- Ernährung
„Digitale Allianz Typ 2“: Menschen mit Diabetes fordern Nährwertangaben auf Speisekarten
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Auf Verpackungen sind sie längst Pflicht, auf Speisekarten fehlen sie aber bislang: Angaben über die enthaltenen Nährstoffmengen. Diese sind jedoch für Menschen mit Diabetes sehr hilfreich und für die insulinpflichtigen unter ihnen sogar enorm wichtig für eine sichere Therapie. Die Digitale Allianz Typ 2 fordert daher, dass eine Nährwertkennzeichnung auch auf Speisekarten verpflichtend wird und lädt zur Teilnahme an einer E-Mail-Aktion ein.
Für verpackte Lebensmittel gilt seit Dezember 2016 eine Nährwertkennzeichnungspflicht. Das gilt aber nicht für Speisekarten, darauf müssen lediglich mögliche allergieauslösende Stoffe gekennzeichnet werden, nicht jedoch den Nährwertgehalt von Getränken und Speisen, beispielsweise die Kohlenhydratmenge.
Ohne genaue Kohlenhydratmenge droht Insulintherapie im Blindflug
Für die etwa 2,4 Millionen insulinpflichtigen Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes in Deutschland sind diese Angaben jedoch essentiell, um ihre benötigte Insulindosis korrekt einschätzen und somit sicher anpassen zu können. Und auch für die übrigen der insgesamt mehr als sieben Millionen Menschen mit Diabetes können diese Informationen sehr hilfreich für die Behandlung ihrer chronischen Stoffwechselerkrankung sein.
„Die Auswahl eines Gerichtes im Restaurant kann für Menschen mit Diabetes zur gefährlichen Wundertüte werden. Da sie nur schätzen können, wie viele Kohlenhydrate die verschiedenen Gerichte enthalten, agieren sie mit ihrer Therapie im Blindflug, wenn sie mal auswärts essen gehen“, sagt Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.
„Digitale Allianz Typ 2“: Nährwertangaben sollen auch auf Speisekarten
„Viele Betroffene meiden daher das Außer-Haus-Essen und gehen seltener in Restaurants, um keine Über- oder Unterzuckerungen zu riskieren. So werden sie von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen“, ergänzt Mattig-Fabian.
Anlässlich des bald stattfindenden Weltdiabetestags am 14. November fordert daher die Digitale Allianz Typ 2, ein Zusammenschluss von 18 Diabetesorganisationen und Fachverlagen (siehe folgenden Kasten), im Rahmen ihrer Aktionsreihe Deine Diabetes-Stimme, dass zukünftig das Ausweisen von Nährwerten wie Brennwert, Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett auf Speisekarten zur Pflicht wird.
Über die „Digitale Allianz Diabetes Typ 2“
Laut einer Umfrage von diabetesDE mit mehr als 1.500 Teilnehmern fühlen sich 86 Prozent der Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht angemessen in der Politik vertreten. Das will die neue „Digitale Allianz Diabetes Typ 2“, ein Bündnis aus 16 Diabetesorganisationen und Fachverlagen, ändern!
Sie hat sich nun zum Ziel gesetzt, den Patienten Stimme und Volumen zu verschaffen: „Unsere gemeinsame Vision ist es, den sieben Millionen Menschen mit Diabetes eine laute Stimme zu geben, damit sie direkt auf politische Prozesse Einfluss nehmen können. „Wir hören Menschen mit Diabetes zu und helfen, ihr Leben zu verbessern“, erläutert Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE.
weitere Informationen (anklicken zum Ausklappen)
In der „Digitale Allianz Diabetes Typ 2“ sind alle Diabetes-Selbsthilfeverbände Deutschlands (DDH-M, DDF, DDB, Diabetikerbund Bayern), drei Fachverlage (Kirchheim, Wort & BiId, „enjoy life Initiative“), wissenschaftliche Organisationen wie die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), der Verband der niedergelassenen Diabetologen (BVND) und der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) sowie die Initiatorin diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe als politische Patientenvertretung vernetzt.
Vierteljährlich E-Mail-Aktionen
„Mit der Digitalen Allianz Typ 2 betreten wir und unsere Partner absolutes Neuland. Sie ist zum einen die folgerichtige Transformation der politischen Interessenvertretung von Betroffenen, Angehörigen und Risikopatienten in das digitale Zeitalter unter dem Eindruck der zunehmenden Erosion der klassischen Selbsthilfe“, so Nicole Mattig-Fabian, diabetesDE-Geschäftsführerin.
Mattig-Fabian weiter: „Darüber hinaus sind jedoch auch besorgte Fachleute und Publizisten beteiligt, die sich auf Basis ihrer Fachkenntnis im Bereich Diabetes und aus einer gesellschaftlichen Verantwortung heraus verpflichtet sehen, notwendigen gesellschaftspolitischen Veränderungen aktiv den Weg zu bahnen.“
Eine eigene Webpräsenz bündelt und verstärkt die Vielstimmigkeit. Auf www.diabetes-stimme.de laufen ab heute vierteljährlich E-Mail-Aktionen zu Schwerpunktthemen, die sich in der Umfrage herauskristallisiert haben. Betroffene und Interessierte können sich hier mittels eines per E-Mail versendbaren Aktionsbriefes (siehe Formular am Ende des Textes) direkt an politische Entscheider wenden und ihren Forderungen Ausdruck – Stimme – verleihen.
E-Mail-Aktion richtet sich an Ministerin Klöckner und Gastronomieverband
Unterstrichen werden, soll dies mit einer E-Mail-Aktion, die sich direkt an Bundesernährungsministerin Julia Klöckner und den Präsidenten des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes e.V. (DEHOGA) Guido Zöllick wendet. Die Digitale Allianz Typ 2 möchte damit möglichst viele Menschen mit Diabetes, ihre Angehörigen und Freunde, Risikopersonen und Interessierte dazu einladen, mit einem Klick die Aktion „Nährwerte auf Speisekarten muss Pflicht werden“ auf www.diabetes-stimme.de zu unterstützen.
„Lassen Sie uns gemeinsam unsere Diabetes-Stimme erheben und machen Sie mit! Das Ausweisen von entscheidenden Nährwerten (Brennwert, Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett) auf Speisekarten muss Pflicht werden“, ruft auch Harry Wijnvoord, Kult-Moderator und selbst von Typ-2-Diabetes betroffen, die Diabetes-Community zum Mitmachen auf.
Sind Sie auch dieser Meinung?
Dann machen Sie mit unter www.diabetes-stimme.de oder direkt hier über dieses Formular:
mit Materialien von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe
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hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 4 Tagen, 14 Stunden
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?-
ole-t1 antwortete vor 2 Tagen, 10 Stunden
Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
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ole-t1 antwortete vor 2 Tagen, 10 Stunden
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
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schorschlinger antwortete vor 2 Tagen, 7 Stunden
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.
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hexle antwortete vor 1 Tag, 6 Stunden
@ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.
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hexle antwortete vor 1 Tag, 6 Stunden
@schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….
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uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 1 Woche, 6 Tagen
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 1 Woche, 6 Tagen
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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crismo antwortete vor 5 Tagen, 5 Stunden
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
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