- Ernährung
Fast Food – Entdeckungstour durchs Land des schnellen Essens
4 Minuten
Noch nie war das Angebot, schnell etwas zu essen, größer als heute. Das scheint praktisch, ist aber oft reich an Fett, Kohlenhydraten und Kalorien. Wie bei sämtlichen Dingen aus der kulinarischen Welt sind auch hier Auswahl, Menge und Häufigkeit ausschlaggebend für die Gesundheit. Gehen Sie auf Entdeckungstour durchs Land des schnellen Essens.
Raten Sie mal, was das liebste Fast Food hierzulande ist? Bestimmt denken Sie, Currywurst mit Pommes, doch weit gefehlt. Die rangieren auf dem vierten Platz, kurz vor Bratwurst. An der Spitze steht Döner, gefolgt von Pizza und Burgern. Etwa alle zwei Tage essen Menschen hierzulande etwas außer Haus. Fragt man nach den Beweggründen, spielen Praktikabilität sowie Schnelligkeit eine Rolle – und natürlich auch der Geschmack.
Im Fast-Food-Land ist heute nichts mehr unmöglich
Ganz gleich, welche kulinarische Vorliebe jeder Einzelne hat: Im Fast-Food-Land ist heute nichts mehr unmöglich, so dass jeder auf seine Kosten kommt. Wer zu viel davon isst, bekommt irgendwann die Quittung: Übergewicht, erhöhte Leber-, Blutfett- oder Harnsäurewerte bis hin zu Veränderungen des Geschmacksempfindens. Übergewicht hat im Lauf der Zeit – auch durch die Zunahme an Fast-Food-Möglichkeiten – deutlich zugenommen.
So war es in den 1970er Jahren weitaus einfacher, sein Gewicht zu halten, als heute. Faktoren sind die ständige Verfügbarkeit und das verlockende Angebot, immer und überall etwas essen zu können. Denn es ist für viele nicht so einfach, auf Fast Food zu verzichten – vor allem, wenn nicht selbst gekocht wird und der Magen knurrt. Doch wie gut oder schlecht ist denn nun der heißgeliebte Döner oder das Pizzastück unterwegs?
Gyros und Döner: Liebe auf den ersten Biss
Gegrilltes Fleisch vom Rind, Kalb, Lamm oder Geflügel, ein knackiger Salat und würzige Joghurtsauce im warmen Fladenbrot: Läuft Ihnen beim Gedanken an Döner schon das Wasser im Mund zusammen? Hierzulande werden jedes Jahr damit rund 2 Mrd. Euro Umsatz gemacht – weit mehr, als Burger King und McDonalds zusammen schaffen, heißt es laut Angaben des Food Monitors. Und da liegt der Hund schon begraben:
Döner: komplette Mahlzeit
Döner Kebap ist eine komplette Mahlzeit und kein kleiner Snack für zwischendurch. Denn als solches wird er vor allem von Männern gern bewertet. Eine Portion Döner mit Fleisch enthält im Schnitt 600 Kilokalorien, 17 g Fett und 73 g Kohlenhydrate. Wenn schon, dann essen Sie ihn also am besten im Austausch zur Hauptmahlzeit und nicht als kleinen Snack zwischendurch. Wer es etwas energiefreundlicher wünscht, bestellt ihn mit mehr Salat und weniger Fleisch.
Döner öfter zwischendurch als kleinen Snack liegt im Fett- und Kohlenhydratgehalt eindeutig zu hoch und ist schlecht fürs Gewicht. Besser wäre es, das Fleisch mit Salat und beispielsweise Reis separat zu essen.
Neben Döner gibt es Griechenlands Pendant als Gyros. Ist der Energiegehalt von Gyros Pita ähnlich wie beim Döner, sieht das mit Tsatsiki und Fritten weit üppiger aus: Hier gibt es auf die Schnelle mal eben 855 Kilokalorien, 46 g Fett und 57 g Kohlenhydrate.
Wie wäre es zum Beispiel mit der figurfreundlichen und leckeren Version mit 465 Kilokalorien – probieren Sie das doch mal (siehe Rezepte)!
Dauerbrenner Pizza
Bunt belegt vom Italiener, tiefgekühlt aus dem Supermarkt oder fix und fertig vom Bäcker: Pizzavarianten gibt es wie Sand am Meer. Fertig belegte Teigplatten enthalten von allem reichlich: Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß. Eine Thunfischpizza wiegt im Schnitt 420 g, enthält 42 g Fett, was etwa 40 Prozent der 922 Kilokalorien ausmacht. Dazu gesellen sich 102 g Kohlenhydrate und 34 g Eiweiß. Etwas besser sieht es da schon bei der vegetarischen Variante aus: 734 Kilokalorien, die sich aus 26 g Fett, 93 g Kohlenhydraten und 32 g Eiweiß zusammensetzen.
Ganz gleich, ob mit Fisch, Fleisch oder vegetarisch: Pizza ist eine echte Kalorien- und Kohlenhydratbombe. Nur: Verzichten will ein Pizza-Fan darauf sicher nicht. Alternativen wären beispielsweise Minipizza oder ein Pizzasnack: Sie sind etwa halb so schwer wie ihre großen Geschwister. Pizza selbst zu machen, ist gar nicht so knifflig – und auch sie lässt sich einfrieren. Wie wäre es mit der Variante aus unserem Rezeptteil mit 567 Kilokalorien und 38 g blutzuckerwirksamen Kohlenhydraten?
Jetzt geht’s um die Wurst … mit Fritten
Curry- und Bratwurst: zwei Snacks, für die Deutschland weit über seine Grenzen hinaus bekannt ist. Und als solche werden sie gern verputzt.Das kleine Schmankerl für zwischendurch enthält pro Currywurst ohne Sauce 414 Kilokalorien, die sich aus 38 g Fett und 18 gEiweiß zusammensetzen. Umgerechnet besteht die Wurst zu 83 Prozent aus Fett. Für die meisten gehören zur Wurst selbstverständlich Fritten. Eine Portion mit Ketchup summiert sich dabei auf 455 Kilokalorien, 22 g Fett und 56 gKohlenhydrate.
Beim nächsten Besuch der Imbissbude wäre als Alternative beispielsweise eine Wurst mit Krautsalat und einem Brötchen die etwas figurfreundlichere Variante. Allerdings können in einer 200-g-Portion fertigen Krautsalats bis zu 27 g Kohlenhydrate durch Zucker enthalten sein.
Ganz gleich, ob es nun italienisch, griechisch, türkisch, asiatisch oder klassisch deutsch ist: Als Fast Food sind die meisten Gerichte sehr energie-, fett- und kohlenhydratreich. Selbst bei fertigen Feinkostsalaten kann einiges an Kohlenhydraten enthalten sein, auch wenn sie ohne fettreiche Mayonnaise auskommen.
Als Faustregel gilt: Bevorzugen Sie am besten unfrittierte Gerichte und bestellen Sie von vornherein kleinere Portionen an Fleisch, Brot, Pommes, Reis oder Teiggerichten. Wählen Sie dazu einen frischen Salat mit Tomaten, Gurken und Blattsalaten. Das macht zusätzlich satt und bringt Volumen auf den Teller. An Fast-Food-Tagen lohnt es sich außerdem, den Blutzucker öfter zu kontrollieren und eine Extrarunde Bewegung einzuplanen – gehen Sie also besser zu Fuß zum Imbiss, als mit dem Auto zu fahren.
Wenn Fast Food, dann besser so…
Die einen lieben es, andere machen einen großen Bogen um sämtliche Burger-Ketten. Doch Fast Food ist nicht nur Döner, Currywurst oder Chicken-Nuggets. Auch in der Bäckerei oder im hippen Café gibt es schnelle Gerichte. Klar ist es besser, selbst zu kochen. Wenn doch mal Fast Food in die Tüte kommt, bieten sich diese Alternativen an:
beim Türken oder Griechen
- Döner mit weniger Fleisch und mehr Salat
- Döner mit Geflügel statt rotem Fleisch
- Döner oder Gyros ohne Brot, dafür mit Reis oder Dürüm (ähnlich wie ein Wrap)
- Gyros mit Tsatsiki und Krautsalat, ohne Fritten
beim Italiener
- Mini- oder Kinderpizza
- Pizza mit jemandem teilen und einen gemischten Salat dazu essen
- Pizza mit weniger Käse und ohne Fleisch bestellen
- halbe oder Kinderportion Pasta mit Gemüse, Tomatensauce und Salat
im Burger-Restaurant
- unpanierte und unfrittierte Gerichte auswählen
- statt als Menü mit Pommes gegen Salat mit Vinaigrette tauschen
- Burger gegen Wrap mit Salat tauschen
- statt King-Size-Menüs normale Portionsgrößen wählen
im Schnellimbiss
- Wurst mit Senf statt Ketchup und Mayonnaise
- Pommes gegen ein Brötchen tauschen
- fertige Feinkostsalate gegen Gewürzgurken oder Tomaten tauschen
- gegrillte Hähnchen ohne Haut essen
im Asia-Imbiss
- alle Gerichte ohne Panade bevorzugen
- möglichst keine reinen Nudel- oder Reisgerichte wählen
- statt Erdnuss- oder süß-saurer Sauce besser mit Sojasauce
- Gerichte mit viel Gemüse und Tofu oder Hähnchen wählen
von Kirsten Metternich
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (4) Seite 72-76
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moira postete ein Update vor 6 Tagen, 1 Stunde
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55
