffene – mit Events, Beratung und Vernetzung. In dieser Podcast-Folge gibt er einen Einblick.
Diabetes-Anker-Podcast: 25 Jahre „Diabetes-Kids“ – im Gespräch mit Michael Bertsch | Foto: MedTriX / privat

2 Minuten

Kochen im Freien: Sommer, Sonne, Grillgenuss
Der Duft von aromatischen Leckereien zieht durch die Luft, gefolgt vom Zischen auf dem Rost. Wenn im Sommer die Sonne lange scheint, wird nahezu überall gegrillt. Was gehört auf den Grill? Wie lässt sich das Ganze raffiniert variieren? Und: Ist Grillen eigentlich gesund? Kirsten Metternich von Wolff erklärt, was Sie zum Grillgenuss wissen müssen.
Kochen im Freien: Sommer, Sonne, Grillgenuss | Foto: ivanko80 – stock.adobe.com

4 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 4 Wochen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

Verbände