Ernährung bei Diabetes: So schaffst Du es, mehr Gemüse zu essen

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Bei Diabetes mehr Gemüse essen
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Ernährung bei Diabetes: So schaffst Du es, mehr Gemüse zu essen

Grünzeug, Grünzeug, Grünzeug essen – und zwar so oft wie möglich. Diesen Rat bekommen alle, die sich mit oder auch ohne Diabetes gesund ernähren möchten. Doch was ist, wenn Du Salat und Gemüse nicht magst oder Dir die zündende Idee fehlt, wie es Dir künftig schmecken kann? Wir haben ganz viele praktische Tipps zusammengestellt, wie auch Du mehr Salat und Gemüse (egal, welcher Farbe) in Deinen Speiseplan einbauen kannst – ohne dass es Dir direkt ins Auge fällt.

Einen ersten Überblick, wie es gelingen kann, täglich Gemüse zu essen, findest Du in unserem dazugehörigen Video:

Warum ist es so wichtig, bei Diabetes ausreichend Gemüse zu essen?

Im Grunde genommen ist Gemüse für jeden Menschen wichtig, ob groß oder klein, jung oder alt. Mit ein paar Portionen Gemüse und/oder Salat täglich funktioniert die natürliche Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen ausgezeichnet.

Allerdings erfüllt „Grünfutter“ bei Diabetes noch weitere wichtige Zwecke. Zu nennen sind hier zum Beispiel die Ballaststoffe, denn sie können aktiv dazu beitragen, dass die Blutzuckerwerte gemäßigter verlaufen, es also keine Blutzuckerspitzen gibt.

Ballaststoffe helfen auch dabei, schneller und länger satt zu bleiben. Das ist besonders wichtig, wenn Du auch abnehmen möchtest. Denn viele fragen sich beim Abnehmen: Was darf ich denn jetzt überhaupt noch essen? Jetzt kommen wieder Gemüse und Salat ins Spiel. Sie sind nämlich gesunde, treue und ganz wichtige Freunde beim Abnehmen und beim Diabetes, die es gut mit Deinem Körper meinen. Zudem tun sie der Verdauung gut, kurbeln sie auf natürliche Weise an und stärken die Vielfalt gesunder Bakterien im Darm (Stichwort Mikrobiom).

Also, Du siehst: Alles spricht dafür, ab jetzt mehr Knackfrisches zu essen – nur wie?             

Wie fängst Du es an, mehr Gemüse zu essen?

Also: Du musst jetzt nicht zum Veganer oder Vegetarier werden, nur weil es heißt: Ab jetzt täglich Grünzeug. Gemüse und Salat lassen sich so unterschiedlich zubereiten und verarbeiten, dass es nicht nur immer ein Salat oder die klassische Gemüseportion auf dem Teller sein muss. Am besten ist, wenn Du es mit der Zeit schaffst, zu jeder Hauptmahlzeit und auch mal als Snack etwas mit Gemüse zu essen. Überlege Dir zuerst einmal welche Sorten Du besonders gerne magst und welche für Dich so gar nicht gehen. Mit deinen Lieblingssorten kannst Du beginnen und diese zum Beispiel täglich essen.

Auch in Kombination mit Fleisch oder Fisch, Pasta, Reis oder Kartoffeln sind Gemüse und Salat möglich. Wie wäre es dazu mit unserem Rezept für ein sehr leckeres Risotto mit grünem Spargel und Garnelen? Hier wirst Du fündig:

Rezept für Risotto mit grünem Spargel und Garnelen

Mit unserem Rezept für Risotto mit grünem Spargel und Garnelen lässt sich eine Extraportion Gemüse spielend leicht in den Speiseplan integrieren.

➤ zum Rezept

Ernährung bei Diabetes: So kannst Du Gemüse in Deinem Essen unterbringen

Geschafft: Der Anfang ist gemacht und Deine Lieblingssorten gehören zum Alltag. Damit ist der wichtigste Schritt getan! Es ist nicht tragisch, wenn es lediglich wenige Sorten sind. Hauptsache, es gibt täglich Knackfrisches, das Du magst und auch isst.

Darauf kannst Du aufbauen und nun mehr Gemüse in Speisen mitverarbeiten. Zum Beispiel gehackte oder gekochte, passierte Tomaten aus der Dose für Bolognese-Sauce. Oder statt einer kleinen Zwiebel eine dicke Gemüsezwiebel verwenden.

Ideal ist Gemüse auch als Cremesuppe – also zum Beispiel einen kompletten Broccoli oder Blumenkohl putzen, waschen, zerkleinern in Gemüsebrühe garen und mit einem Pürierstab passieren. Dann noch etwas fettfreundliche Sahne oder Frischkäse dazu sowie frisch gemahlenen Pfeffer. Und schon hast Du eine Portion Gemüse gegessen. Ähnlich kannst Du auch Saucen kochen und extra viel Gemüse darin mitgaren und es pürieren. Das verleiht einer Fleischsauce eine ganz leckere Note.

Stellt sich nun die Frage, ob es immer frisches Gemüse sein muss? Hier kommt es darauf an, wie lange es gelagert wurde. Denn Gemüse, welches wochenlang im Kühlschrank auf seinen Einsatz gewartet hat, hat schon viele Vitalstoffe eingebüßt. Besser ist es also, Gemüse nur kurz zu lagern und zügig zu verarbeiten. Tiefkühlgemüse ist hier eine lohnende Alternative, vorausgesetzt in der Packung ist nur Gemüse und nicht zusätzlich noch Gewürze und Fette wie Sahne oder Butter.

Bei Konserven sollte das Dosenwasser nicht verwendet werden, da es in der Regel sehr salzhaltig ist. Außerdem ist Dosengemüse nicht so knackig und damit auch nicht mehr so ballaststoffreich wie frisches oder Tiefkühlgemüse.

Unsere 10 Tipps für Dein tägliches Plus an Gemüse

  • In Suppen und Eintöpfen mitkochen
  • Als Bestandteil von Saucen zu Fleisch, Fisch, Wild, Pasta, Reis und Kartoffeln
  • In Füllungen von Gemüse oder Fleisch
  • Gemüse mit Fleisch, Fisch oder Veggie-Produkten zu Spießen verarbeiten
  • Gemüse mit auf den Grill zu Würstchen und Co legen   
  • Als Gemüsefarce zum Überbacken von Geflügel oder Fisch
  • Als Zutat im Auflauf oder auf einer Quiche oder Pizza
  • Statt kleiner Zwiebeln für Gerichte stets eine große Gemüsezwiebel verwenden
  • Kirschtomaten und Snack-Gemüse griffbereit in der Küche oder am Arbeitsplatz bereitstellen
  • Wenn es schnell gehen muss: Tiefkühlgemüse ohne Zusätze verwenden.

Über die Autorin

Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungs­medizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte, darüber informiert sie auch regelmäßig im Magazin des Diabetes-Ankers. Darüber hinaus schreibt sie über gesundes Backen, Frauengesundheit und Beauty-Themen auf ihrem Blog unter www.herzwiese24.de.



von Kirsten Metternich von Wolff

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  • Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

    • Hallo hexle,
      ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
      Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
      Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”

      Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.

      Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.

      Beste Grüße

    • PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.

    • Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.

    • @ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.

    • @schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….

  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

    • @gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…

      Kann es nur empfehlen!!!

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